Bessere Tipps gegen Liebeskummer 

  

Analyse

Denke an sein Leben und denke an dein Leben. War wirklich alles so toll, wie du es dir jeden Tag schönredest? Wahrscheinlich nicht, sonst hätte es keine Trennung gegeben. Um es dir einfacher zu machen, stelle seine Schwachpunkte in den Vordergrund und denke vermehrt an die Dinge, die dir nicht gefielen, anstatt deinen Ex zu glorifizieren.

Archivieren

Du musst nicht gleich alle Fotos endgültig löschen oder vernichten. Bewahre sie lieber woanders auf und verschiebe sie z.B. in einen Ordner auf deinem Rechner oder lege sie in eine Kiste, die du danach versteckst. So wirst du nicht dazu verleitet, dir die Bilder mehrmals täglich anzugucken. Du solltest lernen, die Fotos zu ignorieren, weißt aber gleichzeitig, dass sie noch da sind. Irgendwann wird es dir leicht fallen, sie zu vergessen.

Vielfalt

Auch wenn du davon überzeugt bist, dass dein Ex der Beste ist – triff dich mit anderen Männern! Du kannst dich ablenken, wenn du mehrere Männer parallel datest. Der Vorteil daran ist, dass du dich nie alleine fühlst und ausreichend mit Komplimenten versorgt wirst. So ein entzückendes Dating-Chaos wird dich sicher auf andere Gedanken bringen. Vor allem, weil du dich auf ganz unterschiedliche Typen konzentrierst und die Chance hast, neue Abenteuer zu erleben.

Vergleiche

Vielleicht hat einer deiner Freunde auch gerade Liebeskummer und ist viel schlimmer dran, als du. Eine kurze Affäre tut lange nicht so weh, wie eine 5-jährige Beziehung mit gemeinsamer Wohnung, inklusive Anhängsel. Wahrscheinlich hat es dich im Gegensatz zu deiner besten Freundin gar nicht so mies erwischt, wie du zuerst dachtest. Deine Freunde können dich mit ihren Geschichten über Glück und Pech bestimmt bald aufmuntern. 

Langweiler

Du schreibst ihm und er antwortet nie. Oder er betrachtet dich mit Ignoranz, wenn ihr euch zufällig seht. Er gönnt dir nur noch seine völlige Abwesenheit. Bei ihm gibt es nichts mehr zu holen und das wird schnell langweilig. Stempel ihn als Langweiler ab, bei dem sich jede Form von Verschwendung (Gedanken + Gefühle) nicht lohnt. Es gibt spannendere Alternativen, als sinnlose Monologe, die im Nirgendwo enden. Dein Ex ist mit seinem passiven Verhalten viel zu langweilig für dich.

Mittelpunkt 

Rücke dein eigenes Leben wieder in den Mittelpunkt und kümmere dich um dich selbst. Im Moment ist nichts wichtiger, als du dir selber. Werde zum defensiven Egozentriker, der sich eine Auszeit nimmt, um sich seine Wünsche zu erfüllen und von neuen Zielen zu träumen. Du bist ein selbständiger Mensch, der es nicht nötig hat, sich von einer anderen Person abhängig zu machen, die auch selbstbewusst ihr eigenes Leben führt. Du kannst dir auch alleine ein wunderschönes Leben machen, denn du bist frei und darfst machen, was du willst.

Notfall

Wenn diese Tipps nach einer Laufzeit von ca. 12 Wochen nichts bewirken, oder sich dein emotionaler Zustand weiterhin verschlechtert, dann ist das eine kritische Phase, die sehr tiefgreifend ist. Du solltest nicht versuchen, dich mit destruktiven Mitteln zu betäuben, sondern locker bleiben und eventuell ein intimes Gespräch mit deinem Ex führen. Rede mit ihm über Sex, denn damit erzielst du schneller eine positive Reaktion, als mit deiner Heulerei. Denke immer daran, dass Männer Stress hassen und versuche, ihn mit Absicht zu vermeiden.

  

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Abschied von dir

 
Jetzt sitze ich hier alleine an deinem Geburtstag und kann nichts tun, denn vor einigen Stunden habe ich ernsthaft beschlossen, dich ab jetzt in Ruhe zu lassen. Bis du dich meldest. Irgendwann vielleicht. Oder auch nicht. Du entscheidest. Ich dachte, es ist die einzig beste Lösung – momentan. Aber noch habe ich keine Ahnung, wie lange dieser Moment dauern wird. Wahrscheinlich Monate, oder länger, wenn du mich vergisst. Dir wird es sicher leichter fallen, als mir. Weil ich nicht weiß, wie ich dich je vergessen soll. Obwohl wir uns gar nicht richtig kannten, dabei hätte ich gerne mehr über dich erfahren.

Nun sitze ich hier am Küchentisch mit meinem halbharten Brötchen, das ich heute Morgen nicht mehr geschafft habe, da mein Appetit weg war, nachdem ich dir die Glückwünsche zum Geburtstag sendete. Du hast nicht geantwortet und wirst es bestimmt auch morgen nicht tun, wenn du wieder nüchtern bist und vielleicht mehr Zeit hättest. Und vielleicht bist du sogar froh, dass ich mich so unerwartet von dir verabschiedet habe. Endgültig. Eine Last weniger für dich und keine nervigen Mails mehr jeden Tag, in denen eh immer dasselbe stand. Ich verhielt mich manchmal wie ein Kind, das jeden Tag drängelte und deine Aufmerksamkeit wieder gewinnen wollte, die schon mal da war, anfangs. Aber ich schaffte es nicht mehr und du bliebst stumm. Aus gutem Grund, wie du meintest. Du wolltest keine Nähe, weil es nicht ging. Dein Leben befand sich im Zeitmangelzustand und andere Dinge mischten sich ein.

Jetzt kann ich nichts mehr tun. Ich habe mir selber verboten, dir zu schreiben und darf nichts mehr sagen. Nicht mal ein Foto werde ich dir schicken. Gar nichts. Es wird so sein, als wäre nie etwas gewesen zwischen uns und wir bleiben uns fremd.

Mein heutiges Versprechen muss ich einhalten, bis du mich irgendwann von diesem Schweigen erlöst und alles anders wird.

Mich erfüllt eine Leere, da mir klar ist, dass ich auf keine Nachrichten mehr warten brauche, denn du wirst dich nicht melden. Schließlich gibt es noch genug andere Frauen. Alles lässt sich ersetzen, wenn auch anders. 

Du fehlst mir. Die letzten Stunden waren komisch, und das war erst der Anfang. Es ist nicht leicht, starke Gefühle zu überwinden. 

Ich texte dich zu.

  
Ich texte dich zu.

Morgens.

Mittags.

Abends.

…eventuell auch nachts.

Je nachdem, wie ich mich gerade fühle und was sich innerlich anbahnt.

Neugier. Frust. Freude. Lust. Sonstige Minderwertigkeitskomplexe. Und andere Arten von Zuständen.

Alles muss raus.

Egal wann, egal wie, egal wo.

Andauernd schreibe ich dir irgendetwas. Irgendetwas!

Dinge, die für dich weniger Sinn ergeben, als für mich. Wahrscheinlich.

Hauptsache, ich fege dir meine Gefühle irgendwie zu.

Mit meiner Schaufel, die sich Tastatur nennt.

Notfalls auch mit der Bitte, mich anzurufen. 

– Bitte!

Mir geht es dann besser und es herrscht eine kurzfristige Erleichterung mit rasch nachlassender Wirkung. Obwohl ich weiß, was du meinst. Ganz genau. Eigentlich.

Danach texte ich dich wieder zu.

Als ob ich dir nie zugehört hätte. 

Aber doch, das habe ich. Es kommt nur nicht permanent durch. Es stockt. Pause. Dann kommt es wieder. Es sickert zu mir.

Ich höre dir zu. Es wirkt. Bis es verschwindet. Bald darauf.

Jedes Mal erinnere ich mich an deine Worte. Aber irgendwie haben sie ihre Wirkung verloren. Weil Worte eine ganz andere Bedeutung kriegen, wenn man länger nachdenkt. Und wenn du nicht da bist.

Ich texte dich zu. Weil ich an allem zweifele, was gerade ist…war…oder sein könnte oder wird. Dabei gibt es keinen Grund. Eigentlich. 

Du sagst, es ist wie in einem Kreis. Und du hast Recht. 

Der Kreis ist rund. Mache ich einen Anfang, ist es auch gleich das Ende. 

Denn: Für jede Frage gab es bereits eine Antwort. Irgendwann vor etlichen Nachrichten. 

Einmal reicht. Normalerweise. 

Die Antworten kenne ich noch. Ich weiß sie. Und ich möchte sie wiederhören. Mit einem süßen Aroma. Nicht so bitter.

Ich texte dich zu.

Mit der Bitte, die Vergangenheit zur Gegenwart zu machen. Bevor es den Kreis gab. 

Mit meinem Versprechen, mich zusammenzureißen. Locker zu bleiben. Frei zu sein. Runter vom Gas. So, wie es sein soll, damit es funktioniert. Endlich.

Es funktioniert. 

Einen Tag.

Zwei Tage.

Drei Tage.

Dann fängt es an zu bröckeln. Zuerst ganz langsam, dann immer schneller.

Zweifel kommen auf.

Und ich frage mich, ob das alles noch stimmt, was du je gesagt hast.

Ich fange an zu weinen und bin sogleich wieder gefangen. Im Kreis.

Aus Sehnsucht und Lust.

Verzweiflung und falschem Ich-Sein.

Frigides tragic ending.

Unter blauem Himmel

Manchmal ist das Leben mehr Schein als Sein, genau wie bei Caro: Sie war ein scheinbar lebensfroher Mensch, der gern lachte und unangenehme Situationen mit einem lässigen Achselzucken wegsteckte, und ein Mensch, der Herzenswärme ausstrahlte und jeden damit einhüllte. Sie war eine starke Frau, die selbstbewusst war und ihre kindliche Neugier nie verloren hatte. 
Mit ihren goldblonden Haaren, den frechen grünen Augen und ihren vollen kirschroten Lippen zog sie oft die Blicke auf sich.
Wer würde daran denken, dass sie ein dunkles Geheimnis hatte, welches mit tiefster Traurigkeit gefüllt war?
Als Caro an jenem Morgen aufwachte, weil die Sonne sie weckte, spürte sie die pure Lust aufs Leben. Durch das offene Fenster kam ihr der Geruch von frisch gemähtem Gras entgegen und das Gezwitscher der Vögel, die in den Apfelbäumen saßen. Es war ein erfrischender Frühlingstag im Mai. Caro setzte sich auf die Fensterbank, atmete die Luft ein und sog alle Eindrücke tief in sich auf. Der perfekte Tag für einen Neuanfang, denn Caro wusste, dass nur Veränderungen helfen.
Ihr war bewusst, welch Anblick sich in ihrer Küche bieten würde. Eine mit Geschirr überfüllte Spüle. So viel Geschirr, als hätte sie Freunde zum Essen eingeladen. Caro schaute sich in der Küche um und war entsetzt, als sie das Ausmaß ihres seelischen Hungers sah, denn sie litt an regelrechten Fressanfällen, wenn sie traurig war und sich innerlich leer fühlte. Sie stopfte Lebensmittel maßlos in sich hinein und ließ die leeren Verpackungen danach unbeachtet in der Küche liegen. Auf dem Herd stand noch ein Topf mit geronnenem Pudding, den sie kochte, obwohl sie längst satt war. Aber ihr seelischer Hunger konnte kaum befriedigt werden.
Im Küchenschrank stand der geliebte Schokoaufstrich, auf den sie morgens nie verzichten konnte. Sie nahm ihn, zögerte kurz und schmiss ihn entschlossen in den Müll, als ihr Blick zum letzten Mal auf die Kalorienangaben fiel. Sie hatte alle Zahlen und Zutaten im Kopf und trotzdem kamen die Fressattacken unkontrolliert über sie. Nun war sie bereit, einen Schlussstrich zu ziehen, denn jeder Tag konnte ein Neuanfang sein.
Caro stellte ihre Wohnung völlig auf den Kopf, räumte auf und entfernte alles, was ihr nicht guttat.
Danach ging sie einkaufen und füllte ihre Küche mit Vitaminen. Der erste Schritt war getan. Caro war glücklich und stolz.
Sie machte einen erholsamen Spaziergang in den Park und setzte sich auf eine Bank neben einen Blumenkübel mit weißen Rosen.
Die Rosen lösten Kindheitserinnerungen in ihr aus. Früher war sie mit ihrem Vater oft im Park und sie hatten viel gemeinsam unternommen, wie auch das Bootfahren im Sommer. Sie hatten immer großen Spaß, als sie abends bis zum Sonnenuntergang am See grillten und die Grillen zirpten.
Caro hatte ihren Vater damals sehr geliebt, er war etwas Besonderes für sie und er zeigte ihr, wie schön das Leben war.
Alles änderte sich, als eines Tages dieser Anruf kam. Ein Anruf mit der Nachricht, dass ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Das hatte Caro nie verkraftet. Als Kind konnte sie tagelang nichts essen und zog sich zurück. Als sie sich an die Sprüche ihres Vaters und an seine sprudelnde Lebensfreude erinnerte, rappelte sie sich jedoch bald wieder auf. Ihr Vater hatte immer gesagt: „Niemand soll hungern und frieren“, und Sätze wie: „Essen ist Liebe“. Denn ihr Vater war ein Genussmensch, der alles genoss, vor allem aber das Leben.
Seitdem  versuchte sie, ihr Leben mit Essen zu füllen, denn das gab ihr Wärme und das Gefühl von Liebe, wenn sie sich traurig und allein fühlte. Besonders warme und süße Mahlzeiten vermittelten ihr für kurze Zeit Wohlbefinden. Nach dem Essen kamen meist die nagenden Schuldgefühle, weil sie wusste, dass sie viel zu viel gegessen hatte. Oft fühlte sie sich danach voll und hässlich. Der Magen war gefüllt, aber ihre Seele war es nicht. Irgendetwas fehlte – nur, was genau? Es konnten viele Dinge sein.
Caro rief ihren Arzt an und vereinbarte einen Termin, um mehr Klarheit in ihr Leben zu bringen und den Ursachen auf die Spur zu kommen. Danach  pflückte sie vorsichtig eine Rose ab, stand auf und ging zum See, wo sie sich ein kleines Holzboot vom alten Bootsverleih mietete. Sie paddelte langsam auf den See hinaus und genoss das erlösende Gefühl, frei zu sein. Denn heute begann ein neues Leben, in ihrem Boot auf dem Weg aus der Vergangenheit. Caro nahm die Rose und ließ sie auf dem See sanft davontreiben, denn ihr Vater hatte Rosen geliebt. Caro schaute hinauf in den Himmel und war glücklich. Ihr Vater wird in ihrem Herzen weiterleben und ihre Seele nicht mehr mit Trauer erfüllen.