badredheadlady

Persönlicher Blog

  • Lass‘ mich träumen

    Von dem Tag, an dem wir zusammen in der Sonne sitzen und alles so normal ist, als wäre es nie anders gewesen.
    Ein Tag, der sich anfühlt, als würden wir uns ewig kennen, obwohl wir uns zum ersten Mal begegnen.
    Angefangen mit einer Begrüßung und einer Umarmung die mehr sagt, als jedes Wort, das je gesprochen wurde.
    Wir sehen uns an und spüren diese Anziehung, die uns für einen Moment unzertrennlich macht.
    Ein Moment, der mindestens eine Weile anhält und vielleicht auch länger.

    Lass‘ mich träumen vom blau-weiß gestreiften Strandkorb am Meer in dem wir sitzen und Eis essen.
    Wir hören leise den Möwen und dem Wasser zu und schauen in den Himmel, der keine Wolke verloren hat.
    Wir genießen den warmen Sand, der unsere Füße bedeckt und den Sonnenbrand, den uns die Sonne verpasst.
    Wir reden und lachen den ganzen Tag, wobei ich feststelle, dass sich deine Stimme in echt noch viel besser anhört, als aus den Kopfhörern mit denen ich abends oft einschlafe.

    Lass‘ mich träumen von der Nacht, in der wir nackt Arm in Arm zusammen im Bett liegen.
    Die Nacht, in der du mit mir schläfst und mich zum ersten Mal völlig fallen lasse.
    Dein Atem ist meinem Gesicht so nah, dass ich anfange zu zittern.
    Weil dieses Gefühl von tiefster Verbundenheit und Nähe mich schwach werden lässt.
    Ich schließe meine Augen, um dich noch inniger mit allen Sinnen zu spüren.
    Dich spüren zu dürfen ist das Beste, was du mir antun kannst.

    Lass‘ mich träumen, dass ich in dieser Nacht dein kleiner Engel bin, der dich überall zärtlich küsst und berührt. Dir jeden Wunsch von den Lippen abliest und dir zeigt, wie sehr er dich begehrt.
    Der Engel, der alles tut, was du willst und den du nie verletzen wirst, weil du es nicht kannst.

     

  • Alles und Nichts

    Manchmal denkt man, man hat alles.
    Und manchmal denkt man, man hat nichts.
    Alles gewonnen und soeben zerronnen.

    Manchmal fühlt man sich, wie der tollste Mensch auf der Welt.
    Und manchmal fühlt man sich wie ein stummer Niemand.
    Ein lachender Schatten seiner selbst.

    Manchmal hat man all diese Gefühle an einem Tag.
    Und manchmal ganz lange nicht.
    Ein phasenweises Ballungsgebiet von Emotionen.

    Manchmal meinen es alle gut mit dir.
    Und manchmal wirst du nur belogen.
    Ein Haufen wohlwollender Heuchler, die sagen, sie wären deine Freunde.

    Am Ende ist alles nur eine Täuschung.

  • Vom Ende einer Liebe

    Auf einmal ist alles anders, ziemlich plötzlich und unerwartet.

    Wir sitzen bei mir in der Wohnung und haben uns scheinbar viel zu erzählen. Die Stimmung ist locker, dank Bier, TV und meiner verspielten Katze. Wir lachen und verstehen uns super und dennoch ist es irgendwie anders geworden, nach all der Zeit, in der wir uns nicht sahen, weil du dich für eine andere Frau entschieden hast, was ich natürlich nie verstanden habe.

    Damals hat mich das zutiefst verletzt, weil ich unendlich in dich verliebt war. Das ist knapp zwei Jahre her und das Leben ging einfach ohne dich weiter. Chaotisch, wild und fröhlich mit viel Schmerz, aber auch Freude und neuen wichtigen Erfahrungen.
    Wenn wir uns jetzt sehen, ist alles anders. Wir sind zwei Singles, die nicht mehr zueinander finden werden. Man kann sich tatsächlich auseinander leben, was auch mir nun bewusst wird.
    Wir sind uns fremd geworden und leben in zwei verschiedenen Welten, die sich fern sind.
    Kein Kribbeln mehr, keine Aufregung, noch nicht einmal Vorfreude erfüllt mich, wenn wir uns spontan verabreden.
    Wenn du da bist, bist du da. Wenn du nicht da bist, ist es auch nicht besonders schlimm. Die Gefühle sind so neutral geworden, dass sie weg sind und nicht mal mehr im Geringsten auftauchen.

    Ich schaue dich an und warte, was in mir passiert. Nichts. Kaum zu glauben, dass ich damals schon beim ersten Anblick ausgeflippt bin und dabei total nervös wurde.
    Ich kuschel mich an dich und warte, was passiert. Auch nichts.
    Egal, was ich tue, es passiert nichts, nichts und nichts.
    Vom Küssen brauche ich erst gar nicht zu reden und alles andere erübrigt sich damit auch.

    Bin erstaunt, wie gut sich mein Herz in der Zeit regeneriert hat, obwohl es einen völligen Totalschaden erlitt.
    Es hat sich so stark regeneriert, dass es kaum noch in der Lage ist, für jemand anderen euphorisch zu schlagen und es potentielle Partner vermutlich leider recht schwer bei mir haben.
    Es ist verschlossen. Vielleicht so eine Art Selbstschutz? In Verbindung mit meinem schwarzen Humor?
    Bestimmt.
    Oder es gibt wirklich DEN Mann, der den Schlüssel zu meinem Herzen längst bei sich trägt, aber das Schloss, also mich, noch nicht gefunden hat.
    Mein ‚Ex‘ ist es jedenfalls nicht.

  • Jetzt beginnt sie wieder. 

    Die Zeit, in der man überall in den Läden von grinsenden Osterhasen angeschaut wird. Und wer kann einem Lächeln schon widerstehen? Ich leider nicht.

    Vorhin war ich einkaufen, das erste Mal in dieser Woche und heute ist schon Donnerstag. Eingeplant waren nur Getränke, da ich pünktlich vor Frühlingsbeginn immer mit meiner obligatorischen Fastenkur starte. In der Zeit schlucke ich also alles, was flüssig ist. Trotz Hunger.

    Inmitten der unzähligen Rentner, die sich morgens alle gleichzeitig zum Einkaufen verabredet haben, nachdem sie beim Arzt waren, sah ich ein Regal vollgepackt mit Osterhasen, welches sich penetrant in den Vordergrund drängelte.
    Es stand wie ein Signal im Eingangsbereich als Erinnerung für jeden, dass in paar Wochen/Monaten Ostern ist.
    Als ich die Umrisse der Osterhasen schon von weitem erkannte, strengte ich mich an, sie zu übersehen und meinen Flüssigeinkauf diszipliniert weiterzuführen. Aber es war zu spät, die Osterhasen kämpften bereits mit meiner Willensstärke und ließen meine Selbstdisziplin elendig dahinfließen. Immerhin ließ ich die schadenfrohen Osterhasen stehen und nahm zwei Tafeln Schokolade. So musste ich mich zu Hause wenigstens nicht noch von denen auslachen lassen.

    Vor lauter Wut über meine eigene Schwäche, ließ ich dann die Wasserflaschen auf die Schokolade im Korb knallen. Die Schokolade war so hart, dass sie heil blieb und war somit stärker als mein Wille. Es war die reinste Demütigung.
    Dann bezahlte ich diesen Schwächeanfall an der Kasse und ging frustriert nach Hause. Wobei ich andererseits auch glücklich war.
    Zum einen, weil es meine Lieblingsschokolade war und zum anderen, weil es das letzte Mal war.
    Ich mache endgültig Schluss mit Schokolade. Man soll immer aufhören, wenn es gerade am schönsten ist.

    Die Schokolade war viel zu schnell gegessen, der Genuss zu kurz und das schlechte Gewissen danach währt ewig. Bis man erneut einkaufen geht. Am besten erst nach Ostern. Aber dann kommen ja auch schon die gut gelaunten Weihnachtsmänner. Shit.

  • Wenn manche Leute z.B. Kollegen sich nicht an die Regeln des Dienstplans halten können oder es nicht wollen, weil…[Ausrede, Ausrede, Ausrede etc. pp.]

    Heute war mal wieder einer dieser Tage, an denen ich völlig überrumpelt wurde.
    An einem sonnigen Tag, an dem die Arbeit fast wie von selbst von der Hand ging und ich mich nichtsahnend und guter Laune in die Kaffeepause begab, um mich bei einem Stück Pflaumenkuchen vom letzten Geburtstag zu entspannen.
    Auf die Tasse Kaffee verzichtete ich diesmal allerdings.

    Alles schön und gut, so lange meine Kollegen untereinander noch angeregt über Themen redeten, die mich eigentlich kaum interessierten. Bis mein Name nebenbei erwähnt wurde und ich sofort hellhörig wurde, denn meinen Namen empfinde ich immer als allgemeines Alarmsignal. Früher konnte ich mich meist auf Ärger einstellen, sobald ich meinen Namen hörte.
    So auch heute.

    Das Gespräch begann mit der Frage: „ Was hast du am Wochenende für’n Dienst?“
    In diesem Moment ahnte ich intuitiv schon, auf welche Bitte die Frage hinauslaufen würde.
    Mir war klar, dass ich mich mit meiner Antwort gleich selbst in die Pfanne hauen würde, da ich nicht nur am Wochenende frei hatte, sondern vorher noch zwei zusätzliche Erholungs-Tage in petto hatte. Umso schmackhafter für die Kollegin, für die ich nun erst recht in die engere Auswahl kam, da sie bisher alle anderen ausschließen konnte.
    Nachdem ich ihr also sagte, dass ich frei habe, kehrte sie kurz in sich, wandte ihren Kopf ab und tat so, als würde sie arg überlegen.
    Anschließend erklärte die Kollegin die aktuelle Sachlage damit, was sie am Wochenende vorhat: Party. Nicht irgend eine, sondern eine Pullerparty! Was auch immer man darunter versteht, wenn man keine Ahnung hat.
    Danach schaute sie mich an. Sie wusste, dass ich weiß, was sie von mir wollte. Ohne Worte.

    Da wurde ich nachdenklich und fragte mich natürlich: Wenn solche Partys und Babys sooo wichtig sind, warum plant man diese sooo kurzfristig??

    Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Schließlich musste ich noch nie jemanden bitten, für mich einzuspringen, weil ich plötzlich irgend etwas vorhatte, was ich vorher nie wusste.
    Ich habe auch viel vor in meiner ‚Freizeit‘, in der ich von zu Hause aus arbeite, aber ich plane gut und habe dennoch die Möglichkeit, halbwegs spontan zu handeln. Ohne die Hilfe meiner Kollegen.
    Deswegen passieren MIR solche (teils unangenehmen) Situationen auf Kosten anderer Kollegen nie.
    Ich musste noch nie jemanden fragen, ob wir meinen Dienstplan mal total verschieben können, weil mir etwas nicht passt. Wozu gibt es Wunschbücher?
    Warum kriege ich alles problemlos hin und andere nicht?

    Am Ende habe ich meiner Kollegin freundlich erklärt, dass ich auch ein Leben habe und ich nicht deren Dienst übernehmen möchte, weil ich genauso jung bin, mir freie Tage genauso wichtig sind und weil ich genauso gerne auf Partys gehe, wie jeder andere auch.
    Den zickigen Unterton habe ich mir selbstverständlich nicht verkniffen.
    Wie auch, schließlich kennt mich jeder so.

  • Ein bedeutsamer Tag, an dem es sich lohnt, sich mal wieder richtig die Kante zu geben und sich bis hin zur Toilette abzuschießen. Die Erfinder der WC-Teppich-Garnitur wussten, wie sie gemütliches Kotzen ermöglichen.

    Valentinstag aus meiner Sicht:
    Ein Tag, an dem sich lohnt, anti-konstruktiv zu handeln und sich über dem Klo hängen zu lassen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, Klopapier zu missbrauchen, um sich damit die Tränen aus den Augen zu wischen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich nackt von einem Zuhälter überfahren zu lassen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, jemandem den Partner auszuspannen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, seine Hand in einen Toaster zu stecken.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, hochprozentiges Rasierwasser zu trinken.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich Gleitgel in die Haare zu schmieren.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich benutzte Slip-Einlagen an die Stirn zu kleben.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich vom Fleischer auspeitschen zu lassen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich mit einem Bügeleisen das Gesicht zu plätten.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, Lockenwickler als Tampon zu benutzen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich mit Strapsen zu erhängen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich mit Selbstmitleid zu verschulden.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sein Gehirn mit Watte auszustopfen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sein Sperma steif zu schlagen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, Kondome mit Silikon auszustopfen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, seine Pornosammlung von hinten bis vorne durchzunehmen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, Ex-Freunden in den Briefkasten zu kotzen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, in dunkle Abgründe zu tauchen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich für Sex bezahlen zu lassen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich Kleenex-Tücher als Samen-Depot anzulegen.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, sich mit einer Überdosis Liebesperlen zu vergiften.
    Ein Tag, an dem es sich lohnt, in den Spiegel zu schauen und sich zu sagen: FUCK YOU.

    Ja, das ist mein Valentinstag.

  • Wobei dieser Text mit dem Titel nicht viel gemeinsam hat.

    Was soll man eigentlich über ein Erlebnis schreiben, welches nicht einmal tragisch ist und einen dennoch irgendwie beschäftigt?
    Schließlich erlebt jeder einmal eine Abfuhr. Normalerweise auch kein Grund zur Sorge, denn manchen passiert so etwas ständig und sie haben Übung darin, abgeschoben zu werden.
    Müll wird ja auch jeden Tag abgeschoben, ohne, dass er sich über die Gründe bewusst ist.
    Für mich war es die 2. Abfuhr – umso dramatischer, da ich sonst immer das bekomme, was ich will. Wie eine verwöhnte kleine Prinzessin.
    Nur leider trifft das auf Gefühle nicht zu, die kann man nicht steuern.
    Und so stehe ich am Ende nach meinem Flirtfehltritt alleine da, der mir aber immerhin eine warme Adventszeit bescherte und mich davon abhielt, zu viele Lebkuchen zu essen.
    Verliebtsein und Liebeskummer haben eine Sache gemeinsam: Man verliert die Lust auf’s Essen.
    Entweder ernährt man sich nur von Luft und Liebe ODER man kriegt vor lauter Kummer keine Liebe mehr rein.
    Totaler Schwachsinn, aber egal.

    Es war interessant nach langer Zeit mal wieder bisschen Liebeskummer zu haben und sich deswegen so richtig doll krank zu fühlen. Mit richtigen Symptomen einer mittelschweren Depression sogar, die nur wenige Stunden anhielten und doch eher oberflächlicher Natur waren. Mein Optimismus ist einfach zu stark für solchen Kram. Und ich kann mich einfach nicht ernst nehmen, wenn ich zu lange traurig bin.
    Meine Zeit zu wertvoll, um sie mit Nichtstun zu verschwenden.
    Und Tränen als Accessoire ein No-Go.

    Mein Jahr begann mit 7 Tagen, die anders waren als sonst.
    Viele verzweifelte Frauen nehmen sich ja vor, im neuen Jahr endlich abzunehmen und holen sich gleich voll motiviert die neuste Ausgabe der ‚Brigitte‘ oder laufen in die nächste Apotheke.
    Ich habe diesen Vorsatz bereits in der ersten Januarwoche erfolgreich geknackt. Mit einer ungewollten Nulldiät. Dabei gibt es an mir nichts mehr zu verlieren, da mein Körper kein Lager für Speckröllchen ist. Dennoch vermisse ich gerade 3 Kilo.

    Eine Woche lang habe ich mich zu Hause hinter verschlossenen Türen verschanzt und habe keinen einzigen Schritt nach draußen gewagt. Da mein Kater noch genug Futter im Schrank hatte, war das auch nicht nötig. Aber selbst der merkte, dass irgendetwas anders war.
    Er schaute mich liebevoll an, nahm Rücksicht auf mich und bat mir seine Hilfe an, indem er sich endlich von mir auf meinem Schoß streicheln ließ. Das konnte er sonst nie leiden, da er kein verschmuster Kuschelkater ist.
    Außerdem schlich er mir vorsichtig um die Beine und hatte überall bunte Fragezeichen auf dem Fell.
    Was war nur los mit Frauchen? Warum hat die so komisches, schwarz verschmiertes Wasser im Gesicht?

    Freunde wollten mir auch helfen, mit all ihren dämlichen Standardsprüchen, die praktisch nichts taugten.
    Ich hatte mir Tipps erhofft, die mir noch nie jemand gegeben hat. Etwas Außergewöhnliches, was mich aus meinem Loch herausholen konnte. Etwas, das zu mir passt.
    Ich bin eine Drama-Queen. Meine Freunde hätten mir also helfen können, indem sie mir Schmuck hätten schenken können. Schmuck aus Gold am besten. Das hilft immer. Denn ich war in meinem angeschlagenen Zustand zu schwach. Zum Homeshopping hat die Kraft nicht mehr gereicht und durch die Tränen in meinen Augen sah ich eh alles nur noch verschwommen.

    Sogar ein männlicher Bekannter wollte helfen, der plötzlich wie aus dem Nichts auftauchte und die nun die große Chance bei mir witterte. Verzweiflungs-Sex für Singles oder sowas.
    Der war schnell genauso enttäuscht wie ich, nachdem ich ihm erklärte, dass da nichts läuft und ging wieder auf Abstand. Er verschwand im Nichts der Ignoranz.
    Er war im falschen Moment bei der falschen Person. Nun fühlte auch er sich schlecht.
    Es ist schön, wenn man sein Leid mit jemandem teilen kann.

    Mein bester, immer noch halbgeliebter Ex-Freund, leistete mir noch am selben Abend mit seiner latenten Anwesenheit Gesellschaft.
    Er war genervt von der Situation, weil er extra im Regen mit dem Rad los musste. Aber DAS war genau das, was ich brauchte: Dass ER bei mir auf der Couch sitzt und fast gar nichts sagt.
    Außer: Gibt Schlimmeres.
    Nach einer Stunde verabschiedete er sich wieder mit einer gezwungenen Umarmung. Ohne Kuss. Seine Freundin hat es ihm schließlich verboten.
    Und er hört brav auf sie. Wau wau.
    Wobei er bei mir manchmal Ausnahmen macht, da wir jahrelang sehr offene Freunde waren.
    Nur diesmal nicht.

    Danach konnte ich mir dann mit einer Flasche Kirschlikör endlich die Kante geben und mich schon mal auf den anschließenden Toilettenbesuch vorbereiten.
    Wann hat die Klobrille schon mal das Glück, umarmt zu werden. Eben.
    Die Flasche führte mich in der Nacht noch mehrere Male zur Toilette, da ich das Zeug überhaupt nicht auf nüchternen Magen vertrug.
    Aber vielleicht kam die Kotzerei auch vom Apfelmus, der kurz, nachdem ich ihn gegessen habe, pelzige Augen bekam.
    Schimmel, Alkohol und Liebeskummer.
    Es haute mich um.
    Und weg.

    Auf einmal holte ich in der Woche all das nach, was ich mir sonst nie gönnte: Ruhe.
    In meiner Wohnung gab es nur zwei Orte, an denen ich mich abwechselnd befand.
    Couch oder Bett. Küche wurde völlig ignoriert und mein Kühlschrank redete nicht mehr mit mir.
    Nachdem ich den ganzen Tag regenlos auf der Couch lag und elendig müde war, lag ich nachts wach im Bett und wirbelte mich wie ein gefangener nasser Aal von einer Seite auf die andere.
    Auf der Couch hingegen ging es mir deutlich besser. Dort ließ ich mich von den Stimmen und den Lichteffekten aus dem Fernseher berieseln.
    Angenehm.

    Also entschied ich mich die nächsten Tage NUR für die Couch, auf der ich vor mich hingammelte.
    Ungeschminkt, in zerissenen Strumpfhosen und in coolen XXL-Shirts.
    Allerdings fand ich dann einen anderen Ort, an dem es reichlich mehr Wärme gab, die ich jetzt besonders brauchte: meine Dusche. Manchmal schäumte ich mir den Liebeskummer eine halbe Stunde lang um die Ohren.
    Die nächste Affäre mit meinem Duschschwamm hatte begonnen.
    Er war grün und rosa.
    Manchmal geben Objekte viel mehr Nähe und Freude.

    Die muss man wenigstens nicht um Erlaubnis fragen.

  • Mein Mann, das Tier

    Es ist morgens, mein Mann schläft noch, auf dem Fußboden vor dem Bett. Aber das ist mir egal, ich habe nicht das Bedürfnis, ihn liebevoll aus seinem Tiefschlaf zu reißen. Aber manchmal stehe ich mit dem falschen Bein auf und dann wird er wach, weil er meinen nackten Fuß im Mund hat.
    Mein Mann darf gerne lange schlafen, umso weniger muss ich mich mit ihm beschäftigen und der Tag kann sehr lang sein, wenn man jemanden wie ihn an seiner Seite hat. Bedürfnisse habe ich sowieso keine mehr, was ihn betrifft, denn er ist einfach nur da. Nicht mehr und nicht weniger. Er ist da, um ihn zu versorgen, mit Nahrung und Schutz vor Kälte. Ansonsten nehme ich seine Anwesenheit kaum wahr. Es ist, als würde er mir unsichtbar um die Beine schleichen, ohne mich dabei zu berühren und völlig lautlos. Den einzigen Laut, den er von sich gibt ist Schnarchen, alles andere hat er bewusst verlernt, weil ich es so wollte und ihn nebenbei gut erzogen habe. Sein sinnloses Reden und seine ewigen Standardtexte haben mich sehr genervt, deswegen drohte ich ihm mit Fußtritten, wenn er noch einen Ton sagt.
    Seitdem ist Ruhe. Seitdem ist schon fast 20 Jahre.

    Meine Stube ist seine Hütte, in der er es schön warm hat und jeden Abend sein Futter auf den Tisch kriegt, hübsch angerichtet auf dem hässlichsten Teller, den ich habe. Er legt keinen Wert auf Ästhetik. Ich bereite ihm sein Essen zu, in 10 Minuten. Auf das Verfallsdatum nehme ich keine Rücksicht, er merkt eh keinen Unterschied und sein Magen hält alles aus. Selbst den größten Klumpen Gammelfleisch.

    Für ihn sind Wärme und Essen sehr wichtig, mehr braucht er nicht, um glücklich zu sein. Jedenfalls waren das seine letzten Worte vor paar Jahren.
    Hauptsache, warm, trocken und Frauchen, was ihm abends sein Essen auf den Tisch knallt, denn es gibt nur eine Mahlzeit am Tag, mehr ist nicht drin. Kein Geld und keine Lust. Mein Mann soll ja nicht zu sehr verwöhnt werden.
    Am liebsten mag er das heiße Pfannenfett, welches ich ihm über sein Fleisch gieße, oder schütte. Er ist ein richtiger Allesfresser, mein Mann, welchen ich auch gerne Hund nenne. Viel anders kann man sein Dasein nicht bezeichnen, denn so verhält er sich. Er wird von einer Ecke in die nächste geschubst, wie ein unliebsamer Straßenköter, der völlig nass vom Regen ist. Umgeben von Tritten und Beschimpfungen. Er sitzt unbeachtet in der Wohnung, wenn sich das Leben um ihn herum tummelt. Alle lachen und er winselt in sich hinein, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Tapfer. Mein Mann schaut anderen beim Leben zu und beobachtet aufmerksam. Aber sein Leben ist vergessen. Er lebt einsam in einer Familie.

    Hunde brauchen nicht viel und deren Ansprüche lassen sich mit denen meines Mannes am besten vergleichen. Leider ist es so. Mein Mann interessiert sich nur für Essen, Schlafen und Wärme. Wenn er eine Frau braucht, muss er nur den Fernseher anschalten. Ich bin schon lange nicht mehr seine Frau, sondern nur seine Versorgerin, weil er alleine nicht klarkommt. Selbst die Unterhosen muss ich ihm jeden Morgen raussuchen, denn er weiß nicht, wo sein Kleiderschrank ist. Eigentlich kennt er sich überhaupt nicht zu Hause aus.

    Aber etwas ist dennoch anders an ihm, als bei richtigen Hunden: Mit dem Schwanz wedeln tut er nicht mehr. Wenn er spielen will, zeigt er das auf eine andere Art. Er leckt mein Gesicht ab, was ich nicht erwidere. Ich ekel mich davor. Wenn er Annäherungsversuche macht, setze ich ihn vor die Tür oder sperre ihn im Wohnzimmer ein. Früher hat er manchmal versucht, sich auf mich zu stürzen, aber damit war schnell Schluss, weil er dann Futterentzug bekam und über Nacht auf die Straße geschickt wurde. Sollte er doch zusehen, wo er blieb und aus leeren Mülltonnen fressen.

    Mein Mann..er ist pflegeleicht, ich muss ihn nur einmal in der Woche in die Wanne schicken, meistens freitags, nach dem Gassi-Gehen (Einkaufen). Ich kaufe ein und er wartet im Auto.
    Rasieren muss ich ihn nur selten, denn das gefällt ihm nicht. Er fühlt sich wohl, wenn ihm sein Gesicht zuwächst. Mir ist das ganz recht so, denn ich mag nicht so viel Zeit mit ihm verbringen. Es gibt Wichtigeres.

    Vor 20 Jahren war alles noch anders, denn so lange kennen wir uns inzwischen.
    Da gab es Gefühle, die mir jetzt schon seit Ewigkeiten fremd sind und an die ich mich schlecht erinnere oder mir nicht vorstellen mag, weil es absurd ist. Gerne würde ich mir frühere Photos anschauen, um das alles nachzuvollziehen, wobei ich jedes Mal feststellen muss, dass ich kein einziges Photo von ihm besitze. Dafür hat er einen ganzen Karton voll mit Bildern von mir.

    Mittlerweile weiß ich, warum er schon so lange bei mir wohnt.
    Mit der Frage verschwendete ich viele meiner wertvollen Gedanken.. Aber es stimmt, es gab mal eine Zeit, in der ich ihn irgendwie mal kurz geliebt habe und er mich auch. Damals waren wir so überwältigt von unseren übertriebenen Gefühlen, dass wir sofort heirateten, war ja auch so üblich. Betteln konnte er schon immer ganz gut, also ließ ich mich von ihn hinreißen. Die Menschen um mich herum setzten mich zusätzlich mit unter Druck, denn wer nicht gleich heiratete, wurde schief angeguckt. Eigentlich blieb uns gar nichts weiter übrig, als die Sache schnell hinter uns zu bringen. Wir heirateten ohne Gäste und ohne Feier, denn wir sahen das als Zeit- und Geldverschwendung an. Uns reichte die Urkunde, wo drauf stand, dass wir nun offiziell den gleichen Nachnamen haben.

    Nun sitze ich hier mit ihm fest und bin enttäuscht, von dem, was ich mir ins Haus geholt habe. All meine Wünsche hat er mir verdorben. Er steht mir im Weg, auch, wenn er sofort geht, wenn ich komme. Wir leben aneinander vorbei auf einer 80 qm² Mietwohnung im tristen Plattenbau, wo die bröckelnde Fassade genau unser Eheleben widerspiegelt.
    Die Freude und die Gefühle hielten damals nur kurz an, dann war alles weg und kam nie wieder.

    Das einzige Gefühl, welches ich noch habe, ist das Gefühl, mich um ihn kümmern zu müssen, dazu bin ich als Frau schon fast verpflichtet. Ich habe ihn durch unsere Heirat sozusagen adoptiert und fest an mich gebunden. Weggeben kann ich ihn nicht mehr, dazu fehlt mir das Geld. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass er ein neues Frauchen findet, was ihn gern hat. Niemand würde ihn haben wollen. Nur ich damals, weil ich gerade meine Tage hatte und völlig durcheinander war, was Gefühle anging.

    Irgendwie tut er mir Leid. Deswegen bleibt er jetzt bei mir, ich muss ja nicht viel dafür tun, damit es ihm gut geht und eigentlich kostet er weniger Geld, als ein echter Hund. Das teure Markenfutter kann sich eh keiner leisten und Tierarzt ist auch teuer. Da habe ich es mit meinem Mann schon leichter, denn er hasst Ärzte und beim Essen stellt er keine Ansprüche, oder kann auch mal verzichten.
    Nicht mal Streicheleinheiten braucht er, von denen hat er am Anfang ja genug bekommen. Ihm reicht seine Kuscheldecke, unter der er seinen täglichen Mittagsschlaf hält, die gibt ihm Wärme und paar von meinen langen Haaren hängen auch dran, dann hat er auch etwas Nähe von mir.

    Aber manchmal gibt es Momente, da brauche ich meinen Mann doch und rufe ihn mit einem Appell herbei, bei Befehlen wird er hellhörig. Daraufhin kommt er sofort und steht fast hechelnd vor mir, denn er macht gerne etwas für mich, weil er dann ein bisschen Aufmerksamkeit von mir bekommt und vielleicht noch ein kleines Leckerli, im Sinne von Zigaretten oder Kaffee. Je mehr Zigaretten ich ihm gebe, umso schneller kann ich ihn durch einen neuen Hund ersetzen, den ich dann vielleicht länger lieben kann. Wenn es meinem Mann schlechter gehen sollte, werde ich ihn ins Tierheim bringen, dort gibt es gute Pfleger, die mehr Ahnung haben und besser mit ihm umgehen, wenn sein Leben langsam ein Ende nimmt. Ich möchte meinem Mann im hohen Alter einfach nicht mehr belasten.
    Vielleicht kriegt er dort auch eine schöne Couch, denn unsere hat er über die Jahre schon ganz schön derb zugerichtet mit seinem Übergewicht und seinem Geklecker. Unsere Couch ist genauso alt wie er.
    Und vernünftig essen, ohne, dass etwas daneben geht, konnte er noch nie.

    Letztendlich gibt es nur eine Sache, für die ich meinen Mann einmal im Leben brauchte.. Kindermachen. Ohne ihn hätte das nicht geklappt. Damals wollte mein Mann viele Kinder machen, aber ich wollte nur eins. Da war er traurig.
    Danach ließ ich meinen Mann kastrieren, damit er nicht mehr auf dumme Gedanken kommt und mich nicht ständig anspringt. Jetzt ist er lieb, so ganz ohne Hormone. Das gefällt mir und alle beneiden mich um mein harmonisches Leben mit meinem Mann, der zugleich mein Hund ist. Der alles macht, was ich ihm sage und der an Ort und Stelle ist, wenn ich ihn brauche. Jemand, der lebt, ohne zu geben (Ausnahme: Kind) und nicht viel nimmt, um zufrieden zu sein. Ich kann machen was ich will und er nimmt es so hin. Widersprechen ausgeschlossen, weil er gut erzogen ist. Dafür ist mein Mann aber ein guter Zuhörer. Wenn ich abends Besuch kriege, steht er an der Schlafzimmertür und lauscht. Am nächsten Morgen stellt er sich ans Fenster, springt raus und hängt sich dem fremden Besucher an die Fersen.
    Das passierte einige Male. Bis die Polizei kam und ihn abführte. Ich fragte nicht, wohin.
    Auf Wiedersehen, treuer Weggefährte.

  • Sehnsucht

    Ich sitze fast wie erstarrt und still in meinem Zimmer. Es ist Abend und ich bin allein. Das einzige Geräusch ist der Regen, der gegen das Fenster schlägt. Mein Blick fällt auf einen großen Stapel Zeitungen, die in meinem Schrank ungeordnet aufeinander liegen. Wenn ich auf das Datum schaue, überkommen mich Wehmut und Sehnsucht. Die Zeitungen sind alt. Aber wenn ich darin blättere, könnten sie von heute sein. Jedes Bild ist mir bekannt, kein Text ungelesen.

    Das Zimmer ist auf einmal gefüllt mit Melancholie und gemischten Gefühlen. Gefühle von heutigem Zweifel und früherer Vorfreude, sowie Glück. Es gab Zeiten, in denen alles perfekt schien. Diese Zeiten liegen heute in Scherben in der Vergangenheit und existieren nur noch in dunkler Erinnerung.

    Wird es diese Zeiten je wieder geben – zwar in anderer Form, aber vielleicht ähnlich? Ich werde nachdenklich. Schwer, diesen Gedanken zu Ende zu denken. Nichts wird wieder so, wie es einmal war. Veränderungen kommen, bleiben und gehen. Nie wieder wird Vorfreude so sein, wie sie einst war, die Enttäuschungen der Zeit hat sie vertrieben.

    Und wo ist die Unbeschwertheit, die mich stets begleitet hat? Auch sie hat sich im Laufe der Erfahrungen schleichend verabschiedet.
    Draußen ist es nass, kalt und bunt. Der Herbst steht vor der Tür. Die Jahreszeit, die trüben Gefühlen die Tür öffnet und sie traurig begrüßt. Ich bin gerne alleine und genieße es, mich in meiner Sehnsucht nach dem Vergangenen zu suhlen und alte Jahre wieder aufleben zu lassen.

    Eine einzige Kerze brennt nur noch, die anderen sind bereits abgebrannt. Um mich herum ist es halbdunkel, aber warm.
    Meine Gedanken wechseln zwischen gestern, heute und morgen. Alles ist möglich. Nur ich entscheide, in welcher Realität ich leben möchte und was ich will.

    Meine Entscheidung ist: Loslassen und mit einem Lächeln durch den Regen und durch die Pfützen zu springen. Durch das Herbstlaub zu rascheln und mit dem Moment eins zu sein.
    Die Kerze erlischt mit einem Hauch, das Zimmer wird dunkel. In mir kehrt Frieden ein, Zweifel verschwinden in der Dunkelheit und verstecken sich. Es liegt an mir, ob ich sie morgen suchen möchte, um sie dann erneut in mein Leben zu holen.

    Ich werde müde und schaue im silbernen Mondlicht an die runde verzierte Deckenlampe meiner Oma. Draußen bellt ein Hund in der Nacht, während ich in dem alten Gästebett liege und auf meine Eltern warte, die noch spät in der Küche sitzen und sich mit meinen Großeltern über alte Zeiten unterhalten.

    Ich wünschte, die Zeit würde stillstehen oder wiederkommen. Oder wird es eine andere, neue Zeit geben, die dieser ähnelt? Läuft das Leben nicht in einer Endlosschleife, in der sich alles nach einer Weile ähnlich wiederholt?
    Der Gedanke lässt mich hoffen und ich werde müde.

     

  • Es ist Sonntag.
    Ein Sonntag, wie kein anderer.
    Ich sitze einsam am Strand, feiner Nieselregen fällt auf mich herab.
    Doch ich spüre nichts.
    Eine eisige Kälte umhüllt mich, wo einst nur Wärme war.
    Mein Körper – abgemagert und blass – Spiegelbild meiner Seele.
    Mit leerem Blick starre ich auf die Wellen, die bedrohlich und dunkel auf mich zurollen.
    Keine Menschenseele am Strand, nur ich alleine mit mir und dem Regen.
    Das Gefühl, für Raum und Zeit – verschwunden.
    Ich spüre nichts.
    Keinen Schmerz, keine Freude.
    Es regnet stärker.
    Es ist mir egal.

    In meinem Kopf lauter Bilder, die wie ein Film nacheinander ablaufen.
    Emotionen, die wieder aufleben wollen. Sie drängen sich in mir auf.
    Ein Bilderbuch mit vielen schönen Worten.
    Und ein Stück Hoffnung.
    Die Kälte um und in mir wird eisiger.
    Von Wärme längst keine Spur mehr.
    Es ist kaum auszuhalten.
    Starke Gefühle von Machtlosigkeit.

    Eine Träne fließt langsam über mein Gesicht.
    Weitere Tränen folgen.
    Alles bricht aus mir heraus.
    Ich sitze immer noch alleine am Strand.
    Inzwischen regnet es in Strömen.
    Doch ich nehme es kaum wahr.
    Weil ich es verdient habe.
    Ich bin mir sicher.

    Abends fahre ich nach Hause.
    Völlig leer und nass vom Regen.
    Apathisch schaue ich aus dem Fenster.
    Jede Kurve könnte die letzte sein.
    Mir ist es egal.
    Wieder viele Bilder in meinem Kopf.
    Und die Frage nach dem Warum.
    Eine Beleidigung zu viel.
    Nach all den netten Worten.
    Eine Beleidigung zu viel.
    Und alles ist vergessen.
    Es geht mir schlecht.
    Meine Seele ist verletzt.
    Mein Körper auch.

    Ein Haufen schwarz weißer Schmetterlinge.
    Sie haben ihre Farbe verloren.
    Denn ihr Leben ist aus ihnen gewichen.
    Sie haben keine Kraft mehr zu flattern.
    Denn ihre Flügel sind gebrochen.
    Langsam finden sie ihren Tod.
    Der Wind fegt sie fort.
    Es ist, als hätten sie nie existiert.
    Erinnerungen an schöne Zeiten verblassen.
    Hoffnung gibt es nicht.
    Die Frage nach dem warum, sie wird bleiben.

    Ich wünschte, Schmetterlinge leben.