Lass‘ mich träumen

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Von dem Tag, an dem wir zusammen in der Sonne sitzen und alles so normal ist, als wäre es nie anders gewesen.
Ein Tag, der sich anfühlt, als würden wir uns ewig kennen, obwohl wir uns zum ersten Mal begegnen.
Angefangen mit einer Begrüßung und einer Umarmung die mehr sagt, als jedes Wort, das je gesprochen wurde.
Wir sehen uns an und spüren diese Anziehung, die uns für einen Moment unzertrennlich macht.
Ein Moment, der mindestens eine Weile anhält und vielleicht auch länger.

Lass‘ mich träumen vom blau-weiß gestreiften Strandkorb am Meer in dem wir sitzen und Eis essen.
Wir hören leise den Möwen und dem Wasser zu und schauen in den Himmel, der keine Wolke verloren hat.
Wir genießen den warmen Sand, der unsere Füße bedeckt und den Sonnenbrand, den uns die Sonne verpasst.
Wir reden und lachen den ganzen Tag, wobei ich feststelle, dass sich deine Stimme in echt noch viel besser anhört, als aus den Kopfhörern mit denen ich abends oft einschlafe.

Lass‘ mich träumen von der Nacht, in der wir nackt Arm in Arm zusammen im Bett liegen.
Die Nacht, in der du mit mir schläfst und mich zum ersten Mal völlig fallen lasse.
Dein Atem ist meinem Gesicht so nah, dass ich anfange zu zittern.
Weil dieses Gefühl von tiefster Verbundenheit und Nähe mich schwach werden lässt.
Ich schließe meine Augen, um dich noch inniger mit allen Sinnen zu spüren.
Dich spüren zu dürfen ist das Beste, was du mir antun kannst.

Lass‘ mich träumen, dass ich in dieser Nacht dein kleiner Engel bin, der dich überall zärtlich küsst und berührt. Dir jeden Wunsch von den Lippen abliest und dir zeigt, wie sehr er dich begehrt.
Der Engel, der alles tut, was du willst und den du nie verletzen wirst, weil du es nicht kannst.

 

Alles und Nichts

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Manchmal denkt man, man hat alles.
Und manchmal denkt man, man hat nichts.
Alles gewonnen und soeben zerronnen.

Manchmal fühlt man sich, wie der tollste Mensch auf der Welt.
Und manchmal fühlt man sich wie ein stummer Niemand.
Ein lachender Schatten seiner selbst.

Manchmal hat man all diese Gefühle an einem Tag.
Und manchmal ganz lange nicht.
Ein phasenweises Ballungsgebiet von Emotionen.

Manchmal meinen es alle gut mit dir.
Und manchmal wirst du nur belogen.
Ein Haufen wohlwollender Heuchler, die sagen, sie wären deine Freunde.

Am Ende ist alles nur eine Täuschung.

Vom Ende einer Liebe

 

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Auf einmal ist alles anders, ziemlich plötzlich und unerwartet.

Wir sitzen bei mir in der Wohnung und haben uns scheinbar viel zu erzählen. Die Stimmung ist locker, dank Bier, TV und meiner verspielten Katze. Wir lachen und verstehen uns super und dennoch ist es irgendwie anders geworden, nach all der Zeit, in der wir uns nicht sahen, weil du dich für eine andere Frau entschieden hast, was ich natürlich nie verstanden habe.

Damals hat mich das zutiefst verletzt, weil ich unendlich in dich verliebt war. Das ist knapp zwei Jahre her und das Leben ging einfach ohne dich weiter. Chaotisch, wild und fröhlich mit viel Schmerz, aber auch Freude und neuen wichtigen Erfahrungen.
Wenn wir uns jetzt sehen, ist alles anders. Wir sind zwei Singles, die nicht mehr zueinander finden werden. Man kann sich tatsächlich auseinander leben, was auch mir nun bewusst wird.
Wir sind uns fremd geworden und leben in zwei verschiedenen Welten, die sich fern sind.
Kein Kribbeln mehr, keine Aufregung, noch nicht einmal Vorfreude erfüllt mich, wenn wir uns spontan verabreden.
Wenn du da bist, bist du da. Wenn du nicht da bist, ist es auch nicht besonders schlimm. Die Gefühle sind so neutral geworden, dass sie weg sind und nicht mal mehr im Geringsten auftauchen.

Ich schaue dich an und warte, was in mir passiert. Nichts. Kaum zu glauben, dass ich damals schon beim ersten Anblick ausgeflippt bin und dabei total nervös wurde.
Ich kuschel mich an dich und warte, was passiert. Auch nichts.
Egal, was ich tue, es passiert nichts, nichts und nichts.
Vom Küssen brauche ich erst gar nicht zu reden und alles andere erübrigt sich damit auch.

Bin erstaunt, wie gut sich mein Herz in der Zeit regeneriert hat, obwohl es einen völligen Totalschaden erlitt.
Es hat sich so stark regeneriert, dass es kaum noch in der Lage ist, für jemand anderen euphorisch zu schlagen und es potentielle Partner vermutlich leider recht schwer bei mir haben.
Es ist verschlossen. Vielleicht so eine Art Selbstschutz? In Verbindung mit meinem schwarzen Humor?
Bestimmt.
Oder es gibt wirklich DEN Mann, der den Schlüssel zu meinem Herzen längst bei sich trägt, aber das Schloss, also mich, noch nicht gefunden hat.
Mein ‚Ex‘ ist es jedenfalls nicht.

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Mädel, du hast eine Winterdepression

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Dabei haben wir momentan gar keinen richtigen Winter, sondern eher einen kalten Frühling.
Trotzdem ändert das nichts an meinem derzeitigen Gemütszustand.
Ich könnte bei dem Wetter täglich Sport machen, wie sonst auch.
Aber ich finde jeden Tag einen anderen überzeugenden Grund, es nicht zu tun.

Irgendwie habe ich das neue Jahr noch nicht verinnerlicht.
2014? Nein.
Ich fühle mich, als wurde ich vom alten ins neue Jahr geschleudert, ohne es gewollt zu haben. Seitdem empfinde ich alles, was ich tue, als komisch. Dabei sind es genau die Dinge, die ich sonst auch getan habe und viel Spaß daran hatte. Eine Erfüllung in den Dingen sah, die ich täglich mit großem Eifer tue. Aber nun werde ich von der Farbe schwarz umhüllt. Geschmückt mit einzelnen Glitzerpailletten.

Auch geht mir diese ewige Dunkelheit inzwischen völlig auf die Nerven. Ich weiß gar nicht, wie die Leute das in Finnland aushalten. Wahrscheinlich genauso wenig, weswegen die Selbstmordrate entsprechend hoch ist.
Eine Weile ist es schön, wenn es früh dunkel wird, man seine Fensterbeleuchtung anschmeißt und zu Hause überall Duft-Kerzen anzündet. Nun sind alle übrigen Kerzen abgebrannt, die Düfte verflogen und ich vermisse die Sonne.

Dennoch bessert sich meine Stimmung im Laufe des Abends und ich komme in Hochform, werde aktiv bis spät in die Nacht. Bis ich dann irgendwann einschlafe und gegen Mittag wieder matschig aufwache. Gar keine Lust, aufzustehen. Manchmal denke ich, ich könnte den ganzen Tag schlafen oder halbwach im Bett liegen bleiben.
Bis meine innere Stimme mir zuflüstert: „Lass‘ dich nicht gehen! Das Bett ist keine Lösung!“

Also stehe ich unmotiviert auf, füttere meine hungrige Katze und gehe schwermütig ins Bad.
Der erste Blick in den Spiegel ist vernichtend. Auf einmal habe ich an meinem ganzen Gesicht etwas auszusetzen. Bin unzufrieden, mit mir, meinem Körper und meinem Leben. Momentan kann ich es mir selber überhaupt nicht recht machen, obwohl ich im Normalzustand von meinem Leben schwärme oder es zumindest echt toll finde.

Beim Schminken versuche ich dann das Beste aus meinem Gesicht herauszuholen.
Bis mein Blick auf meine Haare fällt. Der nächste Schock folgt. Es kommen Fragen auf:
Ist das die richtige Frisur? Die passende Haarfarbe? Wie kann ich mich verändern?
Auch nachdem ich mir etliche Trendfrisurenmagazine angesehen habe, finde ich keine Antwort. Die Frauen darin sehen alle viel hübscher aus. Blah blah blah.

Also was mache ich nun? Genau, in die Küche gehen und mir etwas zu essen machen.
Natürlich nichts Gesundes. Schließlich habe ich Heißhunger auf alles, was süß ist und genug Fett hat. Auch das nervt mich gerade sehr. Ich bin gar nicht der Typ, der sich den ganzen Tag mit Essen beschäftigt.
Nach dem Essen bin ich dann genauso launisch wie davor. Diese Laune zieht sich dann in Höhen und Tiefen über den Tag.

Ich bin innerlich angespannt, spiele nervös mit meinen Fingern herum und denke auf meiner Couch intensiv über die Zukunft nach.
Eigentlich habe ich einen super Job. Aber eigentlich könnte ich auch etwas ganz anderes machen, was mehr zu mir passt. Unentschlossenheit.
Ja, solche Gedanken gehen mir durch den Kopf. Sie kommen und sie verschwinden. Am nächsten Tag kommen viele neue Gedanken, die bald wieder vergessen sind.

Es ist schlimm, sein inneres Gleichgewicht zu verlieren. Man fühlt sich elendig krank, gespickt mit Minderwertigkeitskomplexen.
Aber nach jedem Tief folgt ein Hoch.
Einen Joker habe ich noch: Ich bin ein Optimist, der auf der Flucht vor dem Pessimismus ist.