Pubertätscreme

Hautverjüngende Creme.

Neulich habe ich eine Creme gefunden, die ihr Versprechen hält: Hautverjüngung. Und zwar nach nur wenigen Stunden, laut Angaben des Herstellers.
Ich trug die Creme auf und bildete mir absichtlich ein, dass sich meine Haut bereits anders anfühlt. Ein Gefühl von gespannter Plastizität zog sich kurz über meine Haut.
Falten habe ich übrigens nicht. Die schwindende Zahl der normalen Cremes und das Überangebot an Anti-Aging-Cremes hat mich dazu verleitet, das Geheimnis ihrer Wirkung auf mein bisher makelloses Gesicht aufzutragen.
Die Ergebnisse waren tatsächlich schneller sichtbar, als erwartet. Der Hersteller hatte recht mit seiner Behauptung.
Die Creme hat mich zurück in die Pubertät gebracht. Plötzlich habe ich überall kleine Pickel im Gesicht und mein Teint gefällt mir nicht.
Ich bin unzufrieden und klage wie ein verzweifelter Teenie über mein Aussehen. Dabei hatte ich das seit Jahren nicht mehr nötig und will meine alte Haut zurück!
Eine Creme, die so hautverjüngend wirkt, dass sie die Haut zu einer pubertären Problemzone macht. Ich bin entsetzt über so viel Wirkung.
Hautverjüngung? Nie wieder.

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Vorfreude

Das warme Licht der Sonne streichelt mein Gesicht, als ich im Auto sitze und auf der Fahrt nach Hause bin.
Noch erschöpft von letzter Nacht, schließe ich meine Augen und träume müde im Halbschlaf vor mich hin. Wenn ich an die letzte Nacht denke, muss ich innerlich schmunzeln und freu mich insgeheim auf irgendetwas, das zwar nicht greifbar, aber trotzdem da ist.
Es ist unbeschreiblich. Und schön.
Bunte Gedanken kommen und gehen, sie fliegen auf mich zu.
Manche versuche ich festzuhalten, um sie weiter auszumalen und ihnen mehr Fülle zu geben.
Und manche blühen einmal kurz auf, bevor sie im Nu wieder verwelken und verschwinden.
Ein Gedanke hält mich fest und bringt mich zum Lächeln. Dieser Gedanke ist inzwischen besonders bunt und kehrt immer wieder zurück, ohne mich je loslassen zu wollen.
Es ist die Vorfreude auf ein Erlebnis, das nie stattfinden wird.
Wahrscheinlich. Vielleicht.
Manchmal ist man glücklicher, wenn man sich auf Dinge freut, die man nie kriegen wird.
Denn wenn man sie hat, nimmt man sie bald nicht mehr als Glück wahr. Alles verschwimmt in normaler Selbstverständlichkeit und das Besondere verliert seinen Reiz.

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