Silvester

  
 

Von Silvester merke ich nichts. Alles ist beim Alten, nur dass die Stimmung vielleicht ein bisschen angespannt ist und man sich unter Druck setzt, damit nächstes Jahr endlich die große Veränderung eintritt, die man sich jedes Jahr vornimmt. Nur, um dann doch bald zu scheitern, weil alles so verdammt anstrengend ist. Hinter tollen Vorsätzen steckt nun mal viel Arbeit, nichts erfüllt sich von selbst. Es sei denn, man hat Glück.

Ich habe keinen Druck, denn alles passiert so, wie es passieren soll und vorgesehen ist. Der Anfang dieses Jahres war nicht schlecht, die Mitte war aufregend und das Ende sehr deprimierend. Von allem etwas. Und so birgt jedes Jahr neue Überraschungen und Herausforderungen. Auch neue Chancen gibt es immer.

Gegen Mitternacht werde ich wahrscheinlich so eine Art Vorfreude spüren, gemischt mit ein wenig Wehmut, wenn die schönsten Erinnerungen hochkommen, die jedoch vergänglich sind.

Aber im Moment liege ich einfach nur passiv auf der Couch, esse Kekse aus Schottland und bin müde, weil mich die letzten Tage platt gemacht haben, durch mein Versprechen des Schweigens und des Vergessens. 

Eigentlich bin ich froh, dass ich heute Abend und nachts arbeiten muss. Für mich ist das am besinnlichsten und ich gleite ohne Rausch ins neue Jahr hinein. Die Stimmung in solchen Nächten hat etwas Besonderes. Gerade, wenn man alleine arbeitet und das Haus für sich hat. Aus den Fenstern kann ich alles gut sehen, was draußen passiert und irgendwo in der Küche haben sich bestimmt noch ein paar Pfannkuchen und Knabberkram versteckt. Dazu eine große Tasse Kaffee und Silvester ist für mich perfekt.

Ich freue mich, wenn ich mir nachher das Glitzerspray in die Haare sprühe und mit guter Laune zur Arbeit und ins neue Jahr gehe.

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