Bitch #3

…Fortsetzung…

Gegen 2 Uhr nachts kommt er wieder zurück und ich werde gleich wach, da ich mich nur in einem lockeren Halbschlaf befand. In Hotels kann ich nie richtig schlafen, so bequem die Betten auch sein mögen. Es dauert nicht lange und mein Chef steht neben mir am Bett. Er macht die Nachttischlampe an, um mich zu sehen. Dabei sieht er mein Nachthemd und sagt: „Was soll das, warum hast du das an? Du hast nackt zu sein, wenn ich da bin.“ 

Ich erinnere mich. Aber mir war so kalt und ich wollte nicht nackt im Bett liegen, zumal ich gar nicht wusste, wann er wiederkommt. Außerdem war es nur ein dünnes kurzes Nachthemd, das man schnell ausziehen kann. Sofort streift er mir das Nachthemd über den Kopf und wirft es auf den Boden.

Unsere Blicke haften aneinander. Ich nackt vor ihm und er angezogen. Er sieht nicht müde aus, im Gegensatz zu mir. Schließlich war es vorher angenehmer, ohne Licht. Meine Augen mögen lieber Dunkelheit. Mir ist die Nachttischlampe zu hell und mein Körper wird von dem Licht angestrahlt, das kann ich nicht leiden.
Wieder herrscht Schweigen und ich warte darauf, bis er etwas sagt und diese brennende Stille bricht. Aber er schaut mich nur an. 

„Leg dich hin und mach die Beine auseinander“, fordert er mich auf.

Ich gehorche und mein Körper zittert leicht, weil mir gleich wieder kalt wird. Wahrscheinlich, weil er mich anguckt und ich mich nicht verstecken kann. Ich bin schutzlos, wenn er da ist. Und gleichzeitig fühle ich mich auf eine Art bei ihm geborgen, weil er mir Schutz gibt. Nur in anderen Formen. Er ist mein Chef.

Er guckt mir zwischen die Beine und dann wieder hoch zu meinen Brüsten. 
„Steck dir deinen Finger in den Mund und lutsch daran herum“, befielt er.

Wäre ich Schauspielerin, wären seine Befehle sicher ein einfacheres Spiel für mich. Aber im Moment ist es teilweise noch ungewohnt. Ich brauche länger, um mich an etwas zu gewöhnen. Manchmal. Also stecke ich mir nach einem kurzen Zögern den Zeigefinger in den Mund und lutsche daran herum. Es erinnert mich ein bisschen an ganz früher. Ich mochte es immer gerne, etwas im Mund zu haben und meine Eltern bekamen es nur mit viel Mühe hin, es mir abzugewöhnen. 

„Und guck mich dabei an“, ergänzt er.

Ich versuche es und merke, dass es mich anmacht. Hätte ich vorher Alkohol getrunken, hätte ich sicher noch weniger Hemmungen und mir wäre wärmer.

„Und nun fass deine nasse Fotze an“, erwartet er von mir, während er immer noch an selber Stelle steht, ohne selbst aktiv zu werden. Er geilt sich an meinem Anblick auf.

Ich tue, was er sagt und er hat recht: ich bin nass. Trotz meiner Schüchternheit gefällt mir die Situation und seine Erwartungen. Wieder ist mein Empfinden widersprüchlich. Für mich gehören Gegensätze zusammen, ich kann sie nicht trennen.

Meine Hand wird leicht klebrig von meiner Feuchtigkeit und es wird immer mehr. Aber so richtig Lust, es mir selbst zu machen, habe ich nicht. Ich wünsche mir, dass er gleich den nächsten Schritt macht und auf mich zukommt, ohne ewiges Vorspiel und anderweitiges Umhergespiele.

Dann zieht er sich tatsächlich bald aus und alles geht ziemlich schnell. 
Er drängt sich zwischen meine Beine und küsst mich, ohne mit seinem Schwanz in mich einzudringen, obwohl ich das jetzt am liebsten hätte und nicht mehr warten möchte. Während er mich küsst, werde ich immer feuchter und spüre die zunehmende Klebrigkeit zwischen meinen Beinen und an seinem Schwanz. Meine Feuchtigkeit breitet sich schnell überall aus und haftet nun auch an ihm. Sein Kuss macht mich scharf und ich genieße die Reife, die darin steckt. Sein Kuss verspricht Erfahrung und stillt die Sehnsucht, die ich immer hatte und nicht befriedigt wurde. Sein Kuss löst in mir das Gefühl aus, ihn spüren zu wollen. Egal wie. 

Ich mag es, dass er zärtlich zu mir ist und ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist und nicht lange anhalten wird. Aber es ist unsere erste gemeinsame Nacht und wir müssen uns kennenlernen, Stück für Stück. Diese eine Nacht wird nicht reichen, um zu wissen, wo seine Grenzen sind und zu was er alles bereit ist.

Der Kuss dauert ziemlich lange und ich spüre, wie einige kleine Tröpfchen auf meinem Bauch landen, die nicht von mir sind. 
Eigentlich erwarte ich die ganze Zeit ein Zeichen für einen BlowJob, aber da kommt nichts. Nicht, wie der übliche Ablauf. Es ist anders. Im Bett herrscht eine gefährliche Romantik, die schlagartig aufhört, als er plötzlich hart in mich eindringt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, ob es mir wehtut. Sein Schwanz ist ziemlich dick und ich ziemlich eng. Das sagt selbst mein Frauenarzt und nicht nur Männer. Vielleicht ist es ein Vorteil, so eine jungfräuliche Fotze zu haben. Vor allem, wenn es richtig hart zur Sache geht. Welcher Mann steht da nicht drauf? 

Seine Stöße sind tief und fest. Mein Chef hält zudem konsequent Blickkontakt, um mich weiter zu erniedrigen und klein zu kriegen.
„Gefällt es dir, wie ich dich ficke, du geile Schlampe?“

Als ich nicht schnell genug antworte, fällt die nächste Ohrfeige, die noch mehr schmerzt, als auf der Toilette. Er schlägt heftiger zu, weil wir ungestört sind und es nicht schlimm ist, wenn meine Wange rot wird und glüht. 

Seine Bewegungen auf meinem Körper und seine Stöße schmerzen, weil sie teilweise unregelmäßig und sehr ruckartig sind. Deswegen weiß ich nicht, wann der nächste schmerzhafte Stoß folgt. Und jedes Mal stöhne ich leise auf. 
„Los, sag, dass es dir gefällt!“

Ich stöhne nur ein Ja aus mir heraus. 

„Was gefällt dir?“

„…dass Sie mich ficken“, antworte ich ehrlich. 

Mir schießen auf einmal Tränen in die Augen und ich fange an zu weinen. Mein Chef löst irgendein verdrängtes Gefühl in mir aus, aber ich weiß nicht welches. Nur eines weiß ich: Es ist ein altes Gefühl, das ich in mir trage und er bringt es wieder in mein Bewusstsein. 

Als er sieht, dass ich weine, schlägt er mich erneut. Er sieht mich gerne weinen und möchte diesen Zustand ausreizen, indem er mir noch mehr wehtut. Tränen schrecken ihn nicht ab und er wird dadurch nicht sanfter zu mir. Ganz im Gegenteil – es macht ihn umso geiler. 

Seine Schläge brennen und ich habe es lange nicht erlebt. Und dennoch möchte ich nicht, dass er aufhört. Er soll mich weiterficken und mich so oft schlagen, wie er will.

Mit jedem weiteren Stoß spüre ich ihn tiefer in mir. Ich versuche ihn zu küssen, aber er lässt sich nicht darauf ein. Damit habe ich eine Grenze überschritten, weil nicht ich die Regeln mache, sondern er. Die Bestrafung folgt gleich darauf, als er mir einige Sekunden den Hals zudrückt. Das habe ich noch nie erlebt und ich bekomme Angst. Schnell kriege ich kaum noch Luft. Es ist kein Spiel. Wenn ich mich mit ihm anlege, kann ich nur verlieren. Ich kann mich nicht wehren und ich darf es auch nicht. Es ist wirklich kein Spiel. Diesen Satz muss ich oft wiederholen, bis ich ihn endlich kapiere. 
Sein Wille, nicht meiner.

„So nicht, Fräulein“, droht er mit strengem Blick.

„Verstanden?“

Ich versuche mich irgendwie bemerkbar zu machen und krächze ein Ja hervor.

Danach lässt er mich los und ich kann wieder atmen. Ich fühle mich benommen. Seine Hände um meinen Hals spüre ich noch Minuten später, so fest hat er zugedrückt. 

Meine Bestrafung bereitet ihn seinen Höhepunkt. Mein Chef verhält sich recht still dabei und lässt es sich kaum anmerken. Aber ich spüre es trotzdem. 

Zwischen meinen Beinen brennt und pulsiert es weiter. Allein, weil ich so eng bin, brauche ich mehr Zeit, um mich zu erholen. Ich bin erschöpft und hätte mir am Ende etwas Nähe gewünscht. Aber mein Chef hält die gewohnte Distanz trotz Intimität ein und kümmert sich danach nicht weiter um mich. Er liegt auf der anderen Seite des Bettes, jedoch in Blickrichtung zu mir. 
„Nun leg dich endlich hin und schlaf, Kleine.“ Seine Stimme ist dabei ganz ruhig.

Dieser Satz bedeutet für mich Geborgenheit.

– Ende –

Bitch #2

…Fortsetzung…
Nach der Aktion auf der Toilette schleift er mich an seiner Hand zurück ins Restaurant. Natürlich gucken die Leute wieder und denken sich ihren Teil. Dabei haben sie keine Ahnung, wie es wirklich war. Man trifft sich nicht immer auf der Toilette, um zu ficken. Manchmal geht es auch um andere Dinge, zum Beispiel um Erziehung und Klärung von Konflikten. Mein Chef und ich setzen uns an den Tisch. Schweigen. Ich schaue ihn flüchtig an, aber er guckt gerade woanders hin. Glück gehabt. 

Mein Handgelenk ist ganz rot und schmerzt bei jeder Bewegung. Ich reibe mit den Fingern daran, um festzustellen, ob es angebrochen ist und ob es knackt. Mein Chef nimmt mich wieder ins Visier und ich vernehme ein ganz leichtes, kaum sichtbares Grinsen. Sehr unscheinbar und dennoch weiß ich, dass es ihn sehr amüsiert, wenn ich so hilflos in seiner Nähe bin und ich mich nicht wehren kann. Und es gefällt ihm umso mehr, wenn ich Schmerzen habe, die er mir zugefügt hat.

Dann kommt die Bedienung mit dem Essen. Ich habe immer noch Lust auf Pizza. Stattdessen erwartet mich eine große Portion Nudeln mit Sauce. Irgendein Pastagericht. Nicht wirklich mein Ding an diesem Abend, aber akzeptabel. Ich hasse es, so viel zu essen. Vor allem ahne ich schon, dass ich die Portion eh aufessen muss. Er passt auf, dass ich nicht zu wenig esse. 
Mein Chef sieht mein dezent negativ überraschtes Gesicht sofort. 

„Stimmt etwas nicht?“, fragt er mich gleich.

„Alles gut, Pasta geht auch. Danke.“

Er nickt und gibt damit einer weiteren Diskussion keine Chance. Ich wollte auch keine Diskussion mehr, eine hat schon gereicht. 

Beim Essen reden wir nicht. Das Thema von vorhin ist Vergangenheit. Die Toilette wirkt scheinbar als Ort des Vergessens. Nachdem ich dort bestraft wurde. 
Anschließend bezahlt er die Rechnung und sagt:“Bist du schon nass?“

Ich werde verlegen. So eine Frage passt nicht in ein Restaurant und schon gar nicht nach dem Essen.

Auf seine Frage kann ich gar nicht antworten, sie ist so unpassend. Was soll das jetzt? Mal wieder gucke ich ihn nur schüchtern an. Ich will nichts sagen, weil ich untenrum momentan gar nichts spüre.

„Ich hoffe, dir ist klar, was gleich im Hotel passiert, so ungezogen, wie du heute warst.“

Ich entweiche seinem Blick, um darüber nachdenken. 

„Fräulein“, wieder reißt er mein Kinn zu sich hoch und sein Blick brennt sich in meine Augen. Oh Mann. 

„Das hier ist alles kein Spiel, okay? Hast du das noch nicht verstanden?“

Nein, ist es nicht. Zumal er mich vor den ganzen anderen Leuten gerade bloßstellt, mitten im Restaurant. Aber niemand traut sich etwas zu sagen. 

„Ich hab verstanden“, bringe ich nur kleinlaut hervor.

Worauf habe ich mich hier nur eingelassen, denke ich. Das alles IST tatsächlich kein Spiel, sondern Ernst. Wenn das alles nicht in der Öffentlichkeit stattfinden würde, wäre es für mich wahrscheinlich weniger schlimm. Aber so fühlt es sich einfach nur nach Demütigung an.

Genau das, was ich wollte. Allerdings lieber im Privaten, fernab von der Öffentlichkeit.

Dann zieht er mich an meinem schmerzenden Handgelenk nach draußen. Die Limousine wartet schon auf uns und wir werden privilegiert ins Hotel gefahren. Natürlich eines dieser eleganten Nobelhotels, was sonst. Zum Staunen ist jetzt jedoch keine Zeit. 
„Los, du Schlampe, steig aus“, befiehlt er, während er die Tür für mich aufhält. Beim Aussteigen schaut er mir genau in den Schritt, mit der Hoffnung, etwas zu sehen. Eigentlich wartet er nur darauf, dass ich kurz abgelenkt bin und nicht mehr daran denke, dass ich keinen Slip trage.

Die Limousine ist so tiefgelegt, dass ich wirklich Probleme habe, auszusteigen. Mein Chef merkt das und reicht mir die Hand – sehr charmant. Auch so etwas kann man von ihm erwarten. Nur ohne ein Lächeln. 

„Danke“, sage ich.

„Und jetzt beweg deinen Arsch, mein Gott nochmal“, zischt er mich an.

Er legt mir den Arm um die Hüfte, damit er mein Schritttempo besser bestimmen kann, um gegebenenfalls etwas nachzuhelfen, falls ich zu langsam bin. Immerhin muss ich mich gleichzeitig auf meine Absätze konzentrieren. 

Wir erreichen wenige Minuten später das Hotelzimmer, welches riesig und extravagant ist. Kein Vergleich zu den Hotels, in denen ich mich bisher aufhielt. 
Mein Chef lässt mir nicht viel Zeit, um mich umzuschauen, denn darum geht es nicht. Deswegen sage ich auch nichts. Für ihn ist so ein Hotel nichts Neues und ich habe meinen Mund zu halten. Er steht hinter mir und sagt:“Dreh dich um, du kleine Schlampe!“ 

Ich gehorche. Im Nu hat er mir das Kleid über den Kopf gezogen und ich stehe völlig nackt vor ihm.

Seine Mimik ist ernst, während er mich anschaut, von oben bis unten. 

„Deine Titten sind wirklich schön.“ Er berührt mich dort und fängt an, sie zu massieren und zu kneten. 

Es ist ein wenig unbehaglich, so mitten im Raum zu stehen, obwohl das Bett ganz in der Nähe ist. Aber was ich fühle ist im Moment egal. Nur sein Wille zählt.

Mein Chef ist sehr erregt. Sein Atem und seine Hose verraten ihn. Ich kann meinen Blick nicht abwenden und starre die Beule in seiner Hose heimlich an. Sonst gäbe es wahrscheinlich gleich die nächste Ohrfeige. 

Obwohl mich das gerade auch ziemlich anmachen würde. 

„Komm, geh zum Bett“, bestimmt er. 
Ich höre auf ihn, weiß aber nicht, was ich dann machen soll und warte auf einen weiteren Befehl. Er bemerkt das und sagt:“Sehr gut, du lernst dazu. Leg dich aufs Bett, auf den Bauch.“ 

Gehorsam tue ich, was er sagt. Ich will nichts falsch machen. Was wird er als nächstes tun? Es ist komisch, hinten keine Augen zu haben. Obwohl ich nicht gefesselt bin, fühle ich mich ihm schon ausgeliefert. Ich höre, wie er sich die Hose auszieht und das metallische Geräusch seines Gürtels. Dann spüre ich, wie er sich mir nähert. Als er an meinen Haaren zieht, klingelt sein Handy. Er zögert kurz und schimpft, geht dann aber doch ran, da er beruflich sehr beschäftigt ist und es somit genug wichtige Anrufe gibt. Für das Gespräch zieht er sich in ein anderes Zimmer zurück, sodass ich nichts davon mitbekomme, weil es mich nichts angeht. Ich bleibe dennoch ruhig auf dem Bett liegen und gedulde mich. 

Nach zehn Minuten kommt er zurück und höre, wie er sich wieder anzieht. Ich frage nicht, was los ist. Er wird es mir schon sagen. 
„Hey Kleine, ich muss los. Du geh erstmal duschen. Ich komme später wieder. Schön lieb bleiben.“

„Okay“, erwidere ich nur. Und dann ist er, nach einem kurzen Blick in dem Spiegel, auch schon weg und ich bin allein in diesem teuren Hotelzimmer.  

Bitch

Mit 14 chattete ich mit Männern, die heute 60+ sind. Alle werden älter. Nur ich nicht.

… EVEN THOUGH YOU’RE WITH ANOTHER GIRL

Good morning
Are you alone today?
I'm burning 
Can I call you later and say?
I will wait for you
Even though you're with another girl
And so am I
Neglecting, you're running out of time
Forgetting, you couldn't stay the night
I will wait for you
Even though you're with another girl
And so am I
I'll stay the night, I'll stay the night
I will wait for you
Even though you're with another girl
I will wait for you
Even though you're with another girl
Aaaaaa-and so am I
[Trentemøller]

 

„Guck mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede und mach deinen Job“, sagt er im fordernden Tonfall. Ich zögere. Ich kann ihn gerade irgendwie nicht angucken, meine Gedanken sind irgendwo anders festgehakt. Ich träume und bin weit weg, weil ich inzwischen gut darin bin, die Realität zeitweise auszublenden. Ich bin eigentlich bei jemand anderem und vor mir sitzt niemand. Natürlich bin ich mal wieder in dem Zustand einer dissoziativen Störung. Wenn ich will, kann ich alles komplett ausblenden und vergessen. Also: Talent oder Krankheit?

„Guck mich an“, fordert er mich erneut auf. „Von was träumst du gerade? Du hast doch alles! Oder denkst du etwa an jemand anderen? Los, sag!“ Er klingt alles andere als freundlich und er kann es nicht leiden, wenn mir andere Männer durch den Kopf gehen. Er hasst es. Seine Worte erreichen mich noch nicht. Aber ich merke, dass er böse ist und dass gleich etwas passiert, was mich aus meinem Traum reißen wird.
„Los!“ Er langt energisch über den Tisch und rüttelt an meinem Handgelenk. Seine Hand umschließt mein Handgelenk völlig und er drückt zu, bis es ein wenig knackt. Es tut weh, weil er viel Kraft hat und genau weiß, wie man mit Druck zum Ziel kommt. Besonders bei mir. Druck macht mich schwach und ich darf nicht Nein sagen. Das ist verboten.

Danach wache ich tatsächlich auf und spüre die Wirklichkeit. Ich schaue ihn an und werde verlegen. Mein Verhalten geht gar nicht und er wirkt sehr ernst. Vor mir sitzt mein Chef und nicht niemand.
„Also, ich höre“, sagt er.

Ich schweige, weil ich nachdenke, aber ich habe keinen klaren Gedanken. Nur rosa Nebel mit Sternchen und kaputten Herzchen, die schwarz sind. Dann wende ich meinen Blick ab, um mich besser konzentrieren zu können. Wenn ich ihn sehe, kann ich mich nicht konzentrieren. Vor allem, weil er meine Antworten gleich möchte, ohne dass ich ausreichend Zeit zum Nachdenken habe. Er möchte sehen, ob meine spontanen Antworten dumm oder clever sind. Er mag beides gemischt. Immerhin bin ich ihm um viele Jahre unterlegen.

Er beobachtet mich genau und kommentiert die Situation sofort:“Hey, nicht weggucken!“ Ich fühle mich eingeengt und dennoch macht es mich an. Willkommen in der Ambivalenz.
Das einzige, was ich herausbringe ist ein schwaches Ja.

Die Kellnerin kommt und nimmt die Bestellung auf. Bevor ich etwas sagen kann, bestimmt mein Chef einfach, was ich esse. Ich bin etwas verärgert, aber wahrscheinlich ist es eher schüchterner Frust.
„Eigentlich wollte ich lieber Pizza“, sage ich betont nett.

„Das ist mir egal. Du musst dich mir anpassen und nicht anders herum. Verstanden?“

Ich nicke. Es ist in Ordnung, er wird vielleicht besser wissen, was gut für mich ist. Während ich versuche, seinen Blicken nicht allzu oft auszuweichen, guckt er mir in den Ausschnitt. Selbstverständlich muss er sich nicht dafür entschuldigen, denn das ist Teil meines Jobs – gut auszusehen und meine Figur zu betonen.

„Worüber denkst du nach die ganze Zeit?“, fragt er. Irgendwie spürt er alles, er weiß genau, dass in mir etwas vorgeht. Ich kann nichts vor ihm verbergen.

„Das kann ich Ihnen nicht sagen.“

„Warum nicht?“

Weil es immer wieder die selbe ewige Geschichte ist, denke ich.

Ich antworte nicht und starre ihn an. Vielleicht um die Antwort bei ihm zu finden, die nichts mit ihm zu tun hat. Sondern mit….

„Du wirst mir jetzt sagen, was mit dir heute los ist! Sofort!“
Er steht abrupt auf und zieht mich hinter sich her, Richtung Toilette. Die Leute gucken alle, wie ich hinter ihm her stolpere und fast umknicke.

Als wir auf der Toilette sind, verpasst er mir eine Ohrfeige.

„Du wirst mir vernünftig meine Fragen beantworten, okay? Sonst kannst du auf dein tolles Gehalt und dieses Leben bald verzichten, und das willst du doch sicher nicht – oder?“

„Nein.“

Er zieht mein Kinn hoch. „Was habe ich dir zum verbotenen Wort gesagt?“ Ich bekomme Hitzewallungen und Ohrenrauschen, weil mir in dem Moment alles hochsteigt. Ich kann überhaupt nicht mehr denken.

Er will zu viel von mir und ich habe Angst, seinen Erwartungen nicht gerecht zu werden. Und dennoch kribbelt es in mir, weil dieser Moment auch genauso erregend ist. Dieser Widerspruch zerreißt mich. Ich stehe leider auf Gewalt und ich mag es, wenn er mich zwingt.

Ich kann ihm seine Fragen nicht beantworten, weil er die Antwort eigentlich kennt. Er möchte mich mit seinen Fragen nur demütigen und Macht ausüben.
„Hast du einen anderen Mann kennengelernt“, will er wissen.

„Habe ich nicht.“

„Denkst du an jemanden?“

„Ich weiß es nicht, das ist alles ganz komisch.“

„Was ist komisch? Werde genauer.“

Ich hasse seine Psychotricks, die mich ganz sprachlos und meinen Kopf leer machen. Er kann solche Gespräche unendlich weit führen und alles bis ins Detail hinterfragen. Nur mein Verstand ist teilweise zu oberflächlich für tiefgründige Sofortantworten. Und mein Gefühl steckt woanders fest. Ich will jetzt kein widersprüchliches Gespräch über abstrakte Liebe führen.

„Ich kann es nicht beschreiben. Bitte, ich möchte da jetzt nicht drüber reden.“
„Ich aber und du hast zu gehorchen. Merk dir das!“

Ich fange an zu weinen, weil ich mich eingeschüchtert und bedrängt fühle. Zumal er um einiges größer ist als ich und ich neben ihm ganz klein und zerbrechlich wirke. Ich kann mich kein Stück bewegen, weil er genau vor mir steht und ich an der Wand. Ich bin ihm ausgeliefert und er genießt es. Noch nicht einmal ein Taschentuch habe ich dabei. Meine Tränen laufen ununterbrochen die Wangen herunter und ich fange wie ein kleines Kind an zu schluchzen. Er beobachtet mich weiterhin genau und scheint sich ein wenig über mich zu amüsieren. Am liebsten würde ich direkt vor ihm zusammenbrechen und weg sein.

„Hey“, er zieht mein Kinn wieder zu sich hoch. „Guck mich an, wenn du weinst.“ Ich drehe meinen Kopf weg, weil ich es hasse. Ich will nicht, dass er mich so sieht. Mein Kopf pulsiert und dröhnt. Jedes Mal, wenn ich weine, bekomme ich Kopfschmerzen und fühle mich absolut erschöpft. Eigentlich würde ich gerne einschlafen, weil Tränen müde und gleichgültig machen. Ich sacke ein wenig in mich zusammen, aber er zieht mich gleich wieder hoch, kommt mir ganz nah und presst mich mit seinem ganzen Körper an die Wand.

„Dich weinen zu sehen erregt mich“, äußert er in einem Ton, der fast wie ein gefährliches Flüstern klingt. Aber in meinem Ohr rauscht es nur. Dann kommt er ganz dicht an mich heran und flüstert mir etwas Warmes ins Ohr. Ich spüre seinen feuchten Atem und höre ihm zu, während er mich mit einer Hand intensiv unter dem Kleid berührt, um sich davon zu überzeugen, dass ich auch wirklich keinen Slip trage.

„Warte ab, bis wir im Hotel sind. Dann wirst du noch mehr weinen, okay?“

Dann streicht er mir mit seinem Zeigefinger zärtlich über die Wange und lächelt zum ersten Mal an diesem Abend.