Bitch #3

…Fortsetzung…

Gegen 2 Uhr nachts kommt er wieder zurück und ich werde gleich wach, da ich mich nur in einem lockeren Halbschlaf befand. In Hotels kann ich nie richtig schlafen, so bequem die Betten auch sein mögen. Es dauert nicht lange und mein Chef steht neben mir am Bett. Er macht die Nachttischlampe an, um mich zu sehen. Dabei sieht er mein Nachthemd und sagt: „Was soll das, warum hast du das an? Du hast nackt zu sein, wenn ich da bin.“ 

Ich erinnere mich. Aber mir war so kalt und ich wollte nicht nackt im Bett liegen, zumal ich gar nicht wusste, wann er wiederkommt. Außerdem war es nur ein dünnes kurzes Nachthemd, das man schnell ausziehen kann. Sofort streift er mir das Nachthemd über den Kopf und wirft es auf den Boden.

Unsere Blicke haften aneinander. Ich nackt vor ihm und er angezogen. Er sieht nicht müde aus, im Gegensatz zu mir. Schließlich war es vorher angenehmer, ohne Licht. Meine Augen mögen lieber Dunkelheit. Mir ist die Nachttischlampe zu hell und mein Körper wird von dem Licht angestrahlt, das kann ich nicht leiden.
Wieder herrscht Schweigen und ich warte darauf, bis er etwas sagt und diese brennende Stille bricht. Aber er schaut mich nur an. 

„Leg dich hin und mach die Beine auseinander“, fordert er mich auf.

Ich gehorche und mein Körper zittert leicht, weil mir gleich wieder kalt wird. Wahrscheinlich, weil er mich anguckt und ich mich nicht verstecken kann. Ich bin schutzlos, wenn er da ist. Und gleichzeitig fühle ich mich auf eine Art bei ihm geborgen, weil er mir Schutz gibt. Nur in anderen Formen. Er ist mein Chef.

Er guckt mir zwischen die Beine und dann wieder hoch zu meinen Brüsten. 
„Steck dir deinen Finger in den Mund und lutsch daran herum“, befielt er.

Wäre ich Schauspielerin, wären seine Befehle sicher ein einfacheres Spiel für mich. Aber im Moment ist es teilweise noch ungewohnt. Ich brauche länger, um mich an etwas zu gewöhnen. Manchmal. Also stecke ich mir nach einem kurzen Zögern den Zeigefinger in den Mund und lutsche daran herum. Es erinnert mich ein bisschen an ganz früher. Ich mochte es immer gerne, etwas im Mund zu haben und meine Eltern bekamen es nur mit viel Mühe hin, es mir abzugewöhnen. 

„Und guck mich dabei an“, ergänzt er.

Ich versuche es und merke, dass es mich anmacht. Hätte ich vorher Alkohol getrunken, hätte ich sicher noch weniger Hemmungen und mir wäre wärmer.

„Und nun fass deine nasse Fotze an“, erwartet er von mir, während er immer noch an selber Stelle steht, ohne selbst aktiv zu werden. Er geilt sich an meinem Anblick auf.

Ich tue, was er sagt und er hat recht: ich bin nass. Trotz meiner Schüchternheit gefällt mir die Situation und seine Erwartungen. Wieder ist mein Empfinden widersprüchlich. Für mich gehören Gegensätze zusammen, ich kann sie nicht trennen.

Meine Hand wird leicht klebrig von meiner Feuchtigkeit und es wird immer mehr. Aber so richtig Lust, es mir selbst zu machen, habe ich nicht. Ich wünsche mir, dass er gleich den nächsten Schritt macht und auf mich zukommt, ohne ewiges Vorspiel und anderweitiges Umhergespiele.

Dann zieht er sich tatsächlich bald aus und alles geht ziemlich schnell. 
Er drängt sich zwischen meine Beine und küsst mich, ohne mit seinem Schwanz in mich einzudringen, obwohl ich das jetzt am liebsten hätte und nicht mehr warten möchte. Während er mich küsst, werde ich immer feuchter und spüre die zunehmende Klebrigkeit zwischen meinen Beinen und an seinem Schwanz. Meine Feuchtigkeit breitet sich schnell überall aus und haftet nun auch an ihm. Sein Kuss macht mich scharf und ich genieße die Reife, die darin steckt. Sein Kuss verspricht Erfahrung und stillt die Sehnsucht, die ich immer hatte und nicht befriedigt wurde. Sein Kuss löst in mir das Gefühl aus, ihn spüren zu wollen. Egal wie. 

Ich mag es, dass er zärtlich zu mir ist und ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist und nicht lange anhalten wird. Aber es ist unsere erste gemeinsame Nacht und wir müssen uns kennenlernen, Stück für Stück. Diese eine Nacht wird nicht reichen, um zu wissen, wo seine Grenzen sind und zu was er alles bereit ist.

Der Kuss dauert ziemlich lange und ich spüre, wie einige kleine Tröpfchen auf meinem Bauch landen, die nicht von mir sind. 
Eigentlich erwarte ich die ganze Zeit ein Zeichen für einen BlowJob, aber da kommt nichts. Nicht, wie der übliche Ablauf. Es ist anders. Im Bett herrscht eine gefährliche Romantik, die schlagartig aufhört, als er plötzlich hart in mich eindringt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, ob es mir wehtut. Sein Schwanz ist ziemlich dick und ich ziemlich eng. Das sagt selbst mein Frauenarzt und nicht nur Männer. Vielleicht ist es ein Vorteil, so eine jungfräuliche Fotze zu haben. Vor allem, wenn es richtig hart zur Sache geht. Welcher Mann steht da nicht drauf? 

Seine Stöße sind tief und fest. Mein Chef hält zudem konsequent Blickkontakt, um mich weiter zu erniedrigen und klein zu kriegen.
„Gefällt es dir, wie ich dich ficke, du geile Schlampe?“

Als ich nicht schnell genug antworte, fällt die nächste Ohrfeige, die noch mehr schmerzt, als auf der Toilette. Er schlägt heftiger zu, weil wir ungestört sind und es nicht schlimm ist, wenn meine Wange rot wird und glüht. 

Seine Bewegungen auf meinem Körper und seine Stöße schmerzen, weil sie teilweise unregelmäßig und sehr ruckartig sind. Deswegen weiß ich nicht, wann der nächste schmerzhafte Stoß folgt. Und jedes Mal stöhne ich leise auf. 
„Los, sag, dass es dir gefällt!“

Ich stöhne nur ein Ja aus mir heraus. 

„Was gefällt dir?“

„…dass Sie mich ficken“, antworte ich ehrlich. 

Mir schießen auf einmal Tränen in die Augen und ich fange an zu weinen. Mein Chef löst irgendein verdrängtes Gefühl in mir aus, aber ich weiß nicht welches. Nur eines weiß ich: Es ist ein altes Gefühl, das ich in mir trage und er bringt es wieder in mein Bewusstsein. 

Als er sieht, dass ich weine, schlägt er mich erneut. Er sieht mich gerne weinen und möchte diesen Zustand ausreizen, indem er mir noch mehr wehtut. Tränen schrecken ihn nicht ab und er wird dadurch nicht sanfter zu mir. Ganz im Gegenteil – es macht ihn umso geiler. 

Seine Schläge brennen und ich habe es lange nicht erlebt. Und dennoch möchte ich nicht, dass er aufhört. Er soll mich weiterficken und mich so oft schlagen, wie er will.

Mit jedem weiteren Stoß spüre ich ihn tiefer in mir. Ich versuche ihn zu küssen, aber er lässt sich nicht darauf ein. Damit habe ich eine Grenze überschritten, weil nicht ich die Regeln mache, sondern er. Die Bestrafung folgt gleich darauf, als er mir einige Sekunden den Hals zudrückt. Das habe ich noch nie erlebt und ich bekomme Angst. Schnell kriege ich kaum noch Luft. Es ist kein Spiel. Wenn ich mich mit ihm anlege, kann ich nur verlieren. Ich kann mich nicht wehren und ich darf es auch nicht. Es ist wirklich kein Spiel. Diesen Satz muss ich oft wiederholen, bis ich ihn endlich kapiere. 
Sein Wille, nicht meiner.

„So nicht, Fräulein“, droht er mit strengem Blick.

„Verstanden?“

Ich versuche mich irgendwie bemerkbar zu machen und krächze ein Ja hervor.

Danach lässt er mich los und ich kann wieder atmen. Ich fühle mich benommen. Seine Hände um meinen Hals spüre ich noch Minuten später, so fest hat er zugedrückt. 

Meine Bestrafung bereitet ihn seinen Höhepunkt. Mein Chef verhält sich recht still dabei und lässt es sich kaum anmerken. Aber ich spüre es trotzdem. 

Zwischen meinen Beinen brennt und pulsiert es weiter. Allein, weil ich so eng bin, brauche ich mehr Zeit, um mich zu erholen. Ich bin erschöpft und hätte mir am Ende etwas Nähe gewünscht. Aber mein Chef hält die gewohnte Distanz trotz Intimität ein und kümmert sich danach nicht weiter um mich. Er liegt auf der anderen Seite des Bettes, jedoch in Blickrichtung zu mir. 
„Nun leg dich endlich hin und schlaf, Kleine.“ Seine Stimme ist dabei ganz ruhig.

Dieser Satz bedeutet für mich Geborgenheit.

– Ende –

Bitch #2

…Fortsetzung…
Nach der Aktion auf der Toilette schleift er mich an seiner Hand zurück ins Restaurant. Natürlich gucken die Leute wieder und denken sich ihren Teil. Dabei haben sie keine Ahnung, wie es wirklich war. Man trifft sich nicht immer auf der Toilette, um zu ficken. Manchmal geht es auch um andere Dinge, zum Beispiel um Erziehung und Klärung von Konflikten. Mein Chef und ich setzen uns an den Tisch. Schweigen. Ich schaue ihn flüchtig an, aber er guckt gerade woanders hin. Glück gehabt. 

Mein Handgelenk ist ganz rot und schmerzt bei jeder Bewegung. Ich reibe mit den Fingern daran, um festzustellen, ob es angebrochen ist und ob es knackt. Mein Chef nimmt mich wieder ins Visier und ich vernehme ein ganz leichtes, kaum sichtbares Grinsen. Sehr unscheinbar und dennoch weiß ich, dass es ihn sehr amüsiert, wenn ich so hilflos in seiner Nähe bin und ich mich nicht wehren kann. Und es gefällt ihm umso mehr, wenn ich Schmerzen habe, die er mir zugefügt hat.

Dann kommt die Bedienung mit dem Essen. Ich habe immer noch Lust auf Pizza. Stattdessen erwartet mich eine große Portion Nudeln mit Sauce. Irgendein Pastagericht. Nicht wirklich mein Ding an diesem Abend, aber akzeptabel. Ich hasse es, so viel zu essen. Vor allem ahne ich schon, dass ich die Portion eh aufessen muss. Er passt auf, dass ich nicht zu wenig esse. 
Mein Chef sieht mein dezent negativ überraschtes Gesicht sofort. 

„Stimmt etwas nicht?“, fragt er mich gleich.

„Alles gut, Pasta geht auch. Danke.“

Er nickt und gibt damit einer weiteren Diskussion keine Chance. Ich wollte auch keine Diskussion mehr, eine hat schon gereicht. 

Beim Essen reden wir nicht. Das Thema von vorhin ist Vergangenheit. Die Toilette wirkt scheinbar als Ort des Vergessens. Nachdem ich dort bestraft wurde. 
Anschließend bezahlt er die Rechnung und sagt:“Bist du schon nass?“

Ich werde verlegen. So eine Frage passt nicht in ein Restaurant und schon gar nicht nach dem Essen.

Auf seine Frage kann ich gar nicht antworten, sie ist so unpassend. Was soll das jetzt? Mal wieder gucke ich ihn nur schüchtern an. Ich will nichts sagen, weil ich untenrum momentan gar nichts spüre.

„Ich hoffe, dir ist klar, was gleich im Hotel passiert, so ungezogen, wie du heute warst.“

Ich entweiche seinem Blick, um darüber nachdenken. 

„Fräulein“, wieder reißt er mein Kinn zu sich hoch und sein Blick brennt sich in meine Augen. Oh Mann. 

„Das hier ist alles kein Spiel, okay? Hast du das noch nicht verstanden?“

Nein, ist es nicht. Zumal er mich vor den ganzen anderen Leuten gerade bloßstellt, mitten im Restaurant. Aber niemand traut sich etwas zu sagen. 

„Ich hab verstanden“, bringe ich nur kleinlaut hervor.

Worauf habe ich mich hier nur eingelassen, denke ich. Das alles IST tatsächlich kein Spiel, sondern Ernst. Wenn das alles nicht in der Öffentlichkeit stattfinden würde, wäre es für mich wahrscheinlich weniger schlimm. Aber so fühlt es sich einfach nur nach Demütigung an.

Genau das, was ich wollte. Allerdings lieber im Privaten, fernab von der Öffentlichkeit.

Dann zieht er mich an meinem schmerzenden Handgelenk nach draußen. Die Limousine wartet schon auf uns und wir werden privilegiert ins Hotel gefahren. Natürlich eines dieser eleganten Nobelhotels, was sonst. Zum Staunen ist jetzt jedoch keine Zeit. 
„Los, du Schlampe, steig aus“, befiehlt er, während er die Tür für mich aufhält. Beim Aussteigen schaut er mir genau in den Schritt, mit der Hoffnung, etwas zu sehen. Eigentlich wartet er nur darauf, dass ich kurz abgelenkt bin und nicht mehr daran denke, dass ich keinen Slip trage.

Die Limousine ist so tiefgelegt, dass ich wirklich Probleme habe, auszusteigen. Mein Chef merkt das und reicht mir die Hand – sehr charmant. Auch so etwas kann man von ihm erwarten. Nur ohne ein Lächeln. 

„Danke“, sage ich.

„Und jetzt beweg deinen Arsch, mein Gott nochmal“, zischt er mich an.

Er legt mir den Arm um die Hüfte, damit er mein Schritttempo besser bestimmen kann, um gegebenenfalls etwas nachzuhelfen, falls ich zu langsam bin. Immerhin muss ich mich gleichzeitig auf meine Absätze konzentrieren. 

Wir erreichen wenige Minuten später das Hotelzimmer, welches riesig und extravagant ist. Kein Vergleich zu den Hotels, in denen ich mich bisher aufhielt. 
Mein Chef lässt mir nicht viel Zeit, um mich umzuschauen, denn darum geht es nicht. Deswegen sage ich auch nichts. Für ihn ist so ein Hotel nichts Neues und ich habe meinen Mund zu halten. Er steht hinter mir und sagt:“Dreh dich um, du kleine Schlampe!“ 

Ich gehorche. Im Nu hat er mir das Kleid über den Kopf gezogen und ich stehe völlig nackt vor ihm.

Seine Mimik ist ernst, während er mich anschaut, von oben bis unten. 

„Deine Titten sind wirklich schön.“ Er berührt mich dort und fängt an, sie zu massieren und zu kneten. 

Es ist ein wenig unbehaglich, so mitten im Raum zu stehen, obwohl das Bett ganz in der Nähe ist. Aber was ich fühle ist im Moment egal. Nur sein Wille zählt.

Mein Chef ist sehr erregt. Sein Atem und seine Hose verraten ihn. Ich kann meinen Blick nicht abwenden und starre die Beule in seiner Hose heimlich an. Sonst gäbe es wahrscheinlich gleich die nächste Ohrfeige. 

Obwohl mich das gerade auch ziemlich anmachen würde. 

„Komm, geh zum Bett“, bestimmt er. 
Ich höre auf ihn, weiß aber nicht, was ich dann machen soll und warte auf einen weiteren Befehl. Er bemerkt das und sagt:“Sehr gut, du lernst dazu. Leg dich aufs Bett, auf den Bauch.“ 

Gehorsam tue ich, was er sagt. Ich will nichts falsch machen. Was wird er als nächstes tun? Es ist komisch, hinten keine Augen zu haben. Obwohl ich nicht gefesselt bin, fühle ich mich ihm schon ausgeliefert. Ich höre, wie er sich die Hose auszieht und das metallische Geräusch seines Gürtels. Dann spüre ich, wie er sich mir nähert. Als er an meinen Haaren zieht, klingelt sein Handy. Er zögert kurz und schimpft, geht dann aber doch ran, da er beruflich sehr beschäftigt ist und es somit genug wichtige Anrufe gibt. Für das Gespräch zieht er sich in ein anderes Zimmer zurück, sodass ich nichts davon mitbekomme, weil es mich nichts angeht. Ich bleibe dennoch ruhig auf dem Bett liegen und gedulde mich. 

Nach zehn Minuten kommt er zurück und höre, wie er sich wieder anzieht. Ich frage nicht, was los ist. Er wird es mir schon sagen. 
„Hey Kleine, ich muss los. Du geh erstmal duschen. Ich komme später wieder. Schön lieb bleiben.“

„Okay“, erwidere ich nur. Und dann ist er, nach einem kurzen Blick in dem Spiegel, auch schon weg und ich bin allein in diesem teuren Hotelzimmer.  

Bitch

Mit 14 chattete ich mit Männern, die heute 60+ sind. Alle werden älter. Nur ich nicht.

… EVEN THOUGH YOU’RE WITH ANOTHER GIRL

Good morning
Are you alone today?
I'm burning 
Can I call you later and say?
I will wait for you
Even though you're with another girl
And so am I
Neglecting, you're running out of time
Forgetting, you couldn't stay the night
I will wait for you
Even though you're with another girl
And so am I
I'll stay the night, I'll stay the night
I will wait for you
Even though you're with another girl
I will wait for you
Even though you're with another girl
Aaaaaa-and so am I
[Trentemøller]

 

„Guck mich gefälligst an, wenn ich mit dir rede und mach deinen Job“, sagt er im fordernden Tonfall. Ich zögere. Ich kann ihn gerade irgendwie nicht angucken, meine Gedanken sind irgendwo anders festgehakt. Ich träume und bin weit weg, weil ich inzwischen gut darin bin, die Realität zeitweise auszublenden. Ich bin eigentlich bei jemand anderem und vor mir sitzt niemand. Natürlich bin ich mal wieder in dem Zustand einer dissoziativen Störung. Wenn ich will, kann ich alles komplett ausblenden und vergessen. Also: Talent oder Krankheit?

„Guck mich an“, fordert er mich erneut auf. „Von was träumst du gerade? Du hast doch alles! Oder denkst du etwa an jemand anderen? Los, sag!“ Er klingt alles andere als freundlich und er kann es nicht leiden, wenn mir andere Männer durch den Kopf gehen. Er hasst es. Seine Worte erreichen mich noch nicht. Aber ich merke, dass er böse ist und dass gleich etwas passiert, was mich aus meinem Traum reißen wird.
„Los!“ Er langt energisch über den Tisch und rüttelt an meinem Handgelenk. Seine Hand umschließt mein Handgelenk völlig und er drückt zu, bis es ein wenig knackt. Es tut weh, weil er viel Kraft hat und genau weiß, wie man mit Druck zum Ziel kommt. Besonders bei mir. Druck macht mich schwach und ich darf nicht Nein sagen. Das ist verboten.

Danach wache ich tatsächlich auf und spüre die Wirklichkeit. Ich schaue ihn an und werde verlegen. Mein Verhalten geht gar nicht und er wirkt sehr ernst. Vor mir sitzt mein Chef und nicht niemand.
„Also, ich höre“, sagt er.

Ich schweige, weil ich nachdenke, aber ich habe keinen klaren Gedanken. Nur rosa Nebel mit Sternchen und kaputten Herzchen, die schwarz sind. Dann wende ich meinen Blick ab, um mich besser konzentrieren zu können. Wenn ich ihn sehe, kann ich mich nicht konzentrieren. Vor allem, weil er meine Antworten gleich möchte, ohne dass ich ausreichend Zeit zum Nachdenken habe. Er möchte sehen, ob meine spontanen Antworten dumm oder clever sind. Er mag beides gemischt. Immerhin bin ich ihm um viele Jahre unterlegen.

Er beobachtet mich genau und kommentiert die Situation sofort:“Hey, nicht weggucken!“ Ich fühle mich eingeengt und dennoch macht es mich an. Willkommen in der Ambivalenz.
Das einzige, was ich herausbringe ist ein schwaches Ja.

Die Kellnerin kommt und nimmt die Bestellung auf. Bevor ich etwas sagen kann, bestimmt mein Chef einfach, was ich esse. Ich bin etwas verärgert, aber wahrscheinlich ist es eher schüchterner Frust.
„Eigentlich wollte ich lieber Pizza“, sage ich betont nett.

„Das ist mir egal. Du musst dich mir anpassen und nicht anders herum. Verstanden?“

Ich nicke. Es ist in Ordnung, er wird vielleicht besser wissen, was gut für mich ist. Während ich versuche, seinen Blicken nicht allzu oft auszuweichen, guckt er mir in den Ausschnitt. Selbstverständlich muss er sich nicht dafür entschuldigen, denn das ist Teil meines Jobs – gut auszusehen und meine Figur zu betonen.

„Worüber denkst du nach die ganze Zeit?“, fragt er. Irgendwie spürt er alles, er weiß genau, dass in mir etwas vorgeht. Ich kann nichts vor ihm verbergen.

„Das kann ich Ihnen nicht sagen.“

„Warum nicht?“

Weil es immer wieder die selbe ewige Geschichte ist, denke ich.

Ich antworte nicht und starre ihn an. Vielleicht um die Antwort bei ihm zu finden, die nichts mit ihm zu tun hat. Sondern mit….

„Du wirst mir jetzt sagen, was mit dir heute los ist! Sofort!“
Er steht abrupt auf und zieht mich hinter sich her, Richtung Toilette. Die Leute gucken alle, wie ich hinter ihm her stolpere und fast umknicke.

Als wir auf der Toilette sind, verpasst er mir eine Ohrfeige.

„Du wirst mir vernünftig meine Fragen beantworten, okay? Sonst kannst du auf dein tolles Gehalt und dieses Leben bald verzichten, und das willst du doch sicher nicht – oder?“

„Nein.“

Er zieht mein Kinn hoch. „Was habe ich dir zum verbotenen Wort gesagt?“ Ich bekomme Hitzewallungen und Ohrenrauschen, weil mir in dem Moment alles hochsteigt. Ich kann überhaupt nicht mehr denken.

Er will zu viel von mir und ich habe Angst, seinen Erwartungen nicht gerecht zu werden. Und dennoch kribbelt es in mir, weil dieser Moment auch genauso erregend ist. Dieser Widerspruch zerreißt mich. Ich stehe leider auf Gewalt und ich mag es, wenn er mich zwingt.

Ich kann ihm seine Fragen nicht beantworten, weil er die Antwort eigentlich kennt. Er möchte mich mit seinen Fragen nur demütigen und Macht ausüben.
„Hast du einen anderen Mann kennengelernt“, will er wissen.

„Habe ich nicht.“

„Denkst du an jemanden?“

„Ich weiß es nicht, das ist alles ganz komisch.“

„Was ist komisch? Werde genauer.“

Ich hasse seine Psychotricks, die mich ganz sprachlos und meinen Kopf leer machen. Er kann solche Gespräche unendlich weit führen und alles bis ins Detail hinterfragen. Nur mein Verstand ist teilweise zu oberflächlich für tiefgründige Sofortantworten. Und mein Gefühl steckt woanders fest. Ich will jetzt kein widersprüchliches Gespräch über abstrakte Liebe führen.

„Ich kann es nicht beschreiben. Bitte, ich möchte da jetzt nicht drüber reden.“
„Ich aber und du hast zu gehorchen. Merk dir das!“

Ich fange an zu weinen, weil ich mich eingeschüchtert und bedrängt fühle. Zumal er um einiges größer ist als ich und ich neben ihm ganz klein und zerbrechlich wirke. Ich kann mich kein Stück bewegen, weil er genau vor mir steht und ich an der Wand. Ich bin ihm ausgeliefert und er genießt es. Noch nicht einmal ein Taschentuch habe ich dabei. Meine Tränen laufen ununterbrochen die Wangen herunter und ich fange wie ein kleines Kind an zu schluchzen. Er beobachtet mich weiterhin genau und scheint sich ein wenig über mich zu amüsieren. Am liebsten würde ich direkt vor ihm zusammenbrechen und weg sein.

„Hey“, er zieht mein Kinn wieder zu sich hoch. „Guck mich an, wenn du weinst.“ Ich drehe meinen Kopf weg, weil ich es hasse. Ich will nicht, dass er mich so sieht. Mein Kopf pulsiert und dröhnt. Jedes Mal, wenn ich weine, bekomme ich Kopfschmerzen und fühle mich absolut erschöpft. Eigentlich würde ich gerne einschlafen, weil Tränen müde und gleichgültig machen. Ich sacke ein wenig in mich zusammen, aber er zieht mich gleich wieder hoch, kommt mir ganz nah und presst mich mit seinem ganzen Körper an die Wand.

„Dich weinen zu sehen erregt mich“, äußert er in einem Ton, der fast wie ein gefährliches Flüstern klingt. Aber in meinem Ohr rauscht es nur. Dann kommt er ganz dicht an mich heran und flüstert mir etwas Warmes ins Ohr. Ich spüre seinen feuchten Atem und höre ihm zu, während er mich mit einer Hand intensiv unter dem Kleid berührt, um sich davon zu überzeugen, dass ich auch wirklich keinen Slip trage.

„Warte ab, bis wir im Hotel sind. Dann wirst du noch mehr weinen, okay?“

Dann streicht er mir mit seinem Zeigefinger zärtlich über die Wange und lächelt zum ersten Mal an diesem Abend.

Verbotenes Wiedersehen

Ein kurzer Anfang ist schnell gemacht. Aber ein schnelles Ende kann nicht immer kurz sein. 

Ich stehe unangemeldet vor deiner Tür und weiß nicht, was ich tue. Mein Hirn spielt wieder Verstecke und muss meinen Verstand finden. Unser letztes Treffen ist seit Ewigkeiten blühende Vergangenheit und ich habe keine Ahnung, ob dich mein Besuch erfreuen wird oder ob du dich überhaupt an mich erinnern willst. Es war viel passiert und letztendlich blieb nur ein wirrer Schrotthaufen aus emotionalen Konflikten, der sich irgendwann auflöste und in der Distanz verschwand. Ich war wieder frei und unabhängig. Bis heute.

Nun stehe ich wartend vor der Klingel, obwohl die Eingangstür offen ist, weil sich dein Haus tagsüber in ein unauffälliges Bürogebäude verwandelt. Eigentlich weiß ich nicht einmal deinen Nachnamen, aber den brauche ich nicht, da es einfach ist, mit dem Fahrstuhl in die letzte Etage zu fahren. Wenn ich es bis dahin erst einmal schaffen würde, denn noch stehe ich mit diffusen Schwarz-Weiß-Gedanken unten. Eigentlich bin ich falsch hier. Aber eigentlich ist es genau richtig so. Weil ich dich wiedersehen möchte. Auch, wenn ich es vielleicht nicht darf oder lieber nicht sollte. Obwohl du auf kleine Mädchen stehst, die manchmal vielleicht ungezogen sind und Quatsch sagen.
Es ist Freitag, ein guter Zeitpunkt, um einen Abstecher vor deine Haustür zu machen. Dabei bedeuten die Tage gar nichts. Freitag ist ein Tag, wie Montag, Mittwoch oder Sonntag, wenn man so viel arbeitet wie du. Ob ich dich antreffen werde, weiß ich also nicht. Ich hätte dir gerne eine Nachricht geschrieben, aber da du mich seit Monaten aus gutem Grund blockiert hast, geht das leider nicht mehr. Deswegen ist es umso fataler, dass ich mich überhaupt hier her traue. Mein schlechtes Gewissen sollte viel größer sein, als mein Mut.

Dann gehe ich hinein, geradeaus auf den Fahrstuhl zu. Niemand drin, außer mein Spiegelbild in kurzen gold gepunkteten Hotpants, dunkelblauer Baumwolljacke und schwarzer Glitzermütze. Ansehnlich, denke ich. Keine Zeit für Selbstzweifel, denn der Fahrstuhl ist gleich oben. 

Innerlich ist alles beim Alten geblieben: Herzrasen, Aufregung mit ein bisschen Angst vor dir. Danach wage ich die letzten Schritte bis zu deiner Tür, setze mich an die Wand und vergrabe meine Hände über den Kopf. 

Was mache ich hier, frage ich mich wieder. Mit dem Hintergedanken, ob ich schon krank bin. Als ich mein Handy in die Hand nehme, um meine Freundin anzurufen, geht die Tür neben mir plötzlich auf und ich schrecke zusammen.

Ich sage nur: „Oh“, weil ich nichts anderes herausbringen kann.

Dir geht es ebenfalls nicht anders, als du überrascht zu mir nach unten auf den Fußboden guckst. Ich hocke dort wie eine erbärmliche Klofrau, die nach dem letzten Rest Trinkgeld sucht, bevor ich mich entschließe, wieder aufzustehen, um auf Augenhöhe zu gelangen, obwohl ich viel kleiner bin, als du. 

Mein Gesicht fühlt sich knallrot an, als ich dich selbstbewusst im Türrahmen stehen sehe. 

Du sagst: „Hey, was machst du hier?“ Dabei hörst du dich deutlich entspannter an und gar nicht so empört, wie ich dachte.

„Ich..wollte dich kurz sehen..kurz…“, stammele ich verlegen, obwohl das längst nicht alles ist, was ich gerade denke.

„Hast du Zeit oder störe ich“, hake ich schüchtern nach.

„Eigentlich ist es grad schlecht, ich hab noch einen Termin.“

Genau der Satz, den ich nicht hören wollte. Nicht jetzt. Aber ich hätte es mir denken können.

„Nur ganz kurz, bitte“, sage ich, wobei der quengelige Unterton nicht zu überhören ist. Ein Wunder, dass ich mir das noch zutraue. 

Als du mich von oben bis unten anschaust, ahne ich, was in dir vorgeht. 
„Na komm“, sagst du entschlossen und schiebst mich einfach in deine Wohnung. Ein angenehmes Gefühl, mal wichtiger als ein Termin zu sein und dennoch nicht selbstverständlich.

„Alles nach deinen Regeln“, sage ich, während wir uns anschauen. 

Wir stehen so dicht beieinander, wie damals vor unserem Abschied. 

Und da ist sie wieder, diese spezielle Anziehung, die mich dazu bringt, meine Arme um dich zu schließen. Diesmal fühlt sich deine Nähe intensiver an, da so viel angestaute Sehnsucht dazwischenliegt. Ich lege meinen Kopf auf deine Brust, mache die Augen zu und höre deinen Atem. Ein unwirklicher Moment, von dem ich lange geträumt habe, wird allmählich wahr. 

Du bist ruhig und sagst kein Wort. Meine Umarmung erwiderst du nur halb, bis du dich ganz davon löst und dich abwendest. 
Du gehst zum Kühlschrank, um Alkohol zu holen, aus dem du mit ein paar anderen Getränken deine eigenen Cocktails machst und mir ein Glas hinstellst, um das Eis zwischen uns zu brechen. 

Wir sitzen uns schweigend gegenüber und trinken. Viele Worte brauchen wir nicht mehr, da schon alles gesagt ist. Vor allem, weil Worte nur kaputtmachen. 

Ich gehe zu dir, weil ich deine Nähe will. Du sitzt offen und entspannt auf deinem Stuhl, als ich mich provokant zu dir auf den Schoß setze. Deine Hose allerdings ist angespannt, das kann ich durch den dünnen Stoff meiner Hotpants gut spüren und es gefällt mir. Das habe ich vermisst. Weitere Blicke folgen. In dem Moment, als ich dich küssen will, schiebst du mich schroff vom Schoß, packst mich fest am Handgelenk und drückst mich gegen die Wand. 
„Willst du das wirklich“, fragst du eindringlich.

„Ja“, antworte ich leise. 

„Dann komm mit“, sagst du entschieden und ziehst mich energisch an deiner Hand hinterher. 

Wir gehen zum Fahrstuhl und fahren ganz nach unten ins Untergeschoss, wo sich die Keller befinden. Wir laufen einige Schritte, wobei du mich immer noch fest an der Hand hältst und mich dann in eine dunkle Nische ziehst.
„Willst du das wirklich“, fragst du wieder und ich merke dir an, dass du dich kaum noch halten kannst.

„Ja, alles, was du willst“, wobei ich deinem ernsthaften Blick nicht mehr standhalten kann und dir ausweiche.

„Hey, schau mich an!“

Dabei umfasst du mein Handgelenk so stark, dass es wehtut und ziehst mein Kinn zu dir hoch, sodass ich dich anschauen muss.

Dann nimmst du meine Hand und führst sie zu deiner Hose. Jetzt kann ich deine Erregung deutlich spüren und dein Atem wird schneller.

„Los, knie dich hin“, bestimmst du.

Mit dem Öffnen der Gürtelschnalle springen auch gleich alle Knöpfe an deiner Jeans auf. Diesen Trick beherrschst du gut. Deine Jeans und Shorts rutschen zu Boden, als du anfängst, dich vor mir zu befriedigen. Teilweise so heftig, dass ich dich am liebsten ablösen würde. Aber du lässt mich nicht. Bei dem Versuch, dir zu helfen, verpasst du mir eine gezielte Ohrfeige, die richtig scheuert.

„Hey, du machst, was ich dir sage, okay“, flüsterst du barsch.

Ich nicke eingeschüchtert.

Dann ziehst du mich zu dir hoch, legst deinen Finger auf meine Lippen und öffnest sie. Du zwingst mich an deinem Finger zu lutschen und bewegst ihn langsam in meinem Mund. Währenddessen guckst du mir die ganze Zeit dabei zu und es macht mich verdammt an. Als du genug hast, drückst du mich erneut auf die Knie.

„Mach weiter“, lautet deine Aufforderung.

Danach schiebst du mir dein Glied in den Mund und ich mache weiter, so, wie du es mir vorgibst. Du schiebst ihn immer tiefer rein und ich umschließe ihn fest mit meinem Lippen. Mit deiner Hand fasst du mir grob in den Nacken und gibst den Takt an. Es geht so tief, dass mir fast die Luft wegbleibt. Dann hältst du inne.

„Los, zier dich nicht“, befiehlst du mir in einem teils abwertenden Ton.

Ich fange an, dich zu verwöhnen. So gut, wie ich kann und merke, dass du Gefallen daran findest, als ich auf meiner Zunge einen salzig-bitteren Geschmack wahrnehme. Der erste Tropfen hat sich verabschiedet und ich genieße dieses sinnliche Gefühl und mache weiter. Ich umschließe dein Glied fest und lasse meine Zungenspitze über deine Eichel gleiten, als ich in dem Moment ein leichtes Zucken spüre. Du ziehst abrupt meinen Nacken zurück, sodass ich mein Spiel sein lasse. 
„Steh auf“, verlangst du barsch.
Ich tue, was du sagst und warte, was du als nächstes willst. Noch etwas zitterig auf den Beinen, stehe ich erwartungsvoll vor dir und schaue dir folgsam in die Augen. Dein Blick tut weh, denn er strahlt Kälte aus und du verziehst keinen Mundwinkel zu einem Lächeln, sondern bleibst rigoros. 

Meine innere Stimme redet mir ungeduldig zu: Los, küss ihn. Sonst wirst du es später wieder bereuen. Weißt du noch? – Ja, ich weiß es noch. Es fühlt sich schlecht an, einen unvergleichlich erotischen Kuss zu verpassen.

Ich lege meine Hände auf deine Schultern und lasse deine Wärme durch meinen Körper jagen. Dann berühre ich vorsichtig deinen Hals und streiche mit meinem Zeigefinger zärtlich über deinen Kehlkopf. Du lässt dir nichts anmerken und tolerierst meine Berührungen. Dein Atem erfüllt die Stille und ich höre dir zu. Deine Stimme und dein Atem verschärfen die Situation enorm. 

Dann streife ich mit meinen Fingern über deinen Bart und bin froh, dass ich dich nicht unrasiert kenne, denn dein Bart passt zu deiner Männlichkeit. Noch immer reagierst du nicht, obwohl ich weiß, dass es in dir kocht.

Langsam bewege ich mich Richtung Mund und hoffe, dass du meine Andeutung erwiderst. Doch du siehst mich nur an. Als meine Lippen deine berühren, nimmst du meine Hand und ziehst sie an dein hartes Glied. Während ich dich küsse, bewegt sich meine Hand gleichmäßig auf und ab. 

Dadurch wird mein harmloser Kuss unter deiner Erregung bestätigt und entwickelt sich zu einem wilden. Es ist der geilste Kuss, den ich je erlebt habe. Mein Körper verströmt heiße Wellen, die im Bauch stranden und ein starkes Prickeln hinterlassen. 

Die Berührung unserer Zungen macht mich wahnsinnig. Ich wünsche mir, dass es weitergeht und dass du mich in die Tiefe ziehst. Vielleicht auch in den Abgrund. Mein Slip ist inzwischen feucht und ich kann es nicht erwarten. 

Dann fängst du an, mich auszuziehen – komplett. In einem Tempo, das mit langsam nicht viel gemeinsam hat, obwohl du zwischendurch verharrst und kleinere Pausen riskierst, um mich noch verrückter zu machen. Innerhalb weniger Minuten bin ich nackt und wieder guckst du mich prüfend von oben bis unten an, ohne eine Miene zu verziehen.
Dann ziehst du deine Hose wieder hoch und ich bin mir zuerst nicht sicher, was ich denken soll und bin etwas durcheinander. Was soll das jetzt? Willst du mich etwa zappeln lassen? Ich traue mich nicht zu fragen und warte ab, was geschieht.

„Komm“, kommandierst du plötzlich und auch diesmal ziehst du mich forsch am Handgelenk hinterher. Weg aus der schützenden Dunkelheit der Kellernische und hinein in einen kühlen Gang, der schwach durch eine blassblaue Deckenleuchte angestrahlt wird. Alles, damit du mich besser betrachten und danach beurteilen kannst, ob ich gut genug für dein Vorhaben bin. 
In diesem kalten Licht haben deine Blicke eine viel intensivere Wirkung und fühlen sich schmerzhaft an. Es ist wie eine Demütigung. Jetzt merke ich, wie streng du sein kannst und weiß, dass das hier längst nicht alles ist. Du kennst keine Tabus und ich will auch keine kennen. Ich gehe schweigend deinen Wünschen nach.
Du holst mich zu dir ran und drückst mir mit einer Hand leicht den Hals zu, während deine andere Hand anfängt, mich zu fingern. Ich habe das Gefühl, dass mir gleich schwarz vor Augen wird, da es so einen starken Reiz in mir auslöst. Deine Finger in mir zu spüren ist tatsächlich noch geiler, als der Kuss vorher und du bist nicht gerade einfühlsam, was die Lust noch verstärkt und ausreizt. Am liebsten würde ich dich auch ausziehen. Aber ich habe verstanden, dass ich das nicht darf, weil du das Wort hast. 

Du fingerst mich so lange, bis ich fast nicht mehr kann und es brennt. Aber ich sage nichts, sondern flehe innerlich, dass du mich endlich flachlegst.

Hier auf diesem kalten Betonboden oder gleich an der Wand. Es ist mir egal. Während du mich fingerst, löst sich dein Blick nicht von meinen Augen und jedes Mal, wenn ich wegsehe, drehst du meinen Kopf wieder zu dir hin. Ich kann deinen Atem in meinem Gesicht spüren und es macht mich an. Du bist mir so nah, dass ich dir nicht entkommen und mich winden kann. Du drückst dich mit aller Gewalt an die Wand.

Dein Gürtel reibt bei jeder Bewegung meinen Bauch und deine Hose spannt. Der Jeansstoff fühlt sich dadurch noch härter und grober an. Warum ziehst du dich nicht endlich aus? Aber der Gedanke will nicht aus meinem Mund rutschen. Obwohl das sonst so leicht ist.

Auf einmal öffnest du deine Hose und reißt mich rabiat zu Boden. Du dringst mit einem tiefen Stoß fest in mich ein und übernimmst vollständig die Kontrolle. Deine Bewegungen sind teils ruckartig, teils sanft und keineswegs berechenbar. Ganz nach deinem Willen. Es tut weh, weil es heftige Stöße sind, die sehr tief gehen und hart sind. Sobald du zärtlicher wirst, kann ich es kaum ertragen, weil das zu viel für mich ist. Ich will nicht zu viel von deiner zärtlichen Seite, denn vielleicht tut das am Ende noch mehr weh. 
Ich bin überwältigt. Mit einem Mal sind alle Gedanken verschwunden. Wieder steckst du mir deine Finger in den Mund und beobachtest meine Reaktion. Der Blickkontakt macht mich fertig, da ich das Gefühl habe, mich gleich unendlich zu verlieren, weil du unheimlich scharf aussiehst und dich auch genauso anfühlst. Von wegen, du tust mir nicht gut, wie du oftmals meintest. Wie kann mir jemand nicht guttun, wenn ich mit dieser Person den erregendsten und leidenschaftlichsten Sex habe? 
Ich umarme dich die ganze Zeit innig und gleite mit meiner Hand über dein Rücken. Dieser Moment ist unwirklich. Allein dich zu spüren kann nicht wahrsein, weil das der tägliche Tagtraum von mir war, dessen Erfüllung immer verzögert wurde. Durch Termine oder von mir verursachten Stress. Wie sehr ich mir diesen Moment gewünscht habe und es immer nahezu unmöglich war.

Ich genieße jeden deiner kraftvollen Stöße und dein angedeutetes Stöhnen, da wir immer noch im Keller sind und keine weitere Aufmerksamkeit brauchen. Manchmal erinnert mich deine Stimme an die eines Löwen. Ein gar nicht allzu unpassender Vergleich.

Irgendwo im Hintergrund höre ich hallende Schritte. Sie irritieren mich, weil ich Angst habe, dass wir erwischt werden. Die Schritte kommen zwar nicht auf uns zu, aber sie sind da und wir sind nicht alleine im Keller. Zurück in die Realität. Doch du machst weiter, immer schneller und fordernder. Wieder drückst du mir den Hals zu und küsst mich mit einer Intensität, die mich alles vergessen lässt. Ich gehöre wieder vollkommen dir und lasse mich gehen. 
Während ich endgültig dahinschwinde, stöhnst du auf und lässt mich los. Dein Hemd ist ganz und gar durchgeschwitzt und du streichst dir eine Strähne aus dem Gesicht. 

„Alles gut“, fragst du.

Ich nicke nur. 

Danach verbringen wir nicht mehr viel Zeit auf dem Boden und ich ziehe meine Sachen an, die noch in der Nische liegen. Du hingegen ziehst dir nur deine Hose an und brauchst ein neues Hemd. 

Auf dem Weg zum Fahrstuhl begegnen wir niemandem. Wir beide sind noch ganz rot im Gesicht und ziemlich erschöpft. Und wir schweigen wieder. Taten sagen mehr als Worte – es stimmt tatsächlich.

Als wir zurück in deiner Wohnung sind, verpasst du mir völlig unverhofft eine Ohrfeige und sagst:“Dafür, dass du es gewagt hast, herzukommen.“

„Entschuldigung“, antworte ich leise und gucke auf den massiven Holztisch.

Bitte, Herr Maertyrer