Schlagwort: Osterhase

  • – Ein Brief von Herzen, mit Verstand und ohne –

    Kleine Anmerkung vorweg: Ob diese Person ‚Pephan, der Osterhase‘ in real life tatsächlich existiert, ist übrigens fraglich. Ich schreibe mir nur alles von der Seele, was mir gerade einfällt und denke nicht genauer über meine teils verkorksten Gedanken nach, die nicht immer einen tieferen Sinn ergeben und nicht immer private Einblicke in Bezug auf meine Persönlichkeit gewährleisten.

    Fühlt sich jemand jedoch direkt angesprochenen, sollte er sich wahnsinnig freuen und mich öfter auf ein Bier besuchen kommen oder mir ein Schaumbad mit dem Duft von Wasserlilien in seiner Wanne einlassen. Mit Kerzenschein, Mohnblumen und einer Flasche Maibowle, bitte.

    Fast 10 Jahre kennen wir uns inzwischen. Bis dahin müssen wir uns noch 4 Jahre gedulden, was sicherlich keine große Herausforderung mehr sein wird, nachdem, was wir alles zusammen, wie auch getrennt voneinander erlebt haben. Obwohl ‚alles‘ noch viel mehr sein könnte, denn wir beide wissen: Alles kann, nichts muss. Locker bleiben, kein Zwang und schon gar nicht drängeln. 

    Dein Spruch, auf den ich gerne absichtlich gereizt reagiere – Dinge verändern sich/dich – mag ich dir manchmal nicht glauben, lieber rebellischer Osterhase. Dennoch stimme ich dir in dieser wahren Aussage zu. Schließlich habe auch ich mich verändert – zum Positiven, wie auch zum Negativen, damit die Bilanz zwischen uns stimmt. Wir beide haben uns verändert, was mich trotzdem nicht davon abhält, dich auf einmal nicht mehr zu mögen. Du kannst machen, was du willst, es wird dabei bleiben.

    Du hast mich gefragt, ob ich dich hasse? Nein, wie kommst du darauf. Nur, weil ich dich paar Tage ignoriert habe, da ich viel arbeiten und lernen musste. Egoismus ist eine scheiß Entschuldigung. Aber ich muss gerade lernen, wie man vernünftig Auto fährt, damit ich nicht gleich gegen einen Baum knalle und sich all meine Wünsche für immer in Luft auflösen. 

    Ich habe dich nie wirklich gehasst, auch wenn ich manchmal mit gespielter Überzeugung so getan habe, als ob. 

    Wir sind miteinander verbunden. Mal mehr, mal weniger und manchmal auch wochenlang/monatelang gar nicht. Aber ein kleines Stück in meinem Herzen und deinem Hirn sorgt nach einem gewissen Abstand jedes Mal zaghaft dafür, dass wir uns nicht für ewig vergessen und uns wieder leicht amüsiert aneinander erinnern. Mit einem belustigten Grinsen, wenn man in die Vergangenheit zurückblickt. Oder auch mit einem genervten Augenrollen. Oder diese unangenehmen Gefühle im Bauch, die vom Sterben der Schmetterlinge verursacht wurden, die du in Etappen getötet hast. Erinnerungen können viele Symptome auslösen und Spuren hinterlassen. 

    Egal, ob…

    • Sex oder Enthaltsamkeit.
    • Streit oder Frieden.
    • Liebe oder Hass.
    • Briefe oder Mails.
    • Kompliment oder Beleidigung.
    • Beziehung oder Solo. 
    • Nähe oder Entfernung.
    • Anziehung oder Widerwille.
    • voll oder nüchtern. 
    • glücklich oder traurig.
    • verliebt oder enttäuscht.
    • gelangweilt oder beschäftigt.
    • in der Badewanne oder unter Dusche.
    • im Busch unter der Brücke oder im Zelt am Meer.
    • bei dir oder bei mir.
    • Dominanz oder Dominanz.

    All das haben wir irgendwie überstanden, mit einigen intensiven Auseinandersetzungen mit kritischen Folgen: Verletzungen unterschiedlicher Abstammung. Verbal, körperlich und/oder psychisch. 

    Wir beide haben eine perfekte freundschaftlich-unplatonische Pseudo-Beziehung, die jeden Scheiß mit frigiden Intervallen völliger Funkstille durchhält. Nur, um nach jeden Streit wieder alles mühsam aufzubauen, was wir oder ich zerstört haben. Meistens ist fast alles meine Schuld, wobei du der provozierende Grund dafür bist. Du, lieber Osterhase, hast die großartige Fähigkeit, ein Feuerwerk an Emotionen in mir auszulösen, das gerne als unkontrollierbare Explosion ausartet. Wie kann es dich da noch wundern, wenn dich paar meiner kantigen Gefühlsbrocken im Gesicht und etwas weiter unten treffen?

    Auch damals haben wir schon überlegt, wie wir unsere kuriose Bindung eigentlich nennen sollen. Es gab nie eine wirkliche Definition für uns beide und irgendwann, als du plötzlich eine andere Freundin hattest, war es nicht mehr nötig, weiter darüber nachzudenken. Denn: Sie war eine Freundin, für die es nur eine Erklärung gab -> deine Freundin. 

    Ich hatte mich nach einer langen Zeit des Nachdenkens an diese neue bescheuerte Situation gewöhnt und konnte auch mit deinem Liebeskummer umgehen, als es später wieder mit ihr zu Ende war. 

    Wir hatten drauf getrunken und meinem Bett einen Besuch abgestattet. Danach warst du wieder anständig nach Hause gegangen und ich hatte mich einige Tage nicht mehr gemeldet.

    Am 15.2.09 warst du als verspätetes Valentinstagsgeschenk ganz überraschend in mein Leben getreten. Genau zu dem Zeitpunkt, als ich durch einen blöden Zufall meiner heimlichen Untersuchungen erfuhr, dass mein Ex-Freund ungewollt Vater wurde und ich nichts mehr weiter tun konnte, als stinksauer auf ihn zu sein und ihn mit den bösesten Schimpfwörtern zu überschütten, die ich mir spontan ausdachte.

    Herzlichen Glückwunsch, du Arsch!

    Durch dich war diese üble Sache allerdings bald vergessen und auf einmal warst du einer der bedeutenden Mittelpunkte meiner chaotischen Gedanken. Manchmal warst du für mich sogar der einzige Mittelpunkt und ich hatte mich oft dafür angestrengt, auch deiner zu werden. Vergebens.

    Heute bist du es (leider) nicht mehr. Nur, wenn ich alte Gefühle wieder aufleben lassen möchte und merke, dass es sich lohnt. 

    Alles steht offen, nichts läuft weg, sage ich mir immer.

    Alles kommt, wie es muss und nichts passiert ohne Grund.

    Alles ist so gewollt, auch wenn man es nicht immer wahrhaben und glauben möchte. 

    Interesse an philosophischen Themen ist in der Hinsicht recht hilfreich, spannend und tröstend.

    Wenn man nichts mehr krampfhaft haben will, ist alles einfacher und fühlt sich besser an, weil man sich keine Sorgen mehr macht. 

    Über die ungewisse Zukunft zu grübeln ist Gift. Genau wie das gedankliche Durchwühlen von Erlebnissen aus der Vergangenheit.

    Alles passiert jetzt.

    Jahrelang war ich total in love und du hast mich dankend abgeschoben. Manchmal auch wütend. Manchmal sauer. Dennoch wolltest du mich nicht zum Mond schießen und mochtest meine Art von ‚Humor‘. Ich habe es gut hingekriegt, ein bisschen mehr Stress in dein sonst so entspanntes Leben zu bringen, obwohl du beruflich und privat genug um die Ohren hattest. Jedenfalls warst du nie ein Langweiler und wirst es auch niemals sein. 

    Es war ein ewiges Hin und Her und eine fast jämmerliche Gefühlsverschwendung, weil ich nicht nur eine normale Freundin für dich sein wollte. Sondern bisschen mehr. Oft hatte mein Herz umsonst für dich geschlagen und dennoch wollte es nicht damit aufhören. Trotz gruseligem Herzrasen und nervösem Stolpern im Rhythmus. Manchmal spürte ich ein ekelhaftes Ziehen aus der Mitte meines Herzens bis in die Fingerspitzen meiner linken Hand. Hatte ich womöglich schon einen selbst diagnostizierten Mini-Herzinfarkt überlebt? Oder war es nur dieses moderne Broken-Heart-Syndrom, das mindestens genauso gefährlich werden könnte, wenn man sich sein Herz in Grund und Boden heult?

    Mein Herz ist bisschen daran kaputt gegangen, aber es hat sich mittlerweile gut erholt, woran du wahrscheinlich selber nicht mehr geglaubt hattest, nach all dem kindischen Drama mit mir. Mein Herz hat sich erholt, weil es nicht mehr jeden in sich hineinlässt und mögliche Schadenverursacher vorher gründlich abcheckt. Es fühlt, was richtig und was falsch für mich ist. Ansonsten verharrt es in absoluter Verschlossenheit. 

    Wenn ich an dich denke, leuchtet eine gelb-grüne Lampe auf, die für ’neutral mit Tendenz zum unverhofften Glück‘ steht.

    Heute bin ich froh, dass wir uns unbeschwert sehen können – distanziert von jeglicher Erzwungenheit und frei im Herzen.

    Heute bin ich erleichtert, dass alles entspannter zwischen uns ist und dir nicht mehr beweisen muss, wer ich bin, was ich mache und was ich kann. Dafür habe ich umso mehr erkannt, wer du bist, was du machst und was du kannst. Obwohl ich dich schon immer für all das bewundert habe. Damals nur aus einem anderen Blickwinkel, der heute erwachsener geworden ist. 

    Heute muss ich nichts mehr an mir verändern, um zu gefallen, denn ich weiß, wer ich bin und was mir steht. Wobei du an diesem komplizierten Prozess nicht ganz unbeteiligt warst. Du hast mir einen Schubs gegeben und für einen Anreiz in die richtige Richtung gesorgt. Ich habe keine Ahnung, wie ich ohne dich geworden wäre, wenn wir uns nie kennengelernt hätten. Sicher hätte sich einiges vollkommen anders entwickelt und wir hätten jetzt nicht in der selben Stadt und im selben Stadtteil gewohnt, in nur zehn Minuten Entfernung. Vor paar Jahren war diese Vorstellung noch utopisch, als du mich immer voller Vorfreude mit dem Zug besuchen kamst und durch mich zwei neue Orte im Abseits des Lebens kennengelernt hast, an die du sonst wohl nie gekommen wärst. Jetzt gäbe es noch viele andere Orte, die uns näher bringen könnten.

    Heute bin ich froh, dass wir über alles reden können und ehrlich sind, ohne dass jemand von uns gekränkt ist oder ich wieder ununterbrochen heulen muss, wenn du ein neues Date hattest. Ich kann mir deine Ex-Freundin ansehen, ohne sie zu hassen. Weil es mir egal ist und ich generell niemanden hasse.

    Ich kann mich auf dich freuen, ohne dabei extremes Herzklopfen zu bekommen und total verrückt zu werden. Freude ohne Erwartungshaltung ist die beste Vorsorge gegen Peinlichkeiten und Enttäuschungen.

    Außerdem muss ich nicht mehr ewig vorm Kleiderschrank stehen, um die passendsten Klamotten auszuwählen. Ich trage einfach das, worauf ich Lust habe, ohne daran zu denken, ob es dir gefällt. 

    Heute kann ich dich mögen, ohne verträumte Hintergedanken zu haben, obwohl der runde Geburtstag immer näher rückt und das Ticken bei manchen Mädels gerade in dem Alter immer lauter wird. Bei mir nicht, ich höre nichts, sondern bleibe gelassen.

    Bald können wir wieder gemeinsam Ostern feiern, ganz nach unserer alten Tradition, die schon eine Weile zurückliegt. Kuchen backen, frische Luft, viel Spaß, bisschen Alkohol und der Rest, an dem gearbeitet werden muss, ergibt sich vielleicht von alleine.

    Dann kann ich sagen: Danke für deine Eier, lieber Osterhase! 

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    Es waren einmal zwei menschliche Wesen. Ein Osterhase, der in seiner versteckten Hasenhöhle körperlich schwer arbeiten musste, um immer wieder neuen Eierlikör produzieren zu können oder auch manchmal als Zogger unterwegs war, um wieder runterzukommen von all der Last.

    Und eine DramaQueen, die auf Grund eines krassen Unfalls als Autorin und Escort-Lady arbeitete, weil sie ihr Leben dem Osterhasen schenken wollte. Aber er lehnte ab, denn er war zu bescheiden für so viel Großzügigkeit.
    Diese beiden liebenswerten Wesen lebten seit längerer Zeit getrennt voneinander und hatten nur selten Kontakt, weil sie lange schrecklich verstritten waren und sich nicht mehr mochten. Obwohl sie sich früher gerne zu Ostern besuchten und sich mit niedlichen selbstgebastelten Geschenken überraschten. Oder auch im Sommer, wenn es warm war und sie draußen miteinander spielen konnten bis es dunkel wurde und ihnen der Mond leise zuflüsterte, dass sie ins Bett mussten.
    Eines Tages brachen andere Zeiten auf, als die Spätsommersonne sich langsam senkte und im Meer verschwand. Die Möwen flogen wild durch die Luft, sie ahnten, dass die Apokalypse naht. Beide fanden neue Spielpartner, die auch erstmal ganz toll waren und mit denen sie sich nun munter vergnügten und glücklich waren. So schien es jedenfalls.
    Aber hin und wieder träumten die beiden von ganz anderen Dingen und teilten in gewissen Abständen ihre versauten Phantasien den anderen via Facebook mit. Anders ließ sich der Kontakt nicht mehr aufrecht erhalten, weil die Handynummern längst verloschen waren. Eine höhere Instanz des Himmels, die hinter den Regenwolken wohnte, hatte sie gelöscht. Einfach so!

    Der Osterhase war sehr schick anzusehen.
    Er hat goldblondes Fell, welches in der Sonne funkelte und sich zart über seinen trainierten Körper zog. Ganz anders, als bei all den anderen Hasen die beschwingt durch den Frühling hoppelten und auf der Wiese singend tanzten.
    Sein gesamtes Erscheinungsbild wirkte sehr leger und die Eier hingen locker in der Hose, manchmal auch heraus. Das war ganz von seiner jeweiligen Stimmung abhängig.
    Er war sehr groß und hatte wunderschöne blau-grüne Augen, die man woanders niemals fand und einem Smaragd ähnelten. Sein Blick war intensiv und gefährlich, weil er pure Hornykeit ausdrückte und seine Augen vor Wollust glitzerten.
    Was ebenso schön an ihm war, war sein Bart, der wie kleine Stecknädelchen piekte und einem beim Küssen sanft Erröten ließ, weil er so schroff an der Haut glitt. Gesichtsbehaarung kratzte beim Küssen angenehm, war kuschelig und verlieh ein Gefühl von Geborgenheit. Und Männlichkeit. Wichtige Fucktoren bei einem Osterhasen.
    Und sein Hals war ebenso schön. Ohne Begründung.
    Seiner Stimme konnte man den ganzen Tag lauschen, sie verschlug so manchem Wesen beim Zuhören den Atem. Unglaublich verführerisch.
    Außerdem waren viele bunte Bildchen auf seinem Körper verteilt, die nicht nur aufgeklebt waren. Die an seinem rechten Arm waren besonders anschauenswert. Dort waren böse Tiere drauf, die der Osterhase alle selber erlegt hatte. Die Schlange hätte ihm fast das Leben gekostet. Aber der Osterhase konnte sie im letzten Moment noch töten und auffressen. Danach war er voller Blut, welches bis jetzt seinen linken oder rechten Fuß zierte. Und sogar ein kleiner Fuchs kam aus seinem Fuß, er hatte sich dort ein kleines Nest gebaut, um Obhut zu finden.
    Sein Geruch war unwiderstehlich, natürlich und anziehend. Er roch nach Liebe, Sonne, Moos, Penner, Gras, Feld, Sex, Wiese, ein bisschen nach Pusteblumen und frischen Eiern aus dem Osternest, die er jeden Tag dort liebevoll hineinlegte. Auch ein bisschen nach Eisenbahn, denn das war das Gefährt, mit dem er oft reiste um seine vielen lustigen Freunde zu besuchen, die in einer fernen Stadt in kleinen Häuschen wohnten.
    Und zum Schluss: Sein Zuckerguss, der bei Erregung aus seinem Schwanz tropfte, war etwas ganz Besonderes. Unvergleichbar in seinem einmaligen Aroma. Im Geschmack wie auch im Geruch.

    Die DramaQueen wäre wegen eines dramatischen Unfalls eigentlich längst tot, wenn ihr höhere Mächte nicht zurück ins Leben geholfen hätten. Ihr Geist vermutete, dass sie wohl doch noch gebraucht wurde und sprach im Appell zu ihr: ‚Komm zurück, liebes Mädchen! Der Osterhase wartet auf dich! Du sollst ihm einen saftigen Eierkuchen backen, in einer Pfanne aus eisernem Guss.‘
    Nach einigen Monaten der Heilung und Erholung war sie ebenso schick anzusehen. Besser als vorher – der nahende Tod hatte Wirkung gezeigt.
    Sie hatte ein riesengroßes Tuning und eine ordentliche Gehirnwäsche hinter sich.
    Einst war sie eine hoffnungslose Baustelle, aber nach diesem mühseligen Feinschliff glänzte sie wie ein Diamant, auch im Schatten der Baumkronen. Innerlich wie äußerlich.
    Die Umstände haben sie zutiefst verändert und über ihre grausame Vergangenheit als armes Bettlermädchen legte sich ein großer Schatten.
    Bei dem Osterhasen hatte sie sich einst viele Chancen erbettelt. Aber der Osterhase warf sie gnadenlos von sich, denn sie hat sich nie genug angestrengt, um seinen geheimnisvollen Ansprüchen zu genügen.
    Doch nun fühlte sie sich wohl in ihrer aufgepimpten Haut, die sie sich teuer verdienen musste. Das Mädchen war sehr schlau und wusste, wie man sich mit Lust und Freude Geld anschafft.
    Sie war ein sehr freilebiges und freiliebiges junges Mädchen, die sich in den letzten Monaten zum Guten entwickelt und ihr Image gewechselt hatte, was sie für nötig hielt, da sie keinen Bock mehr auf ihr altes Leben hatte und neue Erfahrungen sammeln wollte.
    Sie hatte schulterlange kupferrote Haare, die sie meist wellig oder gar lockig trug. Das unterstrich ihre wilde Seite und passte perfekt zu ihrer blassen samtweichen Haut und ihren glasgrünen Augen.
    Ihre Lippen – oben wie auch unten – waren voll und kirschrot.
    Zudem war sie immer hübsch gekleidet, womit sie die Blicke der Kundschaft auf sich und sie zugleich in ihren zauberhaften Bann zog.
    Sie bevorzugte kurze Röckchen und feine Strumpfhosen, die nicht blickdicht waren.
    Obenrum durfte es gerne sinnlich sein, mit viel Spitze, schwarz und sehr figurbetont, denn ihre Brüste konnten sich sehen lassen, sowie der Rest ihres zierlichen Körpers.
    Sie legte Wert auf feminine Schnitte, die ihre erotische Ausstrahlung noch mehr zur Geltung brachten. Und sie liebte Parfum über alles. Aber ihr Geruch von Sex übertönte alles.
    In ihrem alten Vintage-Schrank hingen viele Kleidchen und unzählig viele Dessous lagen in einer großen Kiste mit Blumenmuster.
    Am liebsten mochte sie aber ihren schwarzen Mantel mit den vergoldeten Knöpfen.
    Sie war ein überaus kreatives Mädchen, das von Ideen und Wünschen getrieben war.
    In ihren Berufen konnte sie sich deshalb wunderbar ausleben und war erfolgreich mit ihrer Kunst.

    Der Osterhase und die DramaQueen waren also keine langweiligen Wesen – nicht so, wie es sonst oft üblich war.
    Beide hatten ihre Vor- und Nachzüge. Wobei die Nachzüge nun immer mehr in den Hintergrund rückten, da sie aus ihren Fehlern lernten und diese niemals wiederholen würden. Schon gar nicht DramaQueen!
    Nach langer Zeit wuchs Gras über die ganze Sache. Es kam nicht mehr zum Streit, kein Stress und beide verstanden sich wieder besser, mit Steigerungspotential.
    Sie kamen sich zögerlich näher. Eine zarte Frühlingsblume erwachte und wuchs heran.
    Die DramaQueen war inzwischen geheilt von all ihrem Kummer, den sie dem Osterhasen damals zu verdanken hatte. Er hat sie kaputt gemacht und ihre bunten Hoffnungen zerstört. Er hat all ihre Schmetterlinge brutal mit einem Küchenmesser umgebracht, die er aber nicht als Bildchen auf seinem Körper trug.
    Ihr zersplittertes Herz konnte nach einiger Zeit der Trauer endlich wieder zusammenwachsen und die Gedanken in ihrem Kopf wurden klar, wie das Wasser eines Bergflusses.
    All die Nebelwolken verschwanden ins Nirgendwo und kamen nie mehr zurück.
    Jetzt war sie sogar froh über diese schlimme Erfahrung. Das hat sie nur noch mehr gestärkt! Der Osterhase hat ihr sehr geholfen und sie war ihm unendlich dankbar.
    Und weil nun alles wieder supi war, konnten die beiden wieder ganz normal über Facebook miteinander unbeschwert reden, mit vielen lustigen Smilies und anderen bedeutungsvollen Symbolen. Sein Lieblingswort war hrrhrr.
    Die DramaQueen hatte nicht vor, die neue Spiel-Freundin vom Osterhasen zu entfernen. Nein, diese Gedanken kamen überhaupt nicht auf. Dafür sorgte der Osterhase nämlich schon selber auf eigene Verantwortung. Und das kam so: Die DramaQueen schrieb dem Osterhasen einen langen Brief und schickte ihn schüchtern in sein Email-Postfach.
    Der Osterhase freute sich riesig darüber und ihm wurde sofort ganz anders im Kopf und in der Hose. Glücksgefühle machten sich breit und der Osterhase erlebte das schönste Osterfest seines Lebens.

    Fortsetzung zensiert. Gibt’s eventuell auf Nachfrage.

    Osterhase macht Pause   dsc_9241 boeser-osterhase-2-496x650