Perverserkatze

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Es waren einmal eine wunderschöne junge Frau, namens Cindyrella und reicher alter Mann, dessen Name Herr Nahpets war.
Eines schönen Abends gingen die beiden eng umschlungen am Strand spazieren, wie jeden Abend nach dem obligatorischen Candlelightdinner.
Obwohl sie schon vor langer Zeit ihren Verstand verloren hatten, wussten sie, dass das gefährlich war.
Die beiden mussten ständig aufpassen, dass sie nicht von der Öffentlichkeit gesehen wurden und mussten ihre Liebe geheim halten, denn ihre Liebe war streng verboten. Die hübsche Frau war eine Außerirdische, die vom Planeten Venus kam und der edle Mann war ein verwöhnter Perserkater aus Analusien.
Das Schicksal führte sie eines Tages zusammen, indem Cindyrella dem Herrn Nahpets einen anonymen Brief schrieb und er ganz angetan von der fremden Schönen war. Von dort an wuchs die Zuneigung der beiden und einige Wochen später trafen sie sich zum ersten Mal in der absurden Wirklichkeit.
Cindyrella war ganz aus dem Häuschen, als Herr Nahpets in seinem teuren Aston Martin vorfuhr und sie zum Essen einlud – ein romantisches Candlelightdinner sollte es sein. Herr Nahpets fuhr mit Cindyrella in seine Villa, dort konnten sie sich ungestört kennenlernen und niemand würde je von ihrem Treffen erfahren. Er nahm Cindyrella an seine Hand und führte sie behutsam in sein Reich. Cindyrella spürte ein starkes Kribbeln im Bauch, als er sie anfasste. Drinnen wurden sie von einem klassischen Orchester empfangen und jeder von ihnen trug eine Augenbinde, damit keiner etwas sah.
„Ist das etwa eine Vorliebe von dir“, fragte Cindyrella neugierig.
Herr Nahpets schmunzelte nur bescheiden und sagte:“Du weißt doch, niemand darf uns sehen. Nicht mal meine Frau.“
Er begleitete sie die Treppe hoch bis sie an einer Tür aus hellem Elfenbein ankamen, die sich wie von Geisterhand öffnete, als Herr Nahpets ‚Fick dich, ich hab Hunger‘ sagte. Hinter der Tür verbarg sich ein großer Speisesaal, in dem viele mit Efeu geschmückte Säulen standen und in dem es stark nach Wermutspirituosen roch. In der Mitte des Raumes stand ein einsamer hochbeiniger Holztisch, der seufzend darauf wartete, seine Gäste mit gutem Essen beglücken zu können. Nicht einmal ein Tischläufer verlief sich auf ihm.
Herr Nahpets trat dicht an ihn heran, stampfte kraftvoll mit dem Fuß auf den Boden und schrie:“Tischlein deck dich!“
Auf einmal war der Tisch mit unzähligen Köstlichkeiten gedeckt. Außerdem zierte ein weißer Rosenstrauß die Festtagstafel und auf dem silbernen Besteck lagen duftende Rosenblüten mit frischen Tautropfen. Herr Nahpets zog Cindyrella höflich den Mantel aus und bot ihr den schönsten Stuhl an, der aus dem Barock stammte.
Cindyrella wusste gar nicht, wo sie zuerst hingucken sollte. Das Essen und der Anblick von Herrn Nahpets machten sie lüstern. Ihre Augen wurden noch größer, als sie die Götterspeise zwischen dem Schokoladen-Fondue entdeckte.
„Oh, Götterspeise mag ich am liebsten! Besonders die mit Waldmeistergeschmack. Ich liebe das Grün so sehr“, sagte sie freudig, während sich ihre Blicke schon in dem transparenten Grün verloren.
„Darf ich dich füttern“, fragte Herr Nahpets mit einem Hauch von Erregung in seiner Stimme.
„Ja, gerne“, hauchte Cindyrella sinnlich und schmolz dahin, als Herr Nahpets anfing, ihr die Speise in den Mund einzuflößen.
Er fragte:“Schmeckt es?“
„Du bist der beste Kater der Welt. Und ich liebe unsere optischen Gegensätze so sehr..Oh Mann, das macht mich richtig an. Du hast so viele Haare im Gesicht und überall..Oh Mann..du müsstest mal die außerirdischen Männer sehen, die sind überall blank. Genau wie deren Konto.“
Herr Nahpets schwieg, so, wie es ein Gentleman eben tat. Er mochte ihre Ehrlichkeit sehr und die Art, wie sie sich ihm gegenüber verhielt. Sie war ihm in allem ergeben und ließ sich gut von ihm leiten. Sie gehorchte ihm und Herr Nahpets konnte alles mit ihr machen, was er wollte. Er liebte das Wechselspiel aus Romantik und Härte. Aber: Keiner davon durfte davon erfahren, welche Spielchen er trieb.
Nachdem er sie mit der Götterspeise gefüttert hatte, konnte er seine Bedürfnisse nicht mehr zurückhalten.
„Willst du mehr“, fragte er fordernd.
„Mehr Götterspeise?“
„Nein, das meine ich nicht. Komm mit.“
Wieder nahm Herr Nahpets Cindyrella an die Hand und führte sie nach draußen.
„Willst du mich entführen“, fragte sie grinsend.
„Ja, so in etwa. Ich zeige dir mein Haus am Strand.“
„Du hast noch ’n Haus? Wow!“
„Ja, hab ich und da findet uns keiner, weil es für andere unsichtbar ist.“
„Cool“, staunte Cindyrella.
Es war schon abends und die Sonne war längst im Wasser verschwunden, als sie an den Strand kamen. Es herrschte tiefe Dunkelheit und die Wellen des Wassers sorgten für eine angenehme Brise.
„Wir müssen noch ein kleines Stück laufen, da hinter dem Wald ist es“, sagte Herr Nahpets und zeigte mit den Finger zum Horizont, der im Dunkeln verschwand.
„Okay, bin gespannt.“
„Ein großes Bett hab ich auch, wenn du weißt, was ich meine“, deutete Herr Nahpets vielversprechend an.
„Oh mein Gott, ich war noch nie mit einem Kater im Bett!“
„Tja, und ich auch nicht mit einer Außerirdischen. Aber ich kann mich bei dir einfach nicht mehr zusammenreißen, du machst mich so an!“
Als die beiden endlich das kleine Häuschen am Strand erreicht haben, fielen die beiden wie zwei gegensätzliche Teenies unterschiedlicher Gattung übereinander her.
Herr Nahpets musste lächeln, als er noch etwas grüne Götterspeise am Dekolleté von Cindyrella kleben sah und sie aus purer Freundlichkeit ableckte, die sich danach in Lust verwandelte.
Die beiden verbrachten einen wunderschönen Abend im Haus am Strand und wenn sie nicht gestorben sind, dann machen sie das immer noch.

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