badredheadlady

Persönlicher Blog

  • Es waren einmal zwei menschliche Wesen. Ein Osterhase, der in seiner versteckten Hasenhöhle körperlich schwer arbeiten musste, um immer wieder neuen Eierlikör produzieren zu können oder auch manchmal als Zogger unterwegs war, um wieder runterzukommen von all der Last.

    Und eine DramaQueen, die auf Grund eines krassen Unfalls als Autorin und Escort-Lady arbeitete, weil sie ihr Leben dem Osterhasen schenken wollte. Aber er lehnte ab, denn er war zu bescheiden für so viel Großzügigkeit.
    Diese beiden liebenswerten Wesen lebten seit längerer Zeit getrennt voneinander und hatten nur selten Kontakt, weil sie lange schrecklich verstritten waren und sich nicht mehr mochten. Obwohl sie sich früher gerne zu Ostern besuchten und sich mit niedlichen selbstgebastelten Geschenken überraschten. Oder auch im Sommer, wenn es warm war und sie draußen miteinander spielen konnten bis es dunkel wurde und ihnen der Mond leise zuflüsterte, dass sie ins Bett mussten.
    Eines Tages brachen andere Zeiten auf, als die Spätsommersonne sich langsam senkte und im Meer verschwand. Die Möwen flogen wild durch die Luft, sie ahnten, dass die Apokalypse naht. Beide fanden neue Spielpartner, die auch erstmal ganz toll waren und mit denen sie sich nun munter vergnügten und glücklich waren. So schien es jedenfalls.
    Aber hin und wieder träumten die beiden von ganz anderen Dingen und teilten in gewissen Abständen ihre versauten Phantasien den anderen via Facebook mit. Anders ließ sich der Kontakt nicht mehr aufrecht erhalten, weil die Handynummern längst verloschen waren. Eine höhere Instanz des Himmels, die hinter den Regenwolken wohnte, hatte sie gelöscht. Einfach so!

    Der Osterhase war sehr schick anzusehen.
    Er hat goldblondes Fell, welches in der Sonne funkelte und sich zart über seinen trainierten Körper zog. Ganz anders, als bei all den anderen Hasen die beschwingt durch den Frühling hoppelten und auf der Wiese singend tanzten.
    Sein gesamtes Erscheinungsbild wirkte sehr leger und die Eier hingen locker in der Hose, manchmal auch heraus. Das war ganz von seiner jeweiligen Stimmung abhängig.
    Er war sehr groß und hatte wunderschöne blau-grüne Augen, die man woanders niemals fand und einem Smaragd ähnelten. Sein Blick war intensiv und gefährlich, weil er pure Hornykeit ausdrückte und seine Augen vor Wollust glitzerten.
    Was ebenso schön an ihm war, war sein Bart, der wie kleine Stecknädelchen piekte und einem beim Küssen sanft Erröten ließ, weil er so schroff an der Haut glitt. Gesichtsbehaarung kratzte beim Küssen angenehm, war kuschelig und verlieh ein Gefühl von Geborgenheit. Und Männlichkeit. Wichtige Fucktoren bei einem Osterhasen.
    Und sein Hals war ebenso schön. Ohne Begründung.
    Seiner Stimme konnte man den ganzen Tag lauschen, sie verschlug so manchem Wesen beim Zuhören den Atem. Unglaublich verführerisch.
    Außerdem waren viele bunte Bildchen auf seinem Körper verteilt, die nicht nur aufgeklebt waren. Die an seinem rechten Arm waren besonders anschauenswert. Dort waren böse Tiere drauf, die der Osterhase alle selber erlegt hatte. Die Schlange hätte ihm fast das Leben gekostet. Aber der Osterhase konnte sie im letzten Moment noch töten und auffressen. Danach war er voller Blut, welches bis jetzt seinen linken oder rechten Fuß zierte. Und sogar ein kleiner Fuchs kam aus seinem Fuß, er hatte sich dort ein kleines Nest gebaut, um Obhut zu finden.
    Sein Geruch war unwiderstehlich, natürlich und anziehend. Er roch nach Liebe, Sonne, Moos, Penner, Gras, Feld, Sex, Wiese, ein bisschen nach Pusteblumen und frischen Eiern aus dem Osternest, die er jeden Tag dort liebevoll hineinlegte. Auch ein bisschen nach Eisenbahn, denn das war das Gefährt, mit dem er oft reiste um seine vielen lustigen Freunde zu besuchen, die in einer fernen Stadt in kleinen Häuschen wohnten.
    Und zum Schluss: Sein Zuckerguss, der bei Erregung aus seinem Schwanz tropfte, war etwas ganz Besonderes. Unvergleichbar in seinem einmaligen Aroma. Im Geschmack wie auch im Geruch.

    Die DramaQueen wäre wegen eines dramatischen Unfalls eigentlich längst tot, wenn ihr höhere Mächte nicht zurück ins Leben geholfen hätten. Ihr Geist vermutete, dass sie wohl doch noch gebraucht wurde und sprach im Appell zu ihr: ‚Komm zurück, liebes Mädchen! Der Osterhase wartet auf dich! Du sollst ihm einen saftigen Eierkuchen backen, in einer Pfanne aus eisernem Guss.‘
    Nach einigen Monaten der Heilung und Erholung war sie ebenso schick anzusehen. Besser als vorher – der nahende Tod hatte Wirkung gezeigt.
    Sie hatte ein riesengroßes Tuning und eine ordentliche Gehirnwäsche hinter sich.
    Einst war sie eine hoffnungslose Baustelle, aber nach diesem mühseligen Feinschliff glänzte sie wie ein Diamant, auch im Schatten der Baumkronen. Innerlich wie äußerlich.
    Die Umstände haben sie zutiefst verändert und über ihre grausame Vergangenheit als armes Bettlermädchen legte sich ein großer Schatten.
    Bei dem Osterhasen hatte sie sich einst viele Chancen erbettelt. Aber der Osterhase warf sie gnadenlos von sich, denn sie hat sich nie genug angestrengt, um seinen geheimnisvollen Ansprüchen zu genügen.
    Doch nun fühlte sie sich wohl in ihrer aufgepimpten Haut, die sie sich teuer verdienen musste. Das Mädchen war sehr schlau und wusste, wie man sich mit Lust und Freude Geld anschafft.
    Sie war ein sehr freilebiges und freiliebiges junges Mädchen, die sich in den letzten Monaten zum Guten entwickelt und ihr Image gewechselt hatte, was sie für nötig hielt, da sie keinen Bock mehr auf ihr altes Leben hatte und neue Erfahrungen sammeln wollte.
    Sie hatte schulterlange kupferrote Haare, die sie meist wellig oder gar lockig trug. Das unterstrich ihre wilde Seite und passte perfekt zu ihrer blassen samtweichen Haut und ihren glasgrünen Augen.
    Ihre Lippen – oben wie auch unten – waren voll und kirschrot.
    Zudem war sie immer hübsch gekleidet, womit sie die Blicke der Kundschaft auf sich und sie zugleich in ihren zauberhaften Bann zog.
    Sie bevorzugte kurze Röckchen und feine Strumpfhosen, die nicht blickdicht waren.
    Obenrum durfte es gerne sinnlich sein, mit viel Spitze, schwarz und sehr figurbetont, denn ihre Brüste konnten sich sehen lassen, sowie der Rest ihres zierlichen Körpers.
    Sie legte Wert auf feminine Schnitte, die ihre erotische Ausstrahlung noch mehr zur Geltung brachten. Und sie liebte Parfum über alles. Aber ihr Geruch von Sex übertönte alles.
    In ihrem alten Vintage-Schrank hingen viele Kleidchen und unzählig viele Dessous lagen in einer großen Kiste mit Blumenmuster.
    Am liebsten mochte sie aber ihren schwarzen Mantel mit den vergoldeten Knöpfen.
    Sie war ein überaus kreatives Mädchen, das von Ideen und Wünschen getrieben war.
    In ihren Berufen konnte sie sich deshalb wunderbar ausleben und war erfolgreich mit ihrer Kunst.

    Der Osterhase und die DramaQueen waren also keine langweiligen Wesen – nicht so, wie es sonst oft üblich war.
    Beide hatten ihre Vor- und Nachzüge. Wobei die Nachzüge nun immer mehr in den Hintergrund rückten, da sie aus ihren Fehlern lernten und diese niemals wiederholen würden. Schon gar nicht DramaQueen!
    Nach langer Zeit wuchs Gras über die ganze Sache. Es kam nicht mehr zum Streit, kein Stress und beide verstanden sich wieder besser, mit Steigerungspotential.
    Sie kamen sich zögerlich näher. Eine zarte Frühlingsblume erwachte und wuchs heran.
    Die DramaQueen war inzwischen geheilt von all ihrem Kummer, den sie dem Osterhasen damals zu verdanken hatte. Er hat sie kaputt gemacht und ihre bunten Hoffnungen zerstört. Er hat all ihre Schmetterlinge brutal mit einem Küchenmesser umgebracht, die er aber nicht als Bildchen auf seinem Körper trug.
    Ihr zersplittertes Herz konnte nach einiger Zeit der Trauer endlich wieder zusammenwachsen und die Gedanken in ihrem Kopf wurden klar, wie das Wasser eines Bergflusses.
    All die Nebelwolken verschwanden ins Nirgendwo und kamen nie mehr zurück.
    Jetzt war sie sogar froh über diese schlimme Erfahrung. Das hat sie nur noch mehr gestärkt! Der Osterhase hat ihr sehr geholfen und sie war ihm unendlich dankbar.
    Und weil nun alles wieder supi war, konnten die beiden wieder ganz normal über Facebook miteinander unbeschwert reden, mit vielen lustigen Smilies und anderen bedeutungsvollen Symbolen. Sein Lieblingswort war hrrhrr.
    Die DramaQueen hatte nicht vor, die neue Spiel-Freundin vom Osterhasen zu entfernen. Nein, diese Gedanken kamen überhaupt nicht auf. Dafür sorgte der Osterhase nämlich schon selber auf eigene Verantwortung. Und das kam so: Die DramaQueen schrieb dem Osterhasen einen langen Brief und schickte ihn schüchtern in sein Email-Postfach.
    Der Osterhase freute sich riesig darüber und ihm wurde sofort ganz anders im Kopf und in der Hose. Glücksgefühle machten sich breit und der Osterhase erlebte das schönste Osterfest seines Lebens.

    Fortsetzung zensiert. Gibt’s eventuell auf Nachfrage.

        

  • Tränenkuchen

    Ich backe dir einen Kuchen, mit all meinen Tränen, die ich voller Kummer in den Teig weine. Weil du Geburtstag hast und ich nicht mehr eingeladen bin.
    Erstens muss ich an dem Wochenende arbeiten und zweitens hast du keine Gefühle für mich, wie du mir per Mail erklärt hast. Ein Schock, nach all der Hoffnung, die du über Wochen in mir geweckt hast. Vor einigen Tagen waren wir uns noch so vertraut und nun sind wir distanzierte Fremde. Oder enge Freunde. Wie es immer üblich ist, wenn es für eine ernsthafte Beziehung nicht reicht und man die Schmerzphase überwunden hat
    Gründe konntest du mir nicht nennen, nein. Aber dein Bauch ist der Meinung, dass ich nicht zu dir passe. Und du glaubst ihm. Gegenseitige Sympathie und Attraktivität werden ausgeblendet, weil dein Bauch recht hat. Basta.
    Kann dein Bauch sehen?
    Kann dein Bauch mehr fühlen, als dein Hirn?
    Warum vertraust du deinem Bauch mehr, als uns?
    Ich kapiere es nicht. Akzeptieren muss ich es trotzdem.
    Weinend sitze ich auf dem Küchenstuhl, mit der traurigen Teigschüssel vor mir. Mein verschwommener Blick starrt auf deine letzte Mail, die ich immer und immer wieder durchlese und mit jedem Satz neu interpretiere, um doch noch etwas Positives zu finden. Aber es gibt nichts.
    Kurz nach Mitternacht schiebe ich den Teig in den Ofen, völlig apathisch. Ich ziehe die Küchenuhr auf, damit der Kuchen nicht anbrennt, in meiner geistigen Abwesenheit. Dennoch wird er an einer Ecke schwarz. Was soll’s, die Schokoglasur wird den Fehler schon vertuschen.
    Das wird der erste Kuchen sein, den ich im Paket verschicken werde und wahrscheinlich wird es keinen Anlass geben, so etwas nochmal zu tun. Wer verschickt schon verderbliche Lebensmittel mit der Post…
    Damit der Kuchen nicht alleine reisen muss, kann er die Gesellschaft netter Worte, die auf Papier geschrieben sind, genießen und darf sich von Konfetti schmücken lassen, dass ich in den Karton streue. Lauter Herzchen und Kleeblättchen als Symbol, wie sehr ich dich mag.
    Zum Schluss wird er in Servietten eingebettet, die ihn vor groben Stößen schützen. Außerdem habe ich nebenbei auch 18 Muffins gebacken, die als Airbag dienen.
    Ob der Kuchen salzig geschmeckt hat, werde ich nie erfahren, da er nie bei dir angekommen ist (trotz Sendungsverfolgung) und die Liebe nie deinen Magen erreicht hat.
    Ein vergessenes Paket und unerwiderte Gefühle, die nach und nach sterben werden, damit die Freundschaft Platz hat, die mit der nächsten festen Freundin aufhört.

  • Leicht und geschmeidig gleite ich durch das trübe Wasser, an einem stillen sonnigen Herbsttag. Mein Magen ist mit Leere gefüllt und das Gefühl der Schwerelosigkeit nimmt zu – ich habe Hunger! Auf der Suche nach etwas Essbarem schaue ich mich nach Freunden und Familie um. Leider ist niemand zu sehen, bis auf ein paar glibberige Quallen, die ziellos im Wasser treiben. Ich habe sie noch nie gemocht, sie schmecken nicht. Hungrig suchend ziehe ich meine Bahnen. In der Ferne erahne ich auf einmal etwas, das mich interessiert. Dort bewegt sich etwas und es weckt meinen Jagdtinstinkt. Sofort schwimme ich näher heran und kann nichts anderes tun, als anzubeißen. Der Biss tut verdammt weh. Etwas Spitzes hat sich in meinem Maul festgefangen. Ich winde mich und versuche zu entkommen. Stattdessen werde ich an einem dünnen Bindfaden schmerzhaft hochgezogen. Ein letztes Mal fällt mein Blick zurück ins Wasser. Aus dem Augenwinkel heraus erkenne ich meine Frau Gertrud, die mir traurig hinterherguckt. Ich hätte ihr gerne noch gesagt, wie sehr ich sie liebe. Es tut mir Leid, dass ich so dumm war und auf diesen glitzernden Gummifisch hereingefallen bin.
    Jetzt kommt ein großes Netz zum Einsatz, von dem ich gekonnt eingefangen werde und ich kann mich nicht dagegen wehren. Mir bleibt nicht anderes übrig, als mich meinem Schicksal zu ergeben und für mich wird es nicht gut enden, das spüre ich.
    Dann werde ich mit einem Kopfschlag auf’s Boot geschmissen. Ich fühle mich ganz beduselt. Der Wind zieht barsch durch meine Kiemen und ich schnappe eifrig nach Luft. Meine Flossen zucken, aber ich komme nicht von der Stelle. Eine Minute später wird dieser unangenehme Zustand durch einen kurzen Messerstich beendet. Ich bin tot.
    Anschließend werde ich in eine durchsichtige Plastiktüte gepackt und in einer kühlen Box verstaut, in der noch viel Platz ist. Neben mir liegt ein Messer, an dem altes Blut klebt. Ist das vielleicht der Ort, wo meine Freunde zuletzt waren? Jedes Mal, wenn die Klappe aufgeht, rechne ich mit toter Gesellschaft. Aber ich werde nur angeguckt und angefasst. Ich höre, wie eine Stimme sagt:“Ist der noch gut, Ali?“
    „Jaaa“, schreit jemand.
    Mir ist schon lange nicht mehr gut.
    Mein Zeitgefühl habe ich zwar verloren, aber nach gefühlten Stunden bin ich immer noch alleine. Ich lausche, was draußen vor sich geht.
    „Wir fahren nach Hause. Heute ist einfach kein guter Tag, nichts tut sich. Gar nichts, kein Biss, nichts. Ich bin echt traurig.“
    Bin ich froh, dass Gertrud nicht angebissen hat. Ihr hohes Selbstwertgefühl hat ihr das Leben gerettet. Dennoch vermisse ich sie.
    Hinter mir rattert der Motor und mein lebloser Körper vibriert rhythmisch in der Box.
    Nach einer Weile wird der Deckel geöffnet und ich werde im Mondlicht durch die Gegend getragen. Ich habe keine Ahnung, wohin.
    Irgendwer fragt direkt neben mir:“Oh je. Nur ein Hecht? Zeig mal.“ Wahrscheinlich sind sie enttäuscht, dass ich Gertrud nicht mitgebracht habe. Ich muss ständig an sie denken und vergesse alles um mich herum.
    „Wir sind da, pack schon mal den Fisch auf den Tisch, bitte!“
    Meine Gedanken werden abrupt unterbrochen. Den Fisch? Ich? Was passiert jetzt mit mir?
    Wieder werde ich hektisch woanders hingetragen und in einem hellen Raum auf eine Zeitung gelegt. Mein Blick ist leer und mein Maul ist taub. Als ich das metallische Rascheln im Besteckkasten höre, werde ich hellhörig. Es klingt gefährlich!
    „Zuerst schneidet man den Kopf und die Flosse ab“, sagt der Typ über mir und tut im gleichen Moment das, was er sagt.
    „Und dann schneidet man einfach den Bauch auf und zieht das Messer so durch den Fisch. Das ist alles eigentlich gar nicht so schwer.“
    Ich mag gar nicht dabei zusehen, was er mit mir anstellt und komme mir vor, wie in einem Splatterfilm. Konzentriert und geschickt werde ich mit einem großen Messer in Stücke geteilt. Mein Blut wird von der Zeitung aufgesogen und die anderen kleinen Reste werden mit einem nassen Lappen weggewischt. Alles, was von mir nicht gebraucht wird, landet im Müllsack. Mein leerer Magen auch.
    Am Ende bleiben von mir vier mittelgroße Filets übrig, die behutsam in Mehl gebadet werden.
    In der Nähe höre ich schon das nervöse Knistern in der Bratpfanne, die Butter wartet schon auf mich.
    „Mittlerweile habe ich echt Hunger“, sagt Ali und legt mich in die Pfanne.
    Ach ja? Den hatte ich auch und musste dafür sterben. Dafür sterben, dass ihr euren Hunger stillt und satt werdet. Wie gemein.
    Meine letzte Station ist der Teller, eine Prise Salz hilft mir dabei, endgültig Abschied zu nehmen.
    Wenigstens seid ihr nun glücklich, wenn ich euch schmecke.
    Auf Wiedersehen, Gertrud.

  • Inkognito Nachbarn

    Da stehen sie, genau vor meiner Tür und tratschen. Zwei ältere Damen die sich im hörbarem Flüsterton auf dem Hausflur miteinander unterhalten und die Pausen mit einem herzlichen Lachen füllen.
    So, wie es die Leute früher im Dorf eben taten. Das redselige Verhalten der Frauen ist geblieben, nur findet dieses emsige Gerede heute in moderner Umgebung statt. Nämlich vor meiner Tür in einem Mehrfamilienhaus mit hallenden Betonwänden.

    Ich möchte eigentlich gar nicht wissen, worum es geht.
    Aber die Neugier treibt mich doch dazu, kurz an der Tür zu lauschen und durch den Spion zu gucken. Die Gesprächspartner wechseln von Woche zu Woche. Mal eine Nachbarin von oben oder mal die adrette Dame von nebenan.
    Meine Nachbarn haben eine Gemeinsamkeit – sie alle sind Rentner.
    Aber ihre Gesprächsthemen ähneln sich jedes Mal.
    Meist geht es um den Untergang der gesitteten Jugend, neue Häuser, Bluthochdruck/Diabetes/Medikamente und tote Leute, die frisch verstorben sind. Und natürlich geht es um Krankenhäuser.
    Oder es geht um mich, da ich der Dorn in diesem verblümt betagten Haus bin.
    Vor allem sind meine Bekanntschaften der Fokus ihrer abendlichen Fensterrunde. Die sind nämlich spannender, als Rentner-Krimis, wie z.B. die Lindenstraße, Rosamunde Pilcher und der Bergdoktor.

    Denn den alten Herrschaften entgeht nichts, so lange sie den ganzen Tag hinter ihrer zugezogenen Küchengardine am Fenster sitzen und freie Sicht auf die Eingangstür haben. Im Sommer sind sie mutiger und stützen sich auf ihrem ergonomisch geformten Ellenbogenkissen weit aus dem Fenster, um auch die anderen Eingangstüren im Blick zu haben.
    Da wird keine Rücksicht auf Privatsphäre genommen. Nein, sie mischen sich aus ihrer Beobachterperspektive ordentlich in vage Begebenheiten ein, damit es beim nächsten Tratsch auf dem Flur interessante (aber falsche) Neuigkeiten gibt, die in meiner Abwesenheit unter drei Augen besprochen werden besprochen werden, dank grünem Star.

    Manchmal komme ich während ihrer tüchtigen Gespräche überraschend aus der Tür, sage freundlich hallo und bringe eine halbvolle Tüte Müll nach draußen, um ein Alibi zu haben.
    Die Aussage ihrer Blicke kann ich schwer zuordnen. Sie versuchen, mich nett und aufrichtig anzuschauen, aber ihr gespielter gut gemeinter Blick bleibt irgendwo bei entsetzt und abwertend stecken.
    Aber sie versuchen zumindest, ein gezwungenes Lächeln auf ihre schmalen Lippen bekommen.

    In ihren Augen bin ich rund zehn Jahre jünger und schleppe jede Woche einen neuen Typen mit nach Hause, mit dem ich mich bei lauter Musik restlos besaufe, bis mein Bett Probleme mit der Statik kriegt.
    Denken sie.
    Weil sie nicht in der Lage sind, zwischen Kumpel, Lover und Freund zu unterscheiden. Denn früher gab’s nur den Einen. Den einen Ehemann mit zwanzig, weitere männliche Freundschaften völlig ausgeschlossen.

    Deswegen nehmen sie auch keine Pakete für mich an.
    Weil ihre festgefahrenen Vorurteile mein wahres Ich sprengen.
    Knappe Klamotten, Bandshirts, Schminke, roter Nagellack und dünne Strumpfhosen, teils mit Laufmaschen.
    Das reicht für Oma schon aus, um nicht unter die Oberfläche tauchen zu wollen.
    Und nicht zu vergessen: Die Mischung aus Zigarettenduft, ein bisschen Chemie und Parfüm.
    Fertig ist das Klischee eines fragwürdigen Lebensstils.

  • So sind Männer am schlimmsten. Für mich.

    Ich schaue auf mein Handy. Ein Blick genügt, um es genervt wieder in die Hosentasche zu stecken.
    Schon wieder fünf neue Nachrichten, obwohl ich gerade mal vor drei Stunden geantwortet habe!
    Es sind Antworten auf immer die selben Fragen. Und meine Antworten auf seine Fragen ändern sich auch nach drei verdammten Stunden nicht gravierend.

    Um einige beliebte Beispiele zu nennen:

    ‚Na, wie geht’s dir?‘
    ‚Was machst du gerade?‘
    ‚Bist du immer noch auf Arbeit?‘
    ‚Was machst du nach der Arbeit?‘
    ‚Schläfst du schon?‘
    (-> situationsbedingte Frage, wenn ich spät abends nicht mehr antworte, obwohl ich selbstverständlich noch wach bin, da ich erst sehr spät ins Bett gehe)

    Was sollen all diese belanglosen Fragen?
    Es sind Fragen von einem Kerl, den ich eigentlich kaum kenne. Aber er tut alles dafür, um mich besser kennenzulernen und er tut es auf die anhängliche Art, die ich nicht leiden kann.
    Ich hingegen habe ihn längst durchschaut, ohne viele Fragen stellen zu müssen. Und trotzdem bin ich mir sicher, ihn inzwischen bestens zu kennen.
    Ein Mann aus Glas. Ich muss ihn nur anschauen, um das Wichtigste zu wissen.

    Wie es mir geht, ist oft undefinierbar. Zwischen gut und schlecht ist alles möglich.
    Aber ich mache fast jeden Tag die selben Dinge.
    Nämlich 12-14 h arbeiten, und mich nebenbei um Hobbys und Freunde kümmern.
    Deshalb bekommt er jeden Tag die selben Antworten von mir. Nur er checkt es nicht. Er checkt nicht, dass ich Ziele und Pläne habe, die ohne einen Mann genauso gut funktionieren. Das nennt man Unabhängigkeit.
    Das Beste an der Sache ist, dass wir nicht mal ein Paar sind. Er hat nicht das Recht, mich mit seiner Nähe und seiner Neugier zu bedrängen.
    Er ist wie ein Teddybär, der geknuddelt werden will. Am besten auf der Couch vor dem Fernseher. Mit einer Tüte Chips und einer Cola.
    – Ohne mich.

    Er passt genau in die Schablone: Liebevoller Langweiler, der eine durchgeknallte Frau braucht, um sich nicht mehr zu langweilen.
    Vor allem spielt er sich wie ein verklemmter Kumpel auf, der bei dem Wort ‚Sex‘ gleich rot anläuft, weil es ihm peinlich ist, darüber zu reden.
    Geht gar nicht, da kann ich nur verachtend den Kopf schütteln.
    Kuscheln statt Sex? – No way.
    Ich bin nur sein platonischer Zeitvertreib, damit sein Leben wieder ein bisschen mehr Sinn macht.
    Mein Leben macht auch ohne ihn Sinn und ich bin mir nicht sicher, wozu ich ihn überhaupt brauche.

    Er macht auch jeden Tag das Gleiche – sich langweilen, was sonst.
    Weil er keine gescheiten Hobbys hat und seine Freunde anscheinend auf Abstand gehen, wenn er nicht gerade auf deren Hochzeiten eingeladen wird.
    Warum wohl?
    Vielleicht weil er nervt und alleine mit sich nichts anfangen kann?
    Er hat kein eigenes Leben, das ist das Problem.

    Ich finde es schlimm, wenn jemand mit sich alleine nicht klarkommt und gar nicht weiß, was er vor lauter Langeweile tun soll. Für mich gibt es eigentlich nichts Schlimmeres, als solche Menschen. Leider gibt es viele von denen und ich akzeptiere es, aus der Ferne betrachtet.
    Und wenn es sich dabei um Männer handelt, ist das noch viel schlimmer.
    Ist doch bescheuert, wenn Männer bei ihrer Freizeitgestaltung auf das Mitwirken von Frauen hoffen und auf nette Worte warten.
    Andersrum wäre es, meiner Meinung nach, deutlich spannender.

    Wäre er ein ignorantes Arschloch, würde er bestimmt etwas mehr Beachtung von mir kriegen.
    Mit Provokation und Rebellion könnte er mich mehr beeindrucken.
    Und natürlich sollte er einen interessanten Job haben und so gut wie nie erreichbar sein.
    Das wären für mich sehr zufriedenstellende Umstände.

    Also: Wer mich haben will, der sollte mich lieber in Ruhe lassen.
    Oder abwarten, bis ich konkrete Wünsche äußere oder aus Eigeninitiative anzügliche Annäherungsversuche mache.
    Alles andere zieht bei mir nicht.

  • Wieder eine dieser ewig langen Nächte voller Träume im gedämpften Wachzustand.
    Schlaflos, scharf und einsam in einem Bett, das viel zu groß ist, für eine zierliche Person wie mich. Und dennoch zu klein für das Ausmaß meiner Fantasie und die Flut meiner Gedanken, der ich nicht entkommen kann.
    Ich liege wie benommen im Bett, während mir der Mond rücksichtslos auf mein Gesicht knallt. Das Licht des Mondes ist stärker, als der Stoff der Vorhänge es zulässt.
    Eigentlich bin ich völlig übermüdet und fertig vom Abend, der hinter mir liegt. Ein Abend, der nie stattgefunden hat, aber unvergesslich ist.
    Dieser Abend ist der Blockbuster in meinem Kopf. Ein Film, der sich jede Nacht wiederholt, so lange mich niemand wachrüttelt und der kranken Illusion ein Ende bereitet.

    Unsere Affäre ist spannend, da unser Kontakt nur auf die wenigen Abende beschränkt ist, an denen wir uns sehen. Tagsüber sind wir uns fremd und kennen uns nicht.
    Wir schütten uns nicht mit niedlichen Nachrichten zu, die uns verkitschen und uns den Respekt nehmen.
    Unser Verhältnis ist deshalb distanziert, denn zu viel Nähe würde den Reiz unserer Treffen zerstören. Und uns.
    Wir dürfen nicht als wehrlose Opfer gegenseitiger Gefühls-Abhängigkeit enden. Aber ich würde lügen, wenn ich mit Stolz behaupten würde, ich hätte keine Gefühle für dich.

    Ich sitze dir gegenüber, in einem Restaurant deiner Wahl, da du am besten weißt, wo man stilvoll Essen gehen kann und dazu noch ein gutes Glas Rotwein bekommt.
    Auch heute bist du zu spät zu unserer Verabredung gekommen.
    Du meintest, dir wäre ein wichtiger Termin dazwischen gekommen, ganz spontan. Aber ich mache kein Drama draus, denn wir sind kein Paar, sondern zwei freie Menschen.
    Gefühlsfrei und flexibel, ohne die vielen Regeln, die in einer normalen Beziehung vorherrschen.

    Ich erzähle dir auch nicht, dass ich vorhin fies von einem Typen angemacht wurde, als ich draußen auf dich wartete. Wahrscheinlich sah er in mir ein leicht bekleidetes Mädchen, das einfach zu haben war, während er völlig betrunken an mir vorbeilief und versuchte, mich anzufassen. Es gelang ihm nicht, da ich schnell einen Schritt zurückwich und er ins Leere griff. Er verschwand ohne ein weiteres Wort an der nächsten Straßenecke. Wo immer sein Weg ihn auch hinführen würde, in seinem reduzierten Geisteszustand.

    Warum soll ich dir also von dem Erlebnis erzählen. Schließlich ist mir nichts passiert. Meine Kleiderwahl trägt mit dazu bei, dass es überhaupt zu solchen Vorfällen kommt. Zwar bin ich kein überstrapaziertes Fashion-Victim, aber ich lege schon Wert auf ein betont weibliches Erscheinungsbild, zumal es mir mein Körper erlaubt.
    Heute trage ich einen langen dunkelblauen Parka und eine feine schwarze Strumpfhose. Was sich unter dem Parka befindet, lässt sich erahnen. Ein kurzes Kleid, ziemlich verspielt, aber auch ziemlich sexy und mutig. Meine High Heels vervollständigen das Klischee einer Frau, die auf Provokation setzt und ein Engel der Verführung ist. Ein Klischee, welches auch dich äußerlich gut ergänzt.

    Ich liebe dich.
    Obwohl ich es nicht will und es nicht zu unserer Abmachung passt, frei und unabhängig voneinander zu sein.
    Liebe macht abhängig, mit allen Sinnen, immer und überall. Die Liebe zu dir begleitet mich den ganzen Tag, in jeder Sache, die ich tue, steckst auch du. Du bist mein innerlicher Antrieb und die Motivation für mein Handeln.
    Liebe treibt und du bist mein Herz.
    Daran kann ich nichts mehr ändern, denn es ist zu spät. Sobald ich dich sehe, versuche ich krampfhaft, dir meine Gefühle nicht anmerken zu lassen. Bis jetzt habe ich es geschafft, nur irgendwann wird dieses Geheimnis aufbrechen und der Zauber unserer Anziehung ist vorbei, da sie nur auf Distanz funktioniert.

    Wenn ich dir in die Augen schaue, könnte ich in dieser Tiefe versinken. Jeder einzelne Blickkontakt weckt in mir die Sehnsucht, mich dir völlig hinzugeben. Bedingungslos.
    In deinen Augen sehe ich deine Erfahrung, in der du mir weit voraus bist. Das macht dich attraktiv.

    Uns trennen 20 Jahre Erfahrung und der Reiz dieses Unterschieds führt uns zusammen, da jeder das in dem anderen findet, was er für sich persönlich braucht.
    Ich liebe deine Unnahbarkeit und den Kampf um Aufmerksamkeit, die du mir erst schenkst, wenn ich es verdient habe. Das erreiche ich durch die Art, in der ich dich verführe. Indirekt durch mein Alter und direkt durch mein Aussehen, sowie mit meinem Charakter, der dich mit seiner Vielseitigkeit überzeugt. Die Bandbreite zwischen naiv und erwachsen ist enorm.

    Männer mögen oft Frauen, die jung, hübsch und unverbraucht sind.
    Junge Frauen mit Frischesiegel und dennoch verdorben, als hätten sie bis auf Sex nie etwas anderes im Leben kennengelernt.
    Außerdem muss die Frau clever sein, um zu wissen, wie sie einen richtigen Mann am besten um den Finger wickelt, damit sie ihre eigenen Wünsche auskosten kann und das bekommt, was sie will. Eigentlich auch zu Gunsten des Mannes, denn er wird von ihrem Glück und ihrer Zufriedenheit profitieren.

    Ich habe keine Wünsche, außer völlige Hingabe in einer gemeinsamen Nacht. Die Entscheidung des Zeitpunkts überlasse ich dir. Dass es bald soweit sein wird, merke ich dir immer mehr an, indem du mir zeigst, wie viel Macht du über mich hast. Du redest ehrlicher mit mir und dein Blick wird eindringlicher. Manchmal redest du kaum, sondern sitzt nur schweigend da und beobachtest mich, mit einer Intensität, die mich verlegen macht. Nebenbei rauchst du gelassen deine Zigarette und genießt es, mich hinzuhalten, damit unsere Affäre weiter von der Sehnsucht leben kann und sich vertieft.
    Ich denke, du weißt, dass du mit deiner Distanz und deiner Kälte dein Ziel erreichst, mich einzuschüchtern und gefügig zu machen. Nur willst du nicht zu schnell ans Ziel kommen, sondern dein Opfer lieber an die Spitze der Lust treiben, bevor du mich erlöst und wir uns beide im Bett verlieren.

    Du löst in mir ein Wechselbad der Gefühle aus.
    Wärme und Kälte laufen mir fast gleichzeitig über den Rücken. Wie ein Fieber im Liebesdelirium, die Folge einer Affäre zwischen Gut und Böse.
    Eines steht inzwischen fest: Solltest du dich je entscheiden, mit mir zu schlafen, werde ich daran kaputt gehen.

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  • Katerli Bondewor

    Heute Morgen stand ich auf, nachdem ich in meinem Katzenkorb aus gold-lackiertem Korbgeflecht aufwachte. Das Kissen, auf dem ich schlief, war rosa. Diese Farbe liebte ich, denn sie hatte viel mit meinem Charakter gemeinsam. Ich würde mich als vorsichtig und wagemutig bezeichnen. Je nachdem. Natürlich war ich auch verträumt und kostete mein Leben, während ich schlief, genüsslich in meinen Träumen aus. Es gab immer viel zu fressen und schnurrende Miezen. Außerdem war ich der König der Löwen.
    Auch mein echtes Leben war toll. Jede Katze hat sieben Leben, ich lebte bereits mein sechstes und es wurde mit jedem Jahr besser. Viele prekäre Unfälle hatte ich schon überlebt. Einmal war ich vom fünften Balkon gestürzt und hatte mir das Genick gebrochen. Ein lautes Krachen erfüllte meine Umgebung, als ich mit voller Wucht auf den harten Betonboden landete, der auch im Sonnenlicht nicht glitzerte.
    Es hatte einige Momente gedauert, bis ich wieder zu mir kam. In einem weißen Raum unter einer grellen OP-Lampe, die mich fast erblinden ließ. Eine Horde von Lebewesen umgab meinen zerbrechlichen Körper und schaute prüfend auf mich herab. Aber alles halb so wild, ich lebte noch, denn ich war Katerli Bondewor, Frauchen Hildegard’s Liebling. Ich würde sie niemals nie im Stich lassen.
    Als ich noch ganz klein war, adoptierte sie mich und ich schloss sie sofort tief in mein Herz.
    Sie gehörte mir.

    Vor meiner Adoption wuchs ich auf einem wunderschönen Bauernhof auf, wo es noch viele andere verschiedene Tiere gab, die ich alle sehr mochte. Kurz nach meiner Geburt hat mir der kleine Hund Bello ins Ohr gebissen, das tat weh. Das Ohr wuchs zum Glück wieder nach. Ich mag meine Ohren, sie sind oben spitz und innen flauschig. Viele Haare schmücken meinen Kopf und ich sehe aus wie ein süßer Tiger in Mini-Format. Meine Nase ist scharf, mein Maul ist gierig und meine Augen haben Hunger nach Abenteuer. Ja, ich bin Katerli Bondewor. Und mein Fell ist rebellisch rot, gespickt mit weißen Streifen, die sich nicht ablecken lassen.
    Auf dem Bauernhof erlebte ich viele spannende Abenteuer und alle Tiere spielten mit mir auf einer großen Wiese mit bunten Pusteblumen im hellen Sonnenlicht. An solchen Tagen gab es keine Zuckerwatte am Himmel, sondern nur Schmetterlinge und Libellen. Ich liebte diese fliegenden Tiere, die ich mit meinen zarten Krallen zum Stillstand brachte und die Luft wieder frei war.
    Manchmal fragte mich Bello, warum ich eine Katze bin? Ich konnte es ihm nicht sagen. Ich und Bello waren trotzdem die besten Freunde, die man sich nur vorstellen konnte, auf der ganzen weiten Welt. Unzertrennlich.
    Bello war ein graziler Jagdhund und darum war es sein Schicksal, bei der Jagd angeschossen zu werden. Er kam nochmal mit einem Streifschuss und einem blauem Auge davon, das eigentlich braun war. Bello war tapfer und tollpatschig. Genau wie ich, wenn ich auf dem Tisch beim Tierarzt lag.

    Aber es gab nicht nur Bello, sondern auch Mina, das Schaf.
    Auch sie war eine meiner besten Freunde und immer hatte sie lockige Haare. Ihr Fell war aus zitronengelber Wolle, so warm und weich. Aber auch fettig, wenn man genauer hinsah. Mina war hübsch. Allerdings nur im Winter, denn im Sommer kam sie nackt und mit ohne Fell nach Hause. Das war bestimmt deswegen, damit sie nicht schwitzt, denn so ein dickes Fell ist wohl wie eine tragbare Heizung auf Hochtouren, mit defektem Drehknopf zum Runterschalten. Wahrscheinlich wollten sie ihr mit dem Kurzhaarschnitt einen Gefallen tun und ihr das Leben retten. Sonst hätte sie bald einen Kurzschluss erlitten und wäre in Flammen aufgegangen. Arme Mina.
    Sie stopften ihr zerschnittenes Fell in zwei braune Säcke und trugen sie vor ihrer Nase fort. Mina war großzügig und naiv. Sie kämpfte nicht. Genau wie ich, wenn ich schlief. Was sie mit ihren Haaren taten, wusste ich nicht. Vielleicht machten sie daraus neue Tiere, Tiere ohne Herz und Organe. Leblose Lebewesen aus Mina’s Wolle.
    Ich kann mich daran erinnern, dass kleine Lebewesen solche Tiere oft auf ihrem Bett sitzen haben und gerne mit ihnen kuscheln, um besser schlafen zu können. Mina wusste auch nicht, was mit ihren Haaren passierte. Sie wusste nur, dass sie wieder nachwachsen, am liebsten hellblau. Das war ihr allergrößter Wunsch. Mina war eben das schwarze Schaf auf unserem Bauernhof.
    Total blau-äugig.

    Einen besten Freund auf dem Bauernhof hatte ich noch.
    Kevin, die Kuh. Er war bunt, hatte schwarz-weiße Flecken auf seinem Fell und hatte eine große rosa Schnauze, die er immer mit seiner feuchten Zunge abschleckte, wenn Fliegen daran hängen blieben. Er war die perfekte Fliegenfalle.
    Kevin fragte mich, warum ich eine Katze bin? Ich konnte es ihm nicht sagen. Ich und Kevin waren trotzdem die besten Freunde. Er war dick, stand den ganzen Tag im Stall herum und hatte eine Absaugpumpe am Euter hängen. Ein abscheulicher Anblick. Nebenbei fraß er das Heu, das andere Lebewesen liebevoll für ihn auf den dreckigen Boden drapiert hatten. Sie wollten, dass er nicht verhungert und glücklich ist. Aber ich konnte nicht verstehen, dass Heu ausreicht, um satt und glücklich zu werden. Kevin meinte, es schmeckt ihm. Vor allem, wenn noch ein paar vertrocknete Butterblumen mit Käfern drin waren und er fraß den ganzen Tag, bis abends. So konnte das Glück den ganzen Tag in seinem Bauch wachsen.
    Ich mochte Kevin, er war so schön vertrottelt und gutgläubig. Genau wie ich, wenn ich betrunken war.

    Eines Tages stand Kevin nicht mehr im Stall. Ich konnte mir nicht erklären, wo er auf einmal hingegangen war. Schließlich ging er nie alleine zu Fuß irgendwo hin, da er den Weg nicht kannte. Doch dann sah ich, wie die anderen Lebewesen ihn in einen viereckigen Raum auf Rädern wegfuhren und hinter dem Horizont verschwanden.
    Kevin gab jämmerliche Laute von sich, obwohl er doch noch gar nicht wusste, wohin die Reise geht. Ich denke, er war einfach zu pessimistisch, denn er sagte schon immer, dass er die anderen Lebewesen nicht mag, obwohl die gut für ihn sorgten und ihm ständig Nahrung gaben.
    Mir gaben sie auch Nahrung, Fleischbrocken in einem Napf mit leichter Tomaten-Sauce übergossen und ein Stück Petersilie durfte dazu nicht fehlen. An solchen Tagen fühlte ich mich wie ein Gourmet. Oder es gab feines Resteessen von vor einer Woche. Davon konnten Bello, Mina und Kevin nur träumen.
    Später erfuhr ich, dass Kevin selbst zum Resteessen wurde und auf Tellern verteilt wurde, mit Rinder-Sauce übergossen. Dort endete seine Reise also. Kevin wurde zerstückelt und durfte sein Leben als multiple Persönlichkeit weiterführen.

    Eines Tages kam ein neues Lebewesen auf unseren versteckten Bauernhof und ich war inzwischen der, der ich jetzt bin, Katerli Bondewor. Ein hübsches Geschöpf der widerspenstigen Natur. Ich wusste, was ich wollte, denn ich war ein erwachsenes Katzenkind und meine Instinkte trieben mich ins Unermessliche.
    Meine besten Freunde wurden unsichtbar und ich sah nur noch das, was ein Kater sehen wollte. Muschis. Hübsche, bereitwillige Katzen mit denen ich andere Spiele spielte, die viel mehr Spaß machten und ordentlich für Nachwuchs sorgten. Dank mir.
    Das neue Lebewesen stellte sich in ihrem Rock breitbeinig vor mich und begrüßte mich mit einem herzlichen Handschlag. Sie hieß Frauchen Hildegard. Das war ihre erste Bemerkung, die sie in ihrer lieblichen Stimme ertönen ließ.
    Ich reichte ihr freundlich meine Pfote und musterte ihr Gesicht aufmerksam. Mir war gleich klar, dass sie das Potential hatte, meine neue beste Freundin zu werden. Zugleich würde sie in die Position meiner neuen Versorgerin schlüpfen, denn ich hatte bis heute nicht herausgefunden, wie man richtig einkaufen geht. Es scheiterte immer daran, den Kronkorken in den Einkaufswagen zu kriegen. Zudem waren die Regale im Supermarkt zu hoch und ich musste zu meinem Bedauern feststellen, dass Lügen kurze Beine haben.
    Ich war also auf die Versorgung anderer höherer Lebewesen angewiesen. Denn bis heute war ich mir zu schade, eine Maus zu fangen, wenn ich Hunger hatte. Ich fand das einfach zu ekelhaft. Mäuse waren zum Spielen da und nicht zum Fressen. Und wenn ich sie kaputt spielte, kamen andere Tiere und nahmen sie freudestrahlend mit. Diese Tiere hatten meiner Meinung nach absolut kein Selbstwertgefühl. Diesen Tieren würde auch Müll schmecken.

    Frauchen Hildegard war ein älteres Lebewesen mit dunkel gefärbten Haaren, um das Weiß am Ansatz zu vertuschen, während sich dezente Fältchen durch ihr zierliches Gesicht gruben. Wie viele Katzenjahre sie auf dem Buckel hatte, konnte ich schlecht schätzen. Ihr Buckel war riesig.
    Frauchen Hildegard und ich setzten uns auf eine Bank, um uns über meinen und ihren vergangenen Werdegang zu unterhalten. Außerdem versuchte sie, mir mein neues Leben bei ihr schmackhaft zu machen, denn sie wollte, dass ich bei ihr wohnte. Sie lockte mich mit lukrativen Angeboten und erklärte mir meinen bevorstehenden Tagesablauf.
    Weg vom Bauernhof und ab in eine schicke Stadtwohnung am Meer mit Vanille-Sandstrand. Tolle Aussichten für mich, Katerli Bondewor.
    Ich hatte Lust auf diese neue Welt, die ich hier niemals kennenlernen würde. Also fiel ich Frauchen Hildegard dankbar um den Hals und bedankte mich mit einem nach Katzenfutter duftenden Küsschen auf die Backe. Daran sollte sie sich gewöhnen, denn ich liebte es abgöttisch, mein Revier zu markieren, egal wie und egal womit.

    Frauchen Hildegard ging zu den anderen Lebewesen und teilte ihnen entschlossen ihre Entscheidung mit. Danach unterschrieb sie verkrakelt die Adoptionspapiere und packte mich in ihre edle Handtasche, auf der funkelnde Fake-Diamanten draufgeklebt waren. Nobel, nobel. Die Frau wusste, was sie wollte, hatte Stil und überzeugte mit gutem Geschmack. Sicherlich auch eine Frage des Alters. Als ich in der Tasche saß, musste ich kurz wieder an Kevin denken, denn er befand sich ja zuletzt auch in so einer Art Box, nur das Material war anders. Aus Stahlmetall mit Aluminium. Ich hoffte, dass meine Reise lebend endete und dass Frauchen Hildegard so nett war, wie sie aussah.

    Sie trug mich mit ihrer Tasche in ihr Auto. Das Gefährt, in dem ich immer zum Tierarzt transportiert wurde. Ihr Auto war nicht viel größer als ein XXL-Schuhkarton mit Glasscheiben. Es roch nach frischem Leder und getrocknetem Nagellack. Wer weiß, welche Schätze sich im Kofferraum befanden. All ihre Einkäufe, um mir ein schönes Leben zu bieten. Ich nahm eine diffuse Note von Katzenfutter wahr. Ui, ein feines Begrüßungsessen wartete im Kofferraum auf mich. Ich konnte es nicht erwarten, es zu fressen.
    Meine Reise in der Tasche war entspannt, denn ich durfte mit dem Kopf herausgucken und das Geschehen draußen beobachten. Meine Augen wurden immer größer und ich schaute mir die Landschaft an, die uns umgab und das Auto verschlang.

    Nach einer Weile erreichten wir die Stadt, eine überdimensional große Stadt. Überall standen Häuser, die größer waren, als der Bauernhof und total anders aussahen. Und überall befanden sich bunte Lichter, die ihre Farbe wechselten, wie ein LED-Schneemann, den ich noch nie gesehen hatte, sondern nur davon träumte.
    Überall hörte ich Krach und Lärm. Was die Lebewesen alle für Geräusche verursachten, war unglaublich.
    Verschiedene Tiere sah ich hier allerdings nirgendwo. Vielleicht versteckten sie sich in den Häusern unter den Dächern da oben.
    Die Stadt steckte voller Abenteuer, eine riesen Spielwiese für mich. Hier würde ich bestimmt viel erleben. Aber nun musste ich erst mal Frauchen Hildegard’s zu Hause über die Lupe nehmen. Hoffentlich waren wir bald da! Ich war schon ganz ungeduldig und außerdem musste ich mal auf Toilette gehen, langsam. Wir fuhren und fuhren. Irgendwie wurde die Tasche auch immer enger und kleiner.
    Dauernd hielten uns bunte Lichter auf, die von rot auf gelb auf grün wechselten.
    Dann bog Frauchen Hildegard rechts ab und bald darauf kam das Auto zur Pause, dank ihrer Hilfe.

    Frauchen Hildegard sagte:“Hier sind wir“, nahm mich in der Tasche mit und machte den vielversprechenden Kofferraum auf. Dort war ganz viel Katzenfutter drin und Thunfisch. Yammi! Alles für mich, Katerli Bondewor. Mein Bauch knurrte aus voller Kehle. Es war Zeit für eine nährende Mahlzeit, zur Steigerung des Wohlbefindens. Sie nahm die ganze Kofferraumkiste mit und lud mich in der Tasche sitzend oben drauf. Herrliche Aussicht. Wie wäre es mit einem rutschigen Unfall? Nein, sie trug mich heil die Treppen rauf bis zu ihrer Wohnung. Frauchen Hildegard war ganz schön agil und sportlich. Schließlich war ich auch nicht gerade die dünnste Katze und hatte ausreichend Hüftgold, damit ich nicht erfror im kältesten Sommer.

    Frauchen Hildegard hatte ein feines Stübchen und ich konnte gleich auf Erkundungstour gehen und alles beschnüffeln und auskundschaften. Ihre Wohnung war nicht groß, aber auch nicht klein. Irgend so eine Mischung aus beidem. Auch eine rosa Toilette hatte sie mir bereit gestellt, mit feinkörnigem Sand, damit ich meine teuren Samtpfötchen nicht verletzte. Ich ging hinein und machte mein Geschäft. Ich pinkelte, bis mein Bauch leer war und ich mich behaglich fühlte. Ohhh, war das eine Erleichterung! Die Grundbedürfnisse sind eben doch am wichtigsten.

    Kurz, nachdem ich da war, hatte ich den Bauernhof eigentlich auch schon wieder vergessen. Mein Gedächtnis dauert nicht so lange. Frauchen Hildegard kam flott auf mich zugelaufen und ihr Rock kam wippend mit. Sie stellte mir eine Schale hin, worin sich mein Essen befand. Es sah delikat aus, obwohl sie das Essen einfach nur aus einer kleinen 100 Gramm Tüte gedrückt hatte. Ich beobachtete sie aus dem Augenwinkel bei der Nahrungszubereitung. Mein Hunger war so groß, dass es mir trotzdem schmeckte. Fleisch mit Sauce war ja schließlich auch mein Leibgericht, neben dem wöchentlichen Resteessen. Frauchen Hildegard hockte sich neben mich. Gab es da etwa sowas wie Futterneid? Ich schaute sie feindselig an. Sie lächelte und sagte:“Nein, nein, das ist die Sorte, die ich nicht mag. Aber ich sehe, dir schmeckt’s?“
    Ja, mir schmeckte es! Ich sagte:“Guck mal da, in deinem Schrank. Da findest du bestimmt auch was Schönes, oder?“
    Sie nickte mir wohlwollend zu und suchte sich woanders ihr Essen.

    Nach dem Fressen war ich pudelsatt und wollte meine Sättigkeit überschlafen. Also hielt ich Ausschau nach einem geeigneten warmen Plätzchen. Überall gab es verstreute Schlafmöglichkeiten, ich war nur zu träge, um irgendwo hoch zu kommen. Aber auf dem Fußboden war es mir auch recht. Bis Frauchen Hildegard kam und mir einen Schlafkorb zuwies. Der weiße Schlafkorb mit dem rosa Kissen, in das ich mich verliebte. So eine schöne Farbe hatte ich zuvor noch nie gesehen, denn solche Farben waren auf dem Bauernhof nicht vorhanden. Ups, doch nicht vergessen, den Bauernhof. Ach ja, die guten alten Zeiten. Spätestens morgen hab ich’s vergessen.
    Ich ging in den Schlafkorb und versank gleich in dem weichen Kissen. Es war ein tolles Gefühl, wie in süßer Zuckerwatte gebettet. Bald schlief ich seelenruhig ein und Frauchen Hildegard beobachtete mich ganz entzückt. Mit dem Schlafkorb hatte sie mir eine große Freude gemacht. Ich schlief und träumte eine Weile bis die Sonne unterging und es allmählich dunkel wurde in der Stube.

    Frauchen Hildegard schrie:“Abendbrot!“ Ich tapste unbeholfen und schlaftrunken in die Küche, wo sie bereits am gedeckten Tisch saß und sich die Brotstulle verzweifelt in den Mund schob, mit Thunfisch drauf. Meine Schale stand auch auf dem Tisch. Jetzt verstand ich. Es handelte sich hier um ein Candlelightdinner. Sehr romantisch, danke. Ich nahm auf dem Holzstuhl platz, nachdem ich mich bemüht hatte, dort rauf zu krabbeln. Bin nicht gerade flexibel.
    In meiner Schale gab es Kartoffeln mit Gulasch und ein bisschen Rosmarin. Dazu ein Glas Wein. Frauchen Hildegard wusste, was mir gefällt, sie hatte eine gute Intuition und Ahnung von Psychologie. Ich schaute ihr tief in die Augen und meine Schnurrbarthaare flatterten vor Nervosität. Sie war so ein liebes Lebewesen. Ich konnte ihre Liebe in der Luft spüren. Auch sie schaute mich an und kaute dabei hungrig auf ihrer Stulle herum, diesmal mit Wurst. Ein wirklich glücklicher Moment.
    Ich bedankte mich nochmals für alles. Die Adoption war ein Geschenk für uns beide und von nun an würden wir unser Leben teilen.
    Bis zum Ende ihres Buckels.

  • Lebkuchenmann

    Mein lebloser, lieber Lebkuchenmann.
    Immer noch muss ich mich mit dir vergnügen, obwohl die Weihnachtszeit längst vorbei ist.
    Aber ich habe es nicht geschafft, dich in die Dekokiste zu legen und ein Jahr auf dich zu warten.
    Du bist mir sofort ans Herz gewachsen, als ich dich zum ersten Mal auf einem Foto sah.
    Nur langsam geht mir dein aufgesetztes Grinsen auf den Keks!
    Ich habe mich an dir satt gesehen und habe trotzdem Appetit auf Lebkuchen.
    Heute Nacht werde ich dich unsanft von der Bettkante schubsen, wenn du mich noch einmal anknabberst und deine Krümel in meinem Bett verteilst.
    Und überall dieser klebrige Zuckerguss.
    Jetzt verstehe ich, warum du jeden Tag gute Laune hast.

  • Ein paar intime und stupide Gedanken zu bedrucktem Toilettenpapier.

    Seit wann können Ärsche eigentlich riechen und sehen?
    Was hat den Hersteller zu dieser Idee inspiriert?
    Welche Zielgruppe soll sich angesprochen fühlen?
    Ist es wirklich nur Klopapier oder schon Kunst?
    Was tun, wenn manche Verbraucher es zu schade zum Wegschmeißen finden?
    Welche Gefühle soll das Klopapier beim Kunden auslösen?
    Inwiefern hat ein Hintern Ansprüche?
    Sind Blumen wirklich das richtige Motiv?
    Wie wäre es mit Klopapier in unterschiedlichen Duftrichtungen?
    Ist Urea auch gut für Blumen als Prophylaxe gegen Austrocknung/Verwelkung?
    Sollte man das Ganze nicht auch farblich unterstreichen?
    Was würde mein Allerwertester dazu sagen, wenn er sprechen könnte?
    Ist eine Zweckentfremdung seitens des Konsumenten möglich?
    Tut man seinem Hintern damit einen Gefallen oder seiner Psyche?
    Wie schaut’s aus mit umweltfreundlichem Recycling-Papier mit echten Blumen?
    Und warum ist dieses Klopapier oft billiger, als andere Sorten?