Alte Nachrichten von früher

Früher, früher,….ich.

Wieder ein Date vollständig abgeschreckt! Männer kriegen nen Ständer, wenn sie mich sehen und verabscheuen dann meine beruflichen Tätigkeiten!

PsychiatrieKS // Autor zwiespältiger Texte & Geschichten // dauergeile Zwangsprostituierte meiner Fantasie – die Qualifikationen des Grauens!

Eifersucht, Humorlosigkeit und Dummheit muss man nicht verstehen, oder?
Immer die gleichen bescheuerten Fragen, ob die Texte von mir sind – JAAHAA, ihr Arschlöcher!!
Alles von MIR!!

Und immer die Frage, ob einer der Patienten mich wieder angemacht hat??JAAHAA, die Männer da sind alle total krank, die dürfen das….!!!

Der nächste Patient, der mir eine Ohrfeige verpasst, darf mich dann auch richtig hart ficken…

Neues Alibi: Beruflich engagierte Hausfrau.
Steh’ vorm Herd und tue so, als ob ich Pudding im Kopf hätte!

Männer, die mit extremer Eifersucht reagieren, weil ich eine Zusage für die Veröffentlichung einer ErotikStory kriege, ticken doch nicht mehr richtig!!
Wo bleibt die Freude?? Die Empathie??

Und wenn mich jemand fragt, ob meine Texte ernst gemeint sind – VIELLEICHT.

Als nächstes schreibe ich einen kranken Liebesbrief an den Liebeskiller.
Aber am besten, Mann verbietet mir gleich das Schreiben und sperrt mich zu Hause in der Küche ein.

Manchmal habe ich das Gefühl, als ob den Leuten die Intelligenz fehlt, versteckte Ironie zu verstehen. Liegt das am Alter, dass die Männer so dumm sind und nix kapieren??

Fühle mich verarscht, enttäuscht und irgendwie auch verletzt.

Obwohl ich gerade zu müde zum Nachdenken bin und morgen auf einen Filmriss hoffe.

Meine Ansprüche möchte ich jedenfalls nicht ändern, da ich mich nicht aufgeben will, nur, um nicht alleine zu sein.
Wenn man weiß, was man will, wird die Schale immer härter. Das ist das Einzige, was ich gerade spüre. Wie ich zuwachse..

Nächstes Jahr bin ich dann eine fette männernihilistische Panzerschildkröte mit Bindungsphobie und Penisneurose.
Sexy, oder?

Sag Bescheid, wenn du oder ihr irgendwann mal frei sein solltest/solltet. 
Ich brauche einen richtigen Mann..und jemanden, mit dem man jeden Abend nackt ins Bett will..Daran darf ich gerade nicht denken. Wunsch Nummer 1…

Mies, wenn man sich alles kaufen kann, aber die Liebe nicht im Angebot ist..

Kann mir nicht vorstellen, dass dich oder euch das hier alles ganz unberührt lässt. Vor allem untenrum.
Wie wär’s mal wieder mit einem neuen Prestigeobjekt?

‚Vergiss nie die vielen aufregenden Vorteile einer jungen Frau, die dich will…‘

Auf hart und dreckig stehe ich besonders, aber auch nicht immer. Außerdem unterhalte ich mich gern über alles und rede auch über Sex, wenn ich anderen dabei in die Augen schaue.

Eigentlich bin ich ziemlich tabulos. Aber damit dürftest ja keiner Probleme haben, stimmt’s?

Und ich habe genug Selbstbewusstsein für…für alles.

Ich weiß nicht, inwiefern man sich von mir sexuell belästigt fühlt, aber für meine Meinung kann ich mich nicht entschuldigen. 
*Quelle: alter Notizzettel 


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Actually me.

Jemand und Gin 2


[…]

Doch irgendwann in der Nacht wache ich von einem leisen Piepen auf. Ich bin sofort hellwach und schalte die Lampe auf dem Fensterbrett an. Es ist 2:37 Uhr, als ich auf den Wecker neben mir schaue. Ich wundere mich und weiß im ersten Moment nicht, was das für ein komisches Piepen war. Als ich auf mein Handy gucken möchte, merke ich, dass es nicht angeht, obwohl es am Abend voll aufgeladen war. Vor dem Schlafen zeigte es 100% an. Und jetzt? Ich versuche es mehrmals anzukriegen. Aber es funktioniert nicht und ich vermute, dass der Akku tatsächlich leer ist, ohne Grund. Das Piepen war also nur der Hinweis, dass sich das Handy gleich ausschaltet. 

Danach fühle ich mich seltsam und mir wird kalt. Mehrere Minuten sitze ich verwundert im Bett und beobachte meine Umgebung. Ich starre zur Tür oder warte darauf, dass ich im Augenwinkel irgendeinen Schatten sehe. Es passiert nichts. Ich denke noch ein paar Minuten darüber nach, dass sich Akkus nicht ohne Grund leerfressen. Aber letztendlich macht es keinen Sinn, weiter darüber nachzudenken. Ich lasse einfach das Licht an, damit das unangenehme Gefühl in mir nicht zu stark wird. Mit Licht fühlt man sich irgendwie besser. Wahrscheinlich brauche ich tatsächlich diesen Marienkäfer, der bunte Sterne an die Wand wirft, damit ich beruhigter einschlafen kann.
Irgendwie will ich meiner Freundin noch schreiben, dass hier gerade merkwürdige Dinge passieren, aber ich bin schlau genug, um mir die Nachricht zu verkneifen. Erstens, weil sie schläft und zweitens, weil es gar nicht so schlimm ist. Eigentlich wäre es doch super interessant, wenn mal etwas Gruseliges passiert und ich mittendrin bin.
Am nächsten Morgen frage ich mich, ob das wieder so ein Traum war. Manche Leute klagen ja über mirtazapininduzierte Alpträume und überraschendem Übergewicht. Aber als ich sehe, dass das Handy immer noch leer ist, weiß ich, dass ich nicht geträumt habe. Das heißt, der wahre Traum vom eingebildeten Feueralarm bleibt auf Platz eins.
Ich hole mein Ladegerät und mein Handy frisst frische Energie aus der Küchensteckdose neben dem Kaffeeautomaten. Ansonsten lasse ich das Handy erst einmal aus. Irgendwie bin ich heute zu entspannt, um neugierig auf neue Nachrichten zu sein. Ich bin froh, wenn mir öfter mal einiges egal ist und ich nicht unter Spannung stehe. Deswegen mache ich heute alles in Ruhe. In Ruhe anziehen, in Ruhe schminken und in Ruhe essen. Vanille-Soyamilch und Kellogg’s, dazu Kaffee und Schokocappuccino. Das Tolle daran: Das Frühstück macht fast den ganzen Tag satt. Oder weil ich einfach nichts brauche. 

Der Morgen vergeht schnell und gegen Mittag leuchtet die grüne Lampe auf meinem Handy. Fertig geladen. Ich schalte das Handy an, worauf es kurz vibriert und sich langsam hochfährt. Code eingeben, warten. Wenn ich ungeduldig bin, dauert mir all das zu lange. Aber inzwischen habe ich mehr Ahnung von Geduld. 
Als die Internetverbindung hergestellt ist, treffen viele Nachrichten auf einmal ein. Alle von meinem Lieblingsmann aus Berlin. Ich bin sehr überrascht über die ganzen Nachrichten und freue mich schon, sie zu lesen. Vielleicht weiß er ja nun genau, wann wir uns treffen können oder er hat noch ein paar andere Ideen. Als ich im Chat nachschauen will, ist keine neue Nachricht zu finden. Auch sein Profilbild ist weg. Mir wird ganz anders. Was soll das denn jetzt? Und vor allem: Was ist mit den vielen Nachrichten, die auf dem Display erschienen? Die können doch nicht einfach weg sein. Ich klicke auf die leere Stelle, wo sonst das Profilbild erscheint. Kein Status. Nur die Daten, die ich gespeichert habe. 

Ich lese die letzte Nachricht: ‚Wann wollen wir uns treffen?‘ Die Nachricht, die ich gestern Abend schrieb. Er hat sie gelesen. Und dann? 

Ich schreibe eine kurze Nachricht, um zu gucken, ob sie durchkommt.

‚Hey‘

Natürlich erscheint nur ein graues Häkchen, welches auch eine Stunde noch einsam und grau ist. 
Ich rufe meine Freundin an und sie nimmt gleich ab.

„Hallo?“

„Hey, hallo…ich bin’s..“

„Ja, dachte ich mir schon. Ist irgendwas bei dir passiert?“

„Ja, mir geht’s scheiße.“

„Was ist denn, Süße?“

„Ach, ganz komisch alles. Letzte Nacht ist mein Handy einfach so abgekackt. Akku leer…und heute ist der Typ einfach so verschwunden.“

„Wie jetzt? Was für’n Typ?“

„Na der, von dem ich dir erzählt hab, letztens..“

„Ach so, ja, ich weiß. Warum, was ist denn passiert?“

„Vorhin hatte ich ganz viele Nachrichten von ihm auf dem Display und als ich nachgucken wollte, war alles weg. Total komisch.“

„Hmm? Wie geht das denn? Bist du sicher, dass die von ihm waren?“

„Ja, klar…aber nun steht da nur meine letzte Nachricht von gestern. Und anscheinend hat er mich blockiert, ohne Grund. Versteh ich nicht.“

„Das ist ja komisch. Vielleicht ist es nur eine technische Störung oder so. Warte erstmal ab.“

„Glaub ich nicht. Das war noch nie so.“

„Hmm. Aber mehr kannst du wohl erstmal nicht machen. Oder du versuchst mal, ihn anzurufen?“

„Ja, könnte ich vielleicht noch probieren. Aber bin da nicht so ein Fan von. Du weißt doch, dass ich nicht so auf Telen stehe.“

„Probier’s doch einfach mal. Dann siehst du, was passiert.“

„Ja, okay, dann mach ich das gleich mal. Ich schreib dir dann.“

„Okay, bis gleich. Wird schon!“

„Ja, hoffe ich…“

Ich drücke meine Freundin schnell weg, um dann ihren Tipp zu testen und bin dabei ganz aufgeregt. Irgendwie schnürt mir die Situation gerade den Hals gewaltig zu. Auf jeden Fall fühle ich mich unwohl, als ich seine Nummer anklicke. Ich mag sowas nicht. Aber immer noch besser als diese bescheuerte Unwissenheit, auf die ich noch weniger stehe.
Es klingelt einmal und dann geht sein Anrufbeantworter an. Scheiße! Das ist doch ein eindeutiges Zeichen, dass ich auf der BlackList stehe!

Ich schreibe meiner Freundin: Blockiert.
Sie antwortet nur mit: Waaaaaaas???!?!?!??????

Und ich denke nur: WARUM?

Ich gehe gedanklich die letzten tollen Wochen durch und ich erinnere mich an nichts Negatives. Es ist nichts passiert. 

Dann gucke ich mein ganzes Handy durch und versuche die Nachrichten, die kurz auf dem Display erschienen, per Suchfunktion zu finden. Mein Handy findet nur die Texte, die ich schon kannte. Nichts Neues. Ich lese mir die alten Nachrichten durch und komme sofort wieder ins Schwärmen. Umso weniger verstehe ich die Blockierung. Ich starre das leere Profilbild an, als könnte ich damit etwas bezwecken. 

Impulsgesteuert wie früher, setze ich mich in den nächsten Zug, der alle zwei Stunden nach Berlin durchfährt. Selbst, wenn ich mein Auto im vergangenen Herbst nicht zu Schrott gefahren hätte, hätte ich es heute nicht angerührt. Man sollte die Hände von Autos lassen, so lange man sich angepisst fühlt. Mein Fahrschullehrer konnte mir das damals leider nicht glaubhaft beibringen. 
Ich saß im Zug, wie ich gerade war. Manchmal ist es einfach nicht nötig, sich Gedanken über die passenden Klamotten und Schmuck zu machen. Manchmal reicht es, wenn man einfach so ist, wie man ist. Ohne Gedanken. Zerstreut beschreibt den richtigen Ausdruck für meinen Zustand im Zug. Eigentlich denke ich nichts. Ich denke nicht mehr, als: warum. 
Mein Handy bleibt reaktionslos. Der blockierte Kontakt, alias ich, bewegt sich nun selbständig nach Berlin. Ohne zu wissen, was dann passiert. Naiv ohne Konsequenz. 

Nach einigen Stunden sitze ich tatsächlich auf einer Bank beim Alexanderplatz. Die wichtigsten Anlaufstellen befinden sich gleich in der Nähe: Essen, Kino und Hotel. Ich weiß noch nicht, ob ich ein Hotel brauche. Aber immerhin ist es schon abends. 
Eigentlich weiß ich nun gar nicht, was ich machen soll. Ein wenig verloren bin ich in Berlin schon. Manchmal. Es dauert nicht lange, bis ich nach und nach von Leuten angesprochen werde, die Geld haben wollen. War ja irgendwie klar. Aber da ich kein Bargeld dabei habe, kann ich nicht viel machen. Im Nachhinein bemerke ich, wie die Leute hübsche Handys aus ihren Hosentaschen ziehen und recht gut angezogen sind. So so.

Aber was mache ich jetzt? Auf meinem Handy tut sich nichts. Das Einzige, was ich tun kann, ist, mir ein Taxi zu rufen und zu der Adresse zu fahren, wo mein Lieblingsmann wohnt. Aus genau dem Grund bin ich schließlich nach Berlin gefahren. Und jetzt werde ich nervös. Ob das so eine gute Idee ist? Wer weiß, was mich dort erwartet und ob ich das alles sehen will. Aber okay, was habe ich schon zu verlieren? Eventuell meine Hoffnung. Aber die könnte ich auch woanders wiedergewinnen, wenn ich mich mehr anstrengen und mehr Männern ein winzige Chance geben würde. 
– Zeitverschwendung – 

Ein Taxifahrer parkt direkt in meiner Nähe und wartet auf mich. Ich sage ihm, wo es hingehen soll und er nickt. Nach zwanzig Minuten sind wir da. 
Ich stehe vor der Tür meiner Zieladresse. 

Meine innere Stimme sagt: Alles egal, alles egal. Und ich versuche ihr zu glauben. 

Alles egal. 

Die Haustür unten ist auf und ich gehe hinein, ohne zu zögern. Es ist nur ein Haus mit Menschen drin. Als ob mich sowas schon jemals gestört hätte. An jeder Tür steht ein Name dran, auch völlig normal. Bis ich vor der wichtigsten Tür stehe – seiner Tür. Mich schaudert es ein wenig. Schließlich bin ich diejenige, die unangemeldet davor steht. Ich komme mir sofort illegal vor und es würde sich verboten anfühlen, wenn ich gleich klingeln würde. Aber wofür habe ich mir sonst den weiten Weg gemacht? Eigentlich ist es doch echt egal, was ich in den nächsten Minuten tun werde. Es kann nur gut oder schlecht werden, denn dazwischen gibt es nichts. Es gibt nur zwei Optionen. 

Ja oder nein.

An der Tür hängt nichts weiter, bis auf das Schild mit dem Namen drauf. Die Tür macht auf mich einen kalten Eindruck. Irgendwie versucht sie mich auf Abstand zu halten. Wenn ich mich noch weiter in die Sache hineinsteigere, warnt sie mich sogar davor, zu klingeln. Ich kneife die Augen zusammen und meine Stirn faltet sich automatisch, um meine Mimik noch kritischer darzustellen. 
Dann läuft eine Person aus dem Haus an mir entlang. Es ist ein Mann, er bemerkt wohl meinen Gesichtsausdruck und fragt: „Suchst du irgendwas?“

Warum du, ist mein erster Gedanke. Sehe ich wie ‚du‘ aus…? Das wäre ja keine Überraschung, nach all den Jahren des Nicht-Alterns.
„Nein, ich überlege nur.“

Ich fühle mich gerade wie in einem Laden, in dem mich die Verkäuferin nach meinen Vorlieben fragt und mich dringend beraten möchte.

Der Mann geht wieder. Er kann nichts für mich tun. 

Ich bleibe vor der Tür und überlege mir die Fortsetzung. Es liegt an mir, was ich aus dieser Sache mache, denn mein Lieblingsmann ignoriert mich. Auf meinem Handy tut sich weiterhin nichts. 

Okay, ich bewege meine Finger vorsichtig in Richtung Klingel. Gleich wird alles noch illegaler. Die Klingel ist der letzte Schritt, der mir helfen kann. Mein Zeigefinger berührt den Knopf, nur das Drücken fällt noch schwer. Dann, ganz langsam, drücke ich den Knopf rein und ich weiß nun, wie es sich anfühlt, wenn man bewusst die Backenzähne fest aufeinanderpresst. 
Irgendwie ist das gerade eine ziemlich unangenehme Situation und mein Herz rebelliert auf jeden Fall. Alles ist ganz leise, ich höre nichts von drinnen. Vielleicht ist er nicht da. Kann sein, dass er arbeitet und nicht zu Hause ist. Ich warte angespannte zwei Minuten, bis mir klar wird, dass niemand zu Hause ist. Klar könnte ich nun etwas durchatmen, aber ich bin dennoch wie erstarrt und mein Herz kriegt sich eh nicht so schnell ein, wenn es aufregend wird. 

Dann höre ich, wie sich jemand annähert und ich denke, dass es wieder einer der Nachbarn ist. Ich möchte sehen, ob es wieder der Mann von eben ist und drehe mich um. Und dann steht plötzlich der Mann aus Berlin vor mir, wegen dem ich hier bin. 
[…]

fuck mind.

Was gerade in mir vorgeht? – selbstverständlich alles!

Mein Körper denkt, dass er momentan ein Kind kriegt. Er hat den ganzen Tag Hunger und zwingt mich dazu, Dinge zu essen, die ich sonst nur selten esse. Warum habe ich plötzlich Appetit auf Rotkohl und Muscheln in CurrySauce? Sobald ich zu Hause bin, sind diese Gelüste wieder verflogen und ich esse nur Miniportionen, weil ich Essen nicht leiden kann. Manchmal würde ich Nahrung sogar als meinen Feind bezeichnen, weil sie nicht zu mir gehört. Aber meist schleicht sich dann irgendwo eine kleine gutmütige Balance ein und flüstert mir zu, dass Essen gesund ist und ein Apfel nicht so viel schadet, wie gar keiner. 

Ich habe Hitzewallungen, enorm viel Energie und warme Marmeladenflecken in der Hose. Mein Körper trifft also Vorbereitungen, auf eine Umstellung, die in den nächsten Monaten überhaupt nicht stattfinden wird. Außerdem hat er ständig Lust auf Sex und bringt mich dazu, in fast jeder Situation anzüglich zu werden. Ich gucke jedem alten Typen, der offensichtlich vergeben ist, hinterher und lächele ihn leicht an. Mir egal, was er denkt. Auch wenn ich gar nichts von ihm will, weil er eigentlich gar nicht mein Typ ist, äußerlich und innerlich definitiv sowieso nicht. Das bringt nicht jeder, mir zu gefallen. Und trotzdem lasse ich es gerne drauf ankommen. Flirten, ohne etwas vom anderen zu wollen. Einfach um zu sehen, was passiert und ob was zurückkommt. Meist ist es spannend. Erst gucken die Männer weg und dann beobachte ich, wie sie aus der Ferne nonverbal doch Kontakt aufnehmen. Dann habe ich gewonnen und sie verloren. Es ist ein interessantes Spiel und umso besser, wenn die Freundin es mitkriegt, was meist der Fall ist. Es tut mir nicht Leid, wenn ich mit meinen Reizen spiele und Männer schwach werden. 

Aber eigentlich ist mir das gerade alles ziemlich egal, weil ich mich eher frage, warum mein Körper so doof herumspinnt und mir falsche Fakten vorgaukelt. Wenn es wieder so ein (Hormon)Schub ist, dann hasse ich ihn. Es ist nicht schön, gleichzeitig östrogen- & testosterongesteuert zu sein. Oder vielleicht bin das einfach nur ich, denn ehrlich nachgedacht kenne ich mich kaum anders, nur an manchen Tagen fällt es mir besonders auf, weil es dann stärker zum Vorschein kommt. Es sind Schwankungen, aber keine Stimmungsschwankungen, sondern etwas anderes. Etwas, das viel tiefgründiger ist. Aber ich weiß nicht, was. Wahrscheinlich ruhen latente Erziehungsfehler in mir, die meinen ganzen Charakter krank gemacht haben. 
Wenn ich vom jetzigen Wochenende rede, ist alles total super und total komisch,… wie immer. Nur dass meine Hormone – oder was auch immer – gerade stark durchdrehen, verstört mich ziemlich. Ständig geil durch die Gegend laufen, macht nicht jeden Tag Spaß, sondern strengt an. Man spürt eine gewisse Unruhe, die mit diesem einen Wort noch nicht einmal verständlich beschrieben ist. Es ist mehr, als innere Unruhe. Irgendwann fühlt man sich erschöpft und hat im gleichen Moment wieder extrem Lust auf Sex. 

Vielleicht befinde ich mich gerade in einer manischen Fake-Schwangerschaftsepisode und ich weiß nicht, ob ich wirklich will, dass es wieder aufhört. Weil es eigentlich auch toll ist, nicht besonders prüde zu sein und mein Körper sexuellen Bereitschaftsdienst leistet. Permanent. Vor allem weil ich nicht jede Frau bin,..sondern anders bin, als die Mehrheit. Und das macht mich wiederum glücklich. 

Letzte Nacht hatte ich Nachtschicht. Arbeit ist meist eine gute Ablenkung, wenn man nass zwischen den Beinen ist. Wenn ich nur nicht ständig die Angst hätte, dass meine Marmelade unbemerkt durch die weiße Baumwollhose sickert, wenn ich zwei Stunden damit beschäftigt bin, im Sitzen Tabletten zu stellen und zu konzentriert bin, um aufs Klo zu wollen. Die Lage im Schritt checke ich meistens erst, wenn ich Feierabend habe. Dann merke ich erst, wie knapp es war, untenrum aufzufliegen.

Eigentlich wollte ich heute Abend nach dem Kino eine ganze Flasche Sekt trinken, um mich mal wieder etwas anders zu fühlen. Vielleicht ist Sekt gut gegen undefinierbare Unruhezustände. Am besten noch mit 100mg Stangyl dazu. Ich glaube, das würde mich komplett runterbringen von meinem überhöhten Energieniveau. Aber auf solche Ideen komme ich erst gar nicht, weil schon eine Tablette ohne Sekt reicht, um mich für zwei Tage lahmzulegen. Nie wieder. Ich fühlte mich wie blaue Zuckerwatte mit Salz und Pfeffer. Und obendrein rief die Chefin an, um mich spontan zwei Stunden früher in den Dienst zu holen, weil jemand krank wurde. Oh happy day.

Worüber ich mich heute sehr freute war die Freikarte im Kino und dass die Ralph Lauren Strickhandschuhe tatsächlich touchscreenkompatibel sind. Endlich mal Handschuhe die sich mit Technik verstehen. 
Was ich nun mit der restlichen Nacht anfange, ist noch fraglich. Vielleicht mache ich ja doch die Flasche Sekt auf, ohne sie gleich auszutrinken. Ein Glas könnte zumindest nicht schaden und wenn ich gut bin, kümmere ich mich anschließend noch um meine Studienaufgabe, auf die ich diesmal überhaupt nicht stehe: Kinderkrimi. Ein weiches Thema für infantile Erwachsene. Was wäre, wenn ich eine Runde im Dark Web surfe….? Das würde meinen neugierigen Geist mit kriminellen Ideen für eine gelungene Story bereichern.

Flucht ins Kino 


Welch seltsamer, emotional belastender Tag, der nun endlich zu Ende ist.
Wobei ich mich vor einem Jahr noch auf dem Rückweg nach Hause befand, mit Anflügen von Übelkeit im Zug. Ich erinnere mich gerade genau, wie der Apfelsaft-Gin mir dort fast zum Verhängnis wurde, ich mich jedoch beherrschen konnte, indem ich mich auf die Musik aus meinen Ohrstöpseln konzentrierte. Danach machte ich mitten in der Nacht einen Spaziergang vom Bahnhof nach Hause, da keine Straßenbahn mehr fuhr. Somit hatte ich auch gleich genug frische Luft. War ein gutes Mittel gegen die Übelkeit, die zu Hause ihren Ausbruch im Klo fand. Schönes Treffen, schöne Nacht. Herrlich. Da war noch alles in Ordnung.

Ich zelebrierte diesen gestrigen besonderen Samstag tatsächlich melancholisch im Bett, mit einer Duftkerze und im abgedunkelten Zimmer. Die Sonne schien sowieso nicht. Umso dunkler war es mit heruntergelassenem Rollo. Ich schwelgte in Gedanken und Erinnerungen. Viel zu viel. Und zugleich spürte ich diese gewisse Leere, die mich permanent erfüllt. Widersprüche gehören zu meinem Leben eben dazu, das ist meine Normalität. Ich wünschte, meine Gefühle wären insgesamt nicht so extrem, sondern auch normaler. Aber dann wäre ich vielleicht eine Langweilerin, was ich auch sehr ätzend fände. Langweilig mag ich nicht, war nie mein Ding.
Zwischendurch ging ich kurz shoppen, las drei kleine Kapitel eines spannenden Buches und zappte durch meinen iPod. Auch Lieblingssongs übersprang ich. Innerlich völlig unruhig und aufgewühlt. Ich fand in keiner Tätigkeit Ruhe, nicht einmal beim Mandala ausmalen. Nichts konnte mich gedanklich ablenken und nichts machte richtig Spaß, sondern endete in Zerfahrenheit. Schaute nur auf die Uhr und sah die Szenen des vergangenen Jahres. Wie krank sich das anhört,..oder? Ich klinge wie eine ewig verheiratete Witwe. Oder nach einer Frau, die nach zehn Jahren Beziehung wieder Single ist. Dabei handelt es sich in meinem Fall nur um ein dreistündiges Treffen. Kein Anlass für all diese dramatische Trauer. Und dennoch geht es mir so bescheuert. Vielleicht bin ich jetzt auch durch mit dem Thema, da ich schon dabei bin, mein unsinniges Verknalltsein hier in der Öffentlichkeit ins Lächerliche zu ziehen und es mir dadurch umso bewusster wird, wie dämlich es eigentlich ist. Aber es hat mich leider erwischt. Man erlebt ja auch mal krankhafte Episoden im Leben. Eigentlich eher auf Depressionen bezogen, aber bei mir nennt sich das anders. Emotional instabil…
Abends ging ich ins Kino. Alleine. Ich wusste, dass das die beste Idee ist, um anderen Input zu bekommen. Alleine in Gesellschaft fremder Mensche, zusammen in einem gemütlichen Kino ist immer eine gute Wahl. Kino ist mein zweites Wohnzimmer. Neben mir saß niemand und ich fühlte mich, bis auf das vereinzelte Popcorngeraschel, gut und ungestört. Der Gruselfilm lenkte mich komplett ab, obwohl er gar nicht so toll war. Aber es reichte und es war besser für mich, den Abend nicht alleine zu Hause zu verbringen. Sonst hätte ich diesen nur stumm im Bett verbracht und hätte wieder teilnahmslos die Decke angestarrt. Ich musste unbedingt herauskommen aus diesem Stumpfsinn. Gegen 23 Uhr kam ich nach Hause und war froh, als dieser schräge Tag fast vorbei war. Die letzte Stunde verbrachte ich mit Nachrichten schreiben..an Freunde, bei denen ich mich lange nicht mehr gemeldet habe. Mal wieder mit der Hoffnung auf Ablenkung. Mir war egal, was sie schrieben. Hauptsache, ich fühlte mich in dieser Stunde nicht so einsam. Was tut man nicht alles aus Verzweiflung. Shit. 
Ich hoffe, dass es mir bald besser geht und ich mich privat emotional wieder positiv verändere. Immer wieder rede ich mir ein, dass es keinen Grund gibt, traurig zu sein und dass alles gut so ist, wie es ist und dass andere tolle Männer auf mich warten. Es muss nur einfach mal richtig in meinem Hirn ankommen. Und in meinem Herzen. 

August, 1 Jahr später


Diese Seite verstummt, ich weiß. Eigentlich gibt es viel zu sagen, würde ich mich nicht so verdammt gelähmt fühlen. Innerlich. Alles ist lahm geworden, dabei passiert in meinem Leben so viel. So viel Aufregendes. Neuer Job, neue Figur, neues Aussehen – all sowas. Dinge, über die man sich freuen kann und die für viele Menschen erstrebenswert sind. Ich habe so vieles erreicht. Und dennoch: Richtig gut geht es mir seit einem Jahr nicht mehr. 
Eigentlich gibt es für diese starke Melancholie, die ich spüre, gar keinen Grund, weil eigentlich alles nahezu perfekt ist. Ich müsste also glücklich und fröhlich sein, den ganzen Tag lächeln…
Der Knackpunkt ist eigentlich. Eigentlich, eigentlich, eigentlich. Wie soll ich etwas erklären, für das es eigentlich keine vernünftige Erklärung gibt. Unvernünftig ist der passendste Ausdruck für mein Verhalten. Naiv, gar kindisch. Irgendwie. Etwas stimmt einfach nicht und dieser ewige Kreislauf nimmt kein Ende, weil das Erlebnis vom vergangenen Sommer so sehr an mir haftet. Es klebt an mir und ich kann mich nicht davon befreien. Dabei ist es so schädlich, an der Vergangenheit zu kleben. Weil sie nicht mehr aktuell ist und sich Dinge nicht mehr rückgängig machen lassen. 

Was zurückbleibt ist Zerstreuung. Ich versuche mich jeden Zag zu ordnen, aber bis jetzt habe ich es an keinem Tag geschafft. Zumindest nie so, wie es sein sollte. Ich sollte in der Gegenwart leben und nicht jeden Abend in diese Traurigkeit und Sehnsucht abdriften. So gut ich mich jeden Tag auch ablenke, es funktioniert niemals vollständig. Die Wehmut findet immer zurück zu mir. Dann liege ich im Bett, starre minutenlang Gegenstände an und verschwinde in der Verlorenheit. Das passiert mir immer häufiger, dass ich einfach nur daliege und gar nichts tue. Oder morgens schlecht aus dem Bett komme und immer wieder die Decke über den Kopf ziehe, um im Dunkeln zu liegen. Oder die Rollos den ganzen Tag unten zu lassen, weil mir die Dunkelheit mehr zusagt und mein Innerstes widerspiegelt. Ich fühle mich wohl im Dunkeln. Vor einem Jahr war das noch anders. Da war ich energiegeladener und nicht so komisch drauf, wie jetzt. Mein jetziger Zustand beschreibt eher den Rückzug, der von der völligen Isolation trotzdem noch weit genug entfernt ist, denke ich.

Heute, vor genau einem Jahr hatte ich dieses Treffen, das mich emotional so sehr veränderte, dass ich mich kaum noch mit früher vergleichen kann. Manche Erlebnisse sind einfach einschneidend, auch wenn es übertrieben scheint, zu behaupten, dass man sich sofort in jemanden ‚verlieben‘ kann. Aber irgendwie kann man es. Obwohl es mehr als absurd klingt. Ich weiß…
Dabei ging das Treffen nur knapp drei Stunden und ich wurde danach aus ‚geschäftlichen‘ Gründen nach Hause geschickt. Ich wurde sogar fast vor die Straße gesetzt, ohne zu wissen, ob ich mit dem Zug noch um die Zeit nach Hause komme. Aber er war so nett und fuhr mich dann doch noch zum Bahnhof, nachdem ich mich so hilflos und weinerlich verhielt. Klingt also nicht gerade nach einem Super-Date. Genau das ist eben das Absurde daran. Eigentlich hat nichts weiter stattgefunden als: Abholen/Bahnhof/Spaziergang – Erzählen/Gin/Blickkontakt – Verabschieden/Vespa/Bahnhof. Jeder Part davon dauerte aufgeteilt also jeweils eine Stunde. Und der Blickkontakt hat es mir am meisten angetan. 

Alles so banal, und doch so wahnsinnig gravierend für mich. Weil er mich so verdammt anzog, mit allem. Seiner Persönlichkeit, seinem Aussehen, seinem Charakter.. Und dass, obwohl ich ihn so gut wie gar nicht kannte, sondern nur erahnen konnte, wie er wohl wäre,..mit all meiner Menschenkenntnis war ich der Annahme, mir von vornherein ein exaktes Bild von ihm machen zu können. Welch dummer Gedanke,..eigentlich.
Es klingt alles so schwachsinnig, obwohl ich meine Gefühle und Gedanken damit nicht verleugnen möchte. Weil sie immer noch so präsent sind, wie damals. Meine Gefühle sind immer noch da, trotz all der Umstände. 

Klar fand ich es nicht toll, als ich nach drei Stunden spontan nach Hause geschickt wurde, trotz seines tollen Gästezimmers. Aber es hatte nichts mit mir zu tun, sondern mit einem Meeting, das sich ziemlich rasch via PC aufdrängelte. Wie auch immer..Vielleicht gab es im Nachhinein doch ganz andere Gründe. Wahrscheinlich war er auch zu dem Zeitpunkt schon in einer Beziehung. Ich habe keine Ahnung. Immerhin sagte er später oft genug, er sei vieles nicht wert. Schon gar nicht, dass ich ihn mag und ihn so begehre. Entweder litt er an falscher Bescheidenheit oder weil er wusste, dass er gerne mal Frauen betrügt. Ich wüsste gerne, was damals genau passierte. Eigentlich wüsste ich am liebsten noch viel mehr über ihn. Ich hätte ich so gerne kennengelernt, insgesamt. 
Heute vor einem Jahr war noch alles in Ordnung. Ein gewöhnlicher Samstagvormittag mit meinen Lieblings-TV-Serien und einer gewaltigen Portion Aufregung. Nebenbei texteten wir miteinander und erzählten davon, was wir alles miteinander vorhatten an diesem Abend. 
Alles war super und klang eindeutig nach Happy End. Etwas anderes wäre undenkbar gewesen, da alles zwischen uns perfekt war. 

Heute weiß ich, dass es perfekt nicht mehr gibt. Er war perfekt. Aber seit ungefähr zwei Monaten brach er den Kontakt ab, da er meine seltsamen Liebeserklärungen und mein bettelndes Verhalten nicht mehr länger ertrug. Verständlich. Warum habe ich mich nicht endlich mal zusammen gerissen? Er ist schließlich in einer Beziehung und scheint diese Frau mehr zu mögen, als mich. Denn wäre es anders, hätte er sich für mich entschieden. Dieser Fakt schmerzt. Seit zwei Monaten wohne ich auf seiner Blockierliste, da ich es einfach nicht verstehen wollte, dass er jeglichen Kontakt zu mir ablehnte. Da es nicht gut für ihn war und für mich sowieso nicht. Leider wollte ich nichts davon verstehen. Ich lebte immer noch in der Überzeugung, ihn umstimmen zu können. 

Es schmerzt. Kein Kontakt mehr, keine Möglichkeiten, kein Wiedersehen. Nie mehr. Dabei versprach er mir, dass wir uns im August wiedersehen. Ein Jahr später, ganz unverbindlich. Kaffee trinken, ganz kurz. Hauptsache, wir sehen uns. Aber daraus wurde nichts und meine Traurigkeit wuchs dadurch umso mehr. Wie sehr hatte ich mich auf dieses Treffen gefreut…jeder einzelne Moment hätte für mich gezählt und mich glücklich gemacht. Jede Sekunde ist wertvoll.
Seitdem herrscht in mir Leere, emotionale Leere. Diesen Abbruch verkrafte ich nicht. Ich spüre genau, dass er mir extrem fehlt. Mir fehlt diese eigentlich fremde Person, die immer zu mir sagte, er wäre eine Projektion. So etwas, wie ein Fantasiegebilde. Vielleicht war er das auch, und dennoch kann ich ihm nicht zustimmen. Für mich war er mehr. Manche Männer muss man nicht kennen, um zu wissen, dass sie die richtigen sind. Man weiß es einfach aus dem Herzen. 

Diese Story hört sich nach einem einzigen Chaos an. Und ja, es gibt tatsächlich kaum Worte und eine Erklärung dazu. Für mich ist es auch Chaos. Diese Story ist einfach nur Gefühl und beinhaltet diese starke unerfüllte Sehnsucht, die vielleicht niemand mehr stillen kann. Es ist schwer. 
Dieses Treffen spielt sich in meinem Kopf jedes Mal wie ein Film ab. Gerade heute. Ich erinnere mich genau daran, was ich wann getan habe, wann ich wann wo war… Dieser ganze Tag ist komplett in mir abgespeichert, mit all seinen Szenen und Wort- und Gedankenfetzen. Ich habe nur Schnipsel im Kopf. Auch der damalige Chat schläft auf meinem Handy. Alles ist so frisch, obwohl es schon ein Jahr her ist und ich frage mich, ob ich jemals aus dieser Endlosschleife flüchten kann, wenn ich doch so sehr an ihm hänge. Obwohl es überhaupt gar nichts bringt. Aber diesen Gedanken verdränge ich…